RWE: KGV, Dividendenrendite – es gibt schon ein paar gute Gründe…

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Wie erwartet hat sich der deutsche Atomausstieg für den Energieversorger RWE stark negativ ausgewirkt. Doch insgesamt konnte das Unternehmen bei den wichtigen Kennzahlen für 2011 die eigenen Prognosen leicht übertreffen – was auch einiges an Hoffnung liefert, das schwierige Jahr 2011 endgültig hinter sich zu lassen.

Insgesamt musste man im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 51,7 Mrd. Euro verbuchen. Das EBITDA ging um 18% auf 8,5 Mrd. Euro zurück, das betriebliche Ergebnis sank um 24% auf 5,8 Mrd. Euro und das für die Dividendenberechnung entscheidende nachhaltige Nettoergebnis lag mit 34% im Minus bei 2,5 Mrd. Euro. Nach Unternehmensangaben waren diese Rückgänge hauptsächlich der deutschen Energiewende geschuldet, welche einen negativen Ergebniseffekt von deutlich mehr als 1 Mrd. Euro laut RWE gehabt haben soll.

Aufgrund der deutschen Energiewende hatte man bereits erwartet, dass die RWE-Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr schwächer ausfallen würden, doch viel interessanter war es zu erfahren wie das Unternehmen plant in Zukunft auf die veränderte Marktsituation zu reagieren.

Nach Aussagen des Noch-Konzernchefs Jürgen Großmann befindet man sich zwar immer noch in einer Talsohle, welche allerdings aufgrund der eingeleiteten nötigen Maßnahmen zügig durchschritten werden soll. In den Jahren 2013 und 2014 soll ein neues Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung die Kosten um etwa 1 Mrd. Euro senken.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr und das Jahr 2013 sehen allerdings insgesamt eher bescheiden aus und bringen noch einmal zum Ausdruck, dass man sich noch eine Weile in der Talsohle aufhalten wird. So ist man von Unternehmensseite zuversichtlich, dass sich die Ertragslage im Jahr 2012 stabilisieren dürfte und man das Vorjahresniveau halten könne, genauso wie im Jahr 2013.

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Quelle: comdirect

Am Aktienmarkt wurden diese Bemühungen aber zunächst honoriert und die RWE-Aktie konnte nach Bekanntgabe der Zahlen um fast 5 Prozent zulegen. Insgesamt scheint das Vertrauen der Anleger in das Papier seit Jahresbeginn zurückgekehrt zu sein, wobei die Aktie innerhalb von zwei Monaten um über 30 Prozent an Wert zulegen konnte. Nach dem schwierigen Jahr 2011 traut man RWE wohl zu mit der Energiewende in Deutschland auf lange Sicht fertig zu werden.

Mit einem 2012er-KGV von nicht einmal 7, einer Dividendenrendite von über 7,5% und der Tatsache, dass charttechnisch Indikatoren wie der GD20, GD100; GD200 und Bollinger Bände grünes Licht geben, ist die Aktie sicherlich wieder eine Position für Langfrist-Anleger wert….


2 KOMMENTARE

  1. Wie immer in vergleichbaren Fällen muss man die Aktie kaufen, wenn sie niemand mehr mit der Kneifzange anfassen will. Nach dem Atomausstieg war der Abstieg der Versorger absehbar, da die Herde dachte und denkt ohne Kohle und Atom und Windkraftanlagen und Gaskraftwerke vor der Haustür auszukommen. Schließlich kommt ja der Strom aus der Steckdose.

    Aus Ignoranz und Herdentrieb ergeben sich immer wieder Chancen.

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