Quo vadis Aktienmarkt?

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Die erfreuliche Entwicklung an den Aktienmärkten setzte sich zuletzt nicht ohne Weiteres fort. Der deutsche Leitindex DAX konnte zwar den besten Jahresstart seiner Geschichte verbuchen und schickte sich sogar an, die 2011er-Jahreshochs über der Marke von 7.000 Punkten anzugreifen – doch der „Absturz“ kam nun vor Ostern…

Nachdem wir in Europa in Sachen Konjunkturentwicklung im bisherigen Jahresverlauf eine Art Zweiklassengesellschaft gesehen haben, bei der sowohl die EU-Kommission als auch die EZB für die Eurozone in diesem Jahr eine leichte Rezession von 0,3 Prozent sehen, verbuchte Deutschland teilweise deutlich aufhellende Konjunkturindikatoren. Allerdings musste nun auch die größte europäische Volkswirtschaft einen leichten Dämpfer hinnehmen. Denn während der ifo-Index seinen Anstieg stark verlangsamte, verbuchte das GfK-Konsumklima zuletzt sogar einen leichten Rückgang. Ebenso enttäuschend waren die letzten Einkaufsmanagerindizes. Somit bekommt auch Deutschland die Auswirkungen der zum Teil sehr scharfen Sparmaßnahmen der Länder Südeuropas zu spüren.

Das Gezerre um den griechischen Schuldenschnitt der privaten Gläubiger sowie die Gewährung des zweiten Hilfspakets in Höhe von 130 Mrd. Euro für das schuldengeplagte Land hat uns sehr lange beschäftigt. Doch seit man sich auf den Schuldenschnitt und die Hilfe einigen konnte, ist eine spürbare Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise zu beobachten. In Verbindung mit der lockeren Zinspolitik der Notenbanken konnten die Aktienmärkte davon profitieren.

Fragt sich nun wie lange diese Ruhe hält. Denn mit diesem Maßnahmenpaket hofft man lediglich, dass Griechenland im Jahr 2020 einen Schuldenstand von 120 Prozent des BIP erreichen kann, was immer noch das doppelte wäre, was einst in den Maastricht-Kriterien festgeschrieben wurde. Wobei die Frage nach dem Wirtschaftswachstum und der Verhinderung zukünftiger Defizite für das Land damit auch noch nicht beantwortet wären. Bezeichnend ist es daher, dass sofort nach der Verabschiedung des Hilfspakets die Spekulationen nach weiteren Hilfsmaßnahmen für Griechenland aufkamen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass im Hintergrund immer noch Probleme lauern, lieferte kürzlich Fed-Chef Ben Bernanke. Zwar erfreute er die Märkte erneut, indem er eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank in Aussicht stellte. Doch der Anlass für seine Aussagen war ein wenig erfreulicher. Laut Bernanke ist der Aufschwung auf dem US-Arbeitsmarkt womöglich wenig nachhaltig, was ein erneutes Eingreifen der Fed notwendig machen könnte. Der Aufschwung könnte lediglich saisonalen Aspekten oder einer Gegenbewegung auf die zu hohe Entlassungszahl aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/2008 geschuldet sein.

Mein Fazit: Aufgrund der im Hintergrund immer noch vorhandenen Gefahren für die Aktienmärkte, sollte man nicht zu euphorisch sein und deshalb weiter Vorsicht walten lassen und sich auf wenige zyklische Blue Chips konzentrieren. Ich sehe unverändert keinen Anlass, die Aktienquote in einem allgemeinen Depotaufbau großartig zu erhöhen…


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