Quantitative Fonds – Anlageentscheidungen frei von Emotionen

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In der Fondswelt gibt es schon seit längerer Zeit eine Art Glaubensrichtung, bei der nicht ein Fondsmanager je nach Gefühl und persönlicher Beurteilung der wirtschaftlichen Gesamtlage die Portfoliozusammensetzung vornimmt, sondern diese Aufgabe dem Computer und einem zuvor ermittelten Modell zufällt. Somit werden mit einer quantitativen Anlagestrategie kurzfristige „Bauchentscheidungen“ ausgeschlossen.

Die Idee dahinter besagt, dass ein Mensch fehlbar ist und nicht in der Lage sein kann das wahre Ausmaß der Komplexität der internationalen Finanzmärkte zu erkennen, geschweige denn immer adäquat und schnell genug auf jede Veränderung regieren zu können.

Ein großer Vorteil ist dabei die Transparenz, denn bei den Quantitativen Fonds weiß der Anleger im Voraus nach welchen Kriterien das Portfolio zusammengesetzt wird und muss sich nicht den Bauchentscheidungen eines Fondsmanagers ausliefern lassen.

Allerdings bedeutete die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in Folge der Lehman-Pleite auch einen großen Einschnitt für die quantitativen Fonds. Das Problem bestand darin, dass kein Modell der Welt die Ausmaße dieser Krise vorhersagen konnte und dies womöglich niemals adäquat können wird. Die Wahrscheinlichkeiten mit denen das Eintreten dieser Ereignisse vorhergesagt wurde, lagen unendlich nahe an der Null und konnten deshalb nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden. Dennoch:

Ein wahrer Klassiker in der Welt der Quantitativen Fonds ist der Lingohr-Systematic-LBB-Invest. Dabei wird das Vermögen weltweit in Aktien investiert, welche mit Hilfe computergestützter Modelle ausgewählt werden. Je nach Land werden dabei verschiedene Auswahlkriterien unterschiedlich stark gewichtet. In Deutschland spielt derzeit der innere Unternehmenswert die entscheidende Rolle.

Die Fonds-Daten:
Name Lingohr-Systematic-LBB-Invest
WKN 977479ISIN   DE0009774794Aufgelegt in DeutschlandAuflagedatum   01.10.1996Kategorie Aktien weltweitVolumen 1,46 Mrd. Euro (20.03.2012)


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3 KOMMENTARE

  1. Aus einem Computer, sprich: Rechner, kommt hinten nur das hinaus, was vorne ein Mensch reingesteckt hat. Nur schneller.

  2. ..hat schon der erfolgreiche Kostolany gesagt:-) Nur dass er diesen Ausspruch in Zeiten getätigt hat, wo wir keine EU-Schuldenkrise und dergleichen hatten – zumindest nicht in diesem Ausmaß. Vielleicht ist es heute doch besser, einen Tick mehr auf den „PC“ zu hören? Ich weiß auch nicht so recht…

  3. Sind im Falle des Zweifels nicht alle unternehmerischen Entscheidungen emotionale? Warum sollten dann die Manager rein unemtionale handeln? Börse ist auch nichts anderes als Angebot und Nachfrage… und die ist oft (viel zu oft?) von Emotionen beeinflusst.

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