Roundup Commerzbank: Kapitalerhöhung gefällt den Anlegern gar nicht!

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Im vergangenen Jahr war die Commerzbank-Aktie noch eines der größten Sorgenkinder im DAX. Das Papier war drauf und dran die Grenze von 1 Euro nach unten zu durchstoßen und zu einem so genannten Penny-Stock zu werden. Diesem Schicksal konnte die Aktie knapp entrinnen und befindet sich seit Jahresbeginn auf einem deutlichen Aufstiegskurs, der dem Papier in der Spitze einen Wertzuwachs von fast 90 Prozent einbrachte. Quo vadis Commerzbank-Aktie?

Erste Anzeichen einer Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise und die vollmundige Ankündigung von Seiten der zweitgrößten deutschen Bank, die Kapitallücke von 5,3 Mrd. Euro zur Erfüllung der von der EBA verschärften Eigenkapitalanforderungen auch ohne weitere Staatshilfen oder eine Kapitalerhöhung stemmen zu können, sorgten für einen deutlichen Anstieg bei der Commerzbank-Aktie.

Doch spätestens mit der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr musste sich das Geldhaus von einem der beiden Ziele verabschieden. Es wurde deutlich, dass das Geldinstitut immer noch sehr stark unter den Folgen der Griechenland-Probleme zu leiden hat. Die nun durchgeführte Kapitalerhöhung stärkt das Kernkapital des Geldhauses und senkt sie Zinsverpflichtungen für die Zukunft, doch das Anleihen-Rückkaufprogramm schwächt die Anteile der bisherigen Aktionäre.

Notwendig wurde dieser Schritt durch die hohen Belastungen, die sich aus den hohen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen ergeben haben. Diese haben zu einem starken Gewinneinbruch geführt. Insgesamt sankt der Überschuss im vergangenen Jahr um 55,4 Prozent auf 638 Mio. Euro. Das griechische Staatsanleihen-Portfolio wurde um 74 Prozent abgeschrieben, wobei der ausgehandelte Schuldenschnitt für Griechenland die Bilanz laut Unternehmensangaben mit etwa 2,3 Mrd. Euro belastete.

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Quelle. comdirect

Aufgrund dieser wieder etwas schlechteren Nachrichtenlage rund um die Commerzbank hat der Aktienkurs seinen Aufwärtstrend unterbrochen und ist wieder unter die Marke von 2 Euro gerutscht. Somit stellen sich die Analysten wieder vermehrt die Frage, wie es denn mit dem Geldhaus weitergeht und ob es seine immer noch beträchtlichen Probleme wird in den Griff bekommen können. Ebenso bleibt abzuwarten, wann das Staatsgeld zurückgezahlt werden kann und ob der Aktienkurs seinen zu Jahresbeginn eingeschlagenen Aufwärtstrend wird fortsetzen können.

Bei Nomura Equity Research bewertet man die Commerzbank-Aktie mit „neutral“, wobei das Kursziel bei 1,80 Euro liegt. Bei der WestLB dagegen bewertet man das Papier mit „buy“ und hat sogar das Kursziel von 2,70 auf 2,80 Euro angehoben. Bei der NordLB heißt es: „halten“. Zwar erwartet man, dass die Commerzbank die verschärften Kapitalanforderungen bis Mitte 2012 sogar übertreffen wird, allerdings sei wegen der weiter vorherrschenden Unsicherheiten Vorsicht geboten. Da könnte was dran sein…


3 KOMMENTARE

  1. Dauerthema Commerzbank AG, ich sehe den positiven Trend und halte „jetzt einsteigen“ für vernünftig und sachgerecht: wer die Commerzbank-Aktie herunterschreiben will, kann das gerne tun und offensichtlich gibt es hiervon nicht wenige, die den negativen Ausblick herbeireden und vielleicht sogar herbeiwünschen.
    Die positive Einschätzung basiert auf der mittel- und langfristen Perspektive. Die Commerzbank AG hat neue Produkte (z. B. Fonds in Rohstoffen und Schwellenländern), riskante oder volatile Staatsanleihen werden sukzessive aus dem Portfolio herausgenommen, Abschreibemöglichkeiten werden genutzt. Jetzt erwarten einige Analysten offensichtlich, dass der Kurs der Aktie explodieren müsste und im Focus steht damit der (sehr) kurzfristige Effekt. Tatsächlich konnte auch die Commerzbank Aktie im Januar und Februar von der Entspannung an den Märkten profitieren.
    Die Commerzbank AG kann sich auf den Bonus einer „systemrelevanten Bank“ („too big to fail“) und der Preis für die Aktie ist aktuell spottbillig.
    In wenigen Monaten werden die Analysten und depressiven Marktbeobachter kommen und sagen: „Mein Gott, warum bin ich im März 2012 nicht eingestiegen, die Aktie war ja spottbillig.“
    Aber das muss halt jeder mit sich selbst ausmachen.
    Sandro Valecchi, Berlin

  2. Tagesgeld anlegen im Ausland…

    In einigen Ländern Europas tobt sie immer noch, die Schuldenkrise. Viele Anleger sind deshalb verunsichert und fragen sich, ob ihre Tagesgeldkonten im Ausland wirklich noch sicher sind – und ob es überhaupt noch ratsam ist, Tagesgeld auf ausländischen …

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