Allianz: Was kann man als Anleger dieses Jahr erwarten?

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Das Jahr 2011 war für die Versicherungsbranche sicherlich kein leichtes. Auch für die Allianz SE nicht. Denn neben den negativen Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise auf die gesamte Finanzbranche, mussten die Versicherer auch mit einer hohen Zahl von Naturkatastrophen fertig werden. In beiden Punkten könnte dabei das Jahr 2012 nun aber besser werden – denn es sind zumindest erste Anzeichen einer Entspannung in der Euro-Krise nach dem griechischen Schuldenschnitt der privaten Gläubiger bereits zu erahnen. Außerdem könnte man darauf hoffen, dass die ungewöhnlich hohe Zahl von Katastrophen sich nicht wiederholt. Daneben bestünde wiederum im Gegenzug die Möglichkeit, dass die hohe Zahl an Katastrophen das Sicherheitsbewusstsein bei den Menschen erhöht und gleichzeitig für mehr Kunden bei den Versicherern sorgt.

Ähnlich wie zuvor schon der Rückversicherer Munich Re dürfte auch Allianz womöglich darauf hoffen, dass das laufende Geschäftsjahr deutlich weniger Naturkatastrophen bereit hält, als dies im Jahr 2011 der Fall war. Laut Unternehmensangaben, die bei der Bekanntgabe der Allianz-Ergebnisse für 2011 getätigt wurden, waren es vor allem die ungewöhnlich hohe Zahl an Naturkatastrophen, aber auch Abschreibungen in Folge der europäischen Staatsschuldenkrise, die auf das Geschäftsergebnis des größten europäischen Versicherungskonzerns drückten.

Die Belastungen aus der Euro-Krise und der hohen Zahl von Naturkatastrophen führten dazu, dass Allianz einen Umsatzrückgang von 2,7 Prozent auf 103,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr verbuchen musste. Beim operativen Ergebnis ging es im Jahresvergleich um 4,6 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro nach unten. Besonders negativ wirkten sich die Sonderfaktoren im vergangenen Jahr allerdings auf den Jahresüberschuss des Konzerns aus. Dieser brach im Vergleich zum Vorjahr um 46,2 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro ein, so die offiziellen Daten des Münchner Allfinanzkonzerns.

Bei der Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse sagte Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, dass der Konzern auch im laufenden Geschäftsjahr ein ähnlich schweres wirtschaftliches Umfeld wie 2011 erwartet. Allerdings rechnet man für die zweite Jahreshälfte mit einer Besserung, denn „die ersten Schritte zur Stabilisierung der Eurozone wurden bereits umgesetzt“, so die Aussage von Michel Diekmann. Somit wird von Unternehmensseite ein im Vergleich zu 2011 erhöhtes operatives Ergebnis in der Gegend von 8,2 Mrd. Euro erwartet.

Der gesamten Versicherungsbranche könnten die Erwartungen zum erhöhten Sicherheitsbewusstsein zu Gute kommen, die Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender von Munich Re bei der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse für 2011 seines Unternehmens jüngst getätigt hat. „Gerade nach Großschäden, wie wir sie im vergangenen Geschäftsjahr erleben mussten, nimmt das Risikobewusstsein zu“, womit man mit einer erhöhten Zahl von Versicherungsabschlüssen rechnen dürfte.

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Quelle: comdirect

Insgesamt könnten die wieder etwas besseren Aussichten rund um die Geschäfte der Allianz auch beim Aktienkurs für positive Stimmung sorgen – allerdings bleibt es abzuwarten ob die Erwartung eines leichten Aufwärtstrends ausreicht, den seit November vergangenen Jahres andauernden Aufstieg des Papiers auch weiter zu befeuern. Immerhin konnte die Allianz-Aktie seit November 2011 bis Mitte März 2012 mehr als 40 Prozent an Wert zulegen. Inwieweit dabei noch Luft nach oben bleibt oder ob die Aktie vielleicht nun eher in eine Seitwärtsbewegung verfällt, wird spannend sein als Anleger zu verfolgen. Mit einem 2012er-KGV von etwas über 12 und einer Dividendenrendite von mehr als 5% ist das Allianz-Papier aus Sicht eines Langfrist-Anlegers keine schlechte Wahl. Auch die Charttechnik stellt einen zufrieden. Bollingr-Bände, wie das Momentum und der GD100 und GD200 sind im grünen Bereich.


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