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ETFs: Passivität kann sich auszahlen

Bei aktiv gemanagten Fonds achten Manager darauf das Verlustrisiko durch eine möglichst breite Streuung zu minimieren. Allerdings schaffen es die Fondsmanager sehr häufig nicht, eine bessere Performance hinzulegen als die jeweiligen Benchmarks. Alternativ zu den aktiv gemanagten Fonds kann ein Privatinvestor sein Geld in Exchange Traded Funds (ETFs) anlegen und damit an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Indexes partizipieren.

Grundlagen

ETFs können der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index auf zwei Arten folgen. Zum einen versucht man über die physische Replikation in einen Großteil oder in alle Indexbestandteile zu investieren, um die Wertentwicklung des Index abzubilden. Bei der synthetischen Replikation bedient man sich dagegen so genannter Swap-Geschäfte. In der Regel weisen die physisch replizierten ETFs größere Abweichungen zum Zielindex auf.

Daneben unterscheidet man zwischen ETFs, bei denen die jeweils zugrunde liegenden Indizes Dividendenzahlungen mitberücksichtigen oder nicht. Bei den Performanceindizes (Total Return Indizes), finden die Dividendenzahlungen der enthaltenen Unternehmen Berücksichtigung, wobei die Kursindizes (Preisindizes) Dividendenzahlungen nicht mitberücksichtigen. Performanceindizes sind beispielsweise der DAX und der MDAX, wohingegen der EURO STOXX 50 und der Dow Jones Industrial Average Kursindizes sind.

Transparenz, Flexibilität, Liquidität

Bei den aktiv gemanagten Fonds wird häufig kritisiert, dass die Portfoliozusammensetzung in der Regel nur am Quartalsende bekannt geben wird. Der Anleger bei den passiv gemanagten Fonds wird laufend darüber informiert. Der Kurs eines ETF entspricht entweder 1:1, einem Zehntel oder einem Hundertstel dem Stand des zugrunde liegenden Index.

Bildquelle: dieboersenblogger.de

ETFs bilden die Indexentwicklung 1 zu 1 ab

Darüber hinaus kann man durch eine einzige Börsentransaktion einen kompletten Index in sein Depot legen. Und dies zu sehr günstigen Preisen! Ein Anleger kann also einen Branchensektor, einen Index, sogar ein ganzes Land wie eine Aktie handeln. Dabei hat der Anleger eigentlich nur eine Art Investmentfonds zur Verfügung, dessen Börsenkurs aber laufend aktualisiert wird. Ein weiteres Argument ist das mittlerweile große Angebot und die Abdeckung aller wichtigen Anlagenklassen sowie der breit aufgestellten Indizes und die hohe Liquidität von ETFs, die durch die Börsenbetreiber wie die Deutsche Börse ständig sichergestellt wird.

Der Sicherheitsaspekt und die Kosten

ETFs erfüllen einen wichtigen Sicherheitsaspekt. Denn wie ein herkömmlicher Investmentfonds bilden ETFs Sondervermögen des Emittenten. Das heißt, das Vermögen eines ETF ist vom Vermögen des Emittenten getrennt und kann bei einer möglichen Insolvenz des Emittenten nicht zugrunde gehen.

Bei ETFs sind die Verwaltungsgebühren aufgrund der passiven Anlagepolitik sehr niedrig. Diese betragen in der Regel maximal 1 Prozent pro Jahr. Im Vergleich dazu betragen die Fondsverwaltungsgebühren für klassische Investmentfonds im Aktienbereich jährlich etwa 0,8 bis 2 Prozent. Weiterhin fallen beim Kauf von ETFs an der Börse weder ein Ausgabeaufschlag an, noch werden beim Verkauf Rücknahmegebühren erhoben.

Transparenz, Flexibilität, Liquidität, Sicherheit und die geringen Kosten sprechen für ETFs, womit genügend Gründe vorhanden sein sollten, warum man als Anleger über eine Investition in ETFs nachdenken könnte. Eines aber auch gesagt: Wer meint, einen ETF auf risikoreiche Rohstoffe-Sektoren oder Explorer-Werte sich ins Depot zulegen – der sollte sich des erhöhten Risikos im Vergleich zu einem DAX-ETF bewusst sein! Es gibt sicherlich risikoärmere Produkte.


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