ELMOS: Ein verhaltener Ausblick ist nicht jedermanns Sache

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ELMOS kann sehr gute Zahlen für das Jahr 2011 liefern, doch vor allem der Ausbau der asiatischen Geschäftstätigkeiten und ein schwacher Start ins Jahr 2012 drücken etwas auf die Profitabilität des Unternehmens. Allerdings sollten sich die Investitionen in die Wachstumsmärkte Asiens langfristig auszahlen können.

Die ELMOS Semiconductor AG konnte für das vergangene Geschäftsjahr 2011 einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf einen Rekordwert von 194,3 Mio. Euro verbuchen. Wenn man das 2010er-Ergebnis um Ende 2010 getätigte Veräußerungen von Geschäftsaktivitäten bereinigt, beträgt der Anstieg mit 5,2 Prozent etwas weniger. Das EBIT wurde in der gleichen Zeit um 15 Prozent auf 26,6 Mio. Euro gesteigert. Der Konzernüberschuss stieg in etwa dem Umsatzanstieg entsprechend um 6,6 Prozent auf 18,9 Mio. Euro.

Obwohl der Halbleiterhersteller aus Dortmund bei allen wichtigen Kennzahlen im Jahr 2011 zulegen konnte, wurde dadurch kein weiterer Abstieg beim Aktienkurs befeuert. Vielmehr musste das Papier in den letzten drei Wochen eine Korrektur von 10 Prozent überstehen. Den Anlegern hatten die Aussagen des Unternehmens zum Ausblick sowie zum Start in das laufende Geschäftsjahr gar nicht gefallen. ELMOS selbst bezeichnet den Start in das Geschäftsjahr 2012 als „verhalten“ und rechnet deshalb mit einem Umsatz der sich auf dem 2011er-Niveau bewegen sollte. Außerdem wird womöglich die Profitabilität 2012 durch erweitertes Engagement in Vertrieb und Entwicklung, vor allem im Asien-Geschäft zu leiden haben.

Die Chips, die ELMOS herstellt, kommen hauptsächlich in der Automobilindustrie zum Einsatz, wonach man es in Dortmund gar nicht gerne gehört haben dürfte, das der chinesische Automobilverband aufgrund der schwächeren Wirtschaft kürzlich seine eigenen Prognosen für das laufende Jahr gesenkt hat. In Europa lief es für die Automobilindustrie aufgrund der Euro-Krise sowieso schon schlechter als in China und den USA.

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Quelle: comdirect

Somit wird es auch von der weiteren Entwicklung der Euro-Krise und der damit verbundenen konjunkturabhängigen Entwicklung der Automobilindustrie abhängen ob die ELMOS-Aktie erneut an den Aufwärtstrend zwischen November letzten Jahres und März 2012 anknüpfen kann. Insgesamt stand in dieser Zeit ein Plus von mehr als 40 Prozent zu Buche. Falls man also daran glaubt, dass sich das Jahr 2012 besser entwickelt als es der unternehmenseigene Ausblick vorhersagt, sollte man bei einem immer noch attraktiven 2012er-KGV von knapp 10 beim ELMOS-Papier zugreifen.


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