Die Milliardenspritze ist verpufft…

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Zwei Mal in den vergangenen Monaten konnten sich die Geschäftsbanken von der EZB Geld zum Mini-Leitzins von einem Prozent leihen. Insgesamt machten von dem Angebot hunderte Institute Gebrauch und riefen dabei die gewaltige Summe von 1.019 Mrd. Euro ab.

Das Kalkül von EZB-Chef Mario Draghi: Die Banken sollen das Geld verwenden, um Anleihen der krisengeschüttelten Euro-Staaten zu kaufen – eigentlich ein gutes Geschäft, da diese Papiere wesentlich höhere Zinsen als ein Prozent abwerfen. Während schätzungsweise 180 Mrd. Euro in Staatsanleihen geflossen sind, haben die Institute zur Tilgung kurzlaufender Kredite inzwischen fast die Hälfte des Geldes an die EZB zurück überwiesen. Draghis Wunderwaffe wirkte zwar, jedoch nur für kurze Zeit.

Die in der vergangenen Woche kräftig nach oben geschossenen Renditen für spanische Staatsanleihen verstärken diesen Eindruck. Eines ist klar: Ein weiteres Tendergeschäft wird die Märkte wohl kaum beruhigen. Hingegen rückt ein generelles Anleihenkaufprogramm näher. Doch bis die EZB wirklich zu diesem letzten Schlag ausholt, werden die Märkte erst noch durch ein tiefes Tal gehen müssen…

Ein Kommentar von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.


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