Mal wieder was in Sachen foodwatch und der Deutschen…

3

Herrlich, es geht in die nächste Runde. Die schönen PMs von foodwatch zur Deutschen Bank. Heute hat nämlich der deutsche Branchenprimus mitgeteilt, dass er „in diesem diesem Jahr keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln auflegen“ wolle. Ich persönlich finde das schon einmal einen sehr guten Anfang. Andere wohl nicht…

Doch es ist ja mittlerweile in Deutschland Mode geworden, stets den Zeigefinger zu heben und ein bisschen zu mahnen. So macht das nun heute auch wieder einmal foodwatch, in Form des stellvertretenden Geschäftsführers der Verbraucherorganisation Matthias Wolfschmidt. Da kann man dann lesen:

„“Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt Nahrungsmittelpreise und verursacht Hunger – die einzig verantwortungsvolle Entscheidung wäre ein vollständiger Ausstieg aus diesem Geschäft. Die Deutsche Bank übernimmt nur scheinbar Verantwortung. ‚Keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln‘ – das heißt im Umkehrschluss: Die bestehenden Produkte werden fortgeführt und verschärfen weiterhin die Hungerkrise in der Welt. Gleichzeitig lässt es die Deutsche Bank offen, ob sie bestehende Fonds aufstocken oder neue spekulative Rohstoff-Produkte auflegen wird, die außerhalb der Börsen gehandelt werden. Die Ankündigung ist noch nicht einmal halbherzig und offenbar eine reine PR-Wolke für die Hochglanzbroschüren.“

Also ehrlich, wer sich einmal mit diesem Thema beschäftigt, der weiß, dass so etwas nicht von heute auf morgen geht. Es ist schon erstaunlich, dass ein Koloss wie die Deutsche es auf die Reihe bekommt, überhaupt so etwas zu machen – schließlich verdienen ALLE Banken in diesem Thema massig Geld. Aber wie gesagt, es kommt in den Medien auch besser an, die Deutsche Bank zu attackieren. Dabei ist die im Rohstoff-Bereich gar nicht führend…

Und von einer „reinen PR-Wolke für die Hochglanzbroschüren“ zu sprechen – da sage ich nur: Mit dieser PM sich vielleicht lieber selbst einmal an die eigene Nase fassen?…


3 KOMMENTARE

  1. Ich wollte bewusst in meinem Post nicht dieses Ding bringen 🙂 Nicht das es heißt, ich würde Politik für Ackermann machen, aber das was da foodwatch betreibt ist peinlich und nicht im Sinne des Verbrauchers…

  2. Hallo Herr Scherbaum,

    hatte die Deutsche Bank überhaupt vor, neue börsengehandelte Produkte auf Basis von Agrarrohstoffen im Jar 2012 zu emittieren? Ist es also überhaupt ein Schritt, wenn man ankündigt, dies nicht zu tun?

    Worüber sprechen wir? Darüber, dass spekulative Geldanlagen in der derzeit genutzten Form die Preise für Grundnahrungsmittel nach oben treiben und damit in vielen Regionen der Welt Hunger verursachen. All die bisher von der Deutschen Bank genutzten Produkte laufen weiter – und wirken weiter wie beschrieben. Das Institut behält sich vor, solche Fonds durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine aufzustocken. Und es lässt auch offen, ob neue AUSSERBÖRSLICH gehandelte Produkte 2012 auf den markt gebracht werden. Das muss man zur Ankündigung der Deutschen Bank schon dazu sagen.

    Sie erwarten also nicht ernsthaft, dass wir dazu Beifall klatschen. Wir wollen erreichen, dass Spekulation so gestaltet wird, dass sie keine schädlichen Folgen für Leib und Leben von Menschen hat. Genau das geht die Deutsche Bank bisher nicht entschieden an, und darauf werden wir weiter hinweisen.

    Ich hoffe, das trägt zu Ihrem verständnis bei.

    Viele Grüße,

    Martin Rücker
    foodwatch e.v.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here