Aufpassen bei Anleihen (?) oder die Frage nach vermeintlich zu niedrigen Risikoaufschläge…

11. April 2012 | Von | Kategorie: Markt & Wirtschaft

Die weltweiten Notenbanken bescheren uns derzeit aufgrund der Sorgen vor einer Kreditklemme sowie der immer noch bestehenden Rezessionsgefahren, die sich aus der europäischen Staatschuldenkrise ergeben historisch niedrige Zinsen.

In dieser Situation freuen sich die Unternehmen darüber, denn diese können sich auf dem Anleihemarkt zu sehr niedrigen Zinsen frisches Fremdkapital beschaffen. Nicht selten werden aktuelle Anleiheemissionen von Aussagen begleitet, dass man die im Moment vorherrschende günstige Marktlage ausnutzen wolle. Was auf der einen Seite für die Unternehmen attraktiv sein kann, bedeutet auf der anderen Seite, dass sich die Anleger mit geringeren Kuponzahlungen begnügen müssen.

Welche Risiken dabei für die Anleger entstehen können zeigt sich besonders stark bei den Mittelstandsanleihen. Es gibt nicht wenige Marktteilnehmer, die sagen, dass einige Unternehmen niemals eine Anleihe hätten begeben dürfen. Beispielsweise Rene Parmantier, Vorstandsvorsitzender von Close Brothers Seydler. Laut ihm seien diese Firmen zuvor bei dem Versuch sich Kapital zu beschaffen bei einigen Banken abgeblitzt, allerdings bietet sich ihnen die Möglichkeit über niedrige Kupons Geld von Investoren am Anleihemarkt zu beschaffen.

Lediglich im Bereich der so genannten High Yield-Unternehmensanleihen bieten sich dabei vereinzelt attraktive Anlagemöglichkeiten. Denn aufgrund der Euro-Krise ist auch eine Flucht in risikolosere Investments zu beobachten. Dabei gibt es speziell im High-Yield-Bereich einige Unternehmen, bei denen die Risikoaufschläge eher einer allgemeinen Unsicherheit als Fundamentaldaten geschuldet sind. Für den einzelnen Anleger sind diese Unternehmen, die „zu Unrecht“ hohe Risikoaufschläge bei der Kapitalbeschaffung zahlen müssen allerdings sehr schwer zu identifizieren.

Schlagworte: , , ,

Schreibe einen Kommentar