Presse: Neues zum lieben Thema „Frauen in Führungspositionen“…

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Kam gerade rein. Das Capital‘-Interview mit Klaus-Peter Müller, Vorsitzender der Regierungskommission „Deutscher Corporate Governance Kodex“ (DCGK) zum lieben Thema.

In der Diskussion über Frauen in Führungspositionen fordert Klaus-Peter Müller eine neue Richtung. „Mich ärgert, dass die Politik wie ein Trittbrettfahrer auf das Frauenthema aufgesprungen ist und es populistisch vor sich hertreibt“, kritisierte Müller im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 04/2012, EVT 22. März). „Wir müssen die Emotionalität wieder aus der Debatte kriegen und zu den Fakten zurückkehren.“ Demnach läge die Mehrzahl der nächsten Wahltermine bei den Kontrollgremien der börsennotierten Unternehmen in 2013, vorher gebe es meistens nur über Nachwahlen Spielraum. „Ich finde es deshalb unseriös, die zeitliche Abfolge zu negieren und jetzt schon jedes Quartal zu kritisieren, es sei zu wenig passiert.“

Politikerinnen wie der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und der EU-Kommissarin Viviane Reding, die sich für eine Frauenquote einsetzen, wirft Müller eine Doppelmoral vor. „Für die beiden Politikerinnen sollte es ein Leichtes sein, die geforderten Quotenziele in ihrem eigenen Umfeld umzusetzen – tun sie aber nicht.“ So seien die Leitungspositionen in Ministerien, bundeseigenen Firmen und Behörden sowie den Generaldirektionen der EU weiterhin weitgehend von Männern besetzt.

Die Einführung einer Frauenquote hält Müller für nicht zielführend. Um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, sei neben einer öffentlichen Diskussion über das Thema auch ein angemessenes Selbstvertrauen der Frauen entscheidend. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender habe er die Erfahrung gemacht, dass Männer mit breiter Brust aufträten, wenn ein Führungsjob zu besetzen sei. „Dagegen kamen besser qualifizierte Frauen durch die Tür und fragten selbstzweifelnd: Schaffe ich das?“ Frauen hätten an dieser Stelle eine falsche Form der Bescheidenheit. „Mir liegt wirklich am Herzen, dass sich in der Frage in Deutschland etwas bewegt – doch möchte ich auch an die Frauen appellieren: Trauen Sie sich!“

Zum Hintergrund: Klaus-Peter Müller ist seit 2008 Vorsitzender der DCGK-Kommission. Das 14-köpfige Gremium erarbeitet Vorschläge, welche Regeln zu einer guten, verantwortungsbewussten Unternehmensführung gehören sollten. Praktische Erfahrung für den Posten bringt Müller als langjähriger Chef und Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank sowie aus seiner Arbeit in den Kontrollgremien der DAX-Konzerne Linde und Fresenius mit.

Quelle/ Originaltext: Capital, G+J Wirtschaftsmedien


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