Im Fokus Dürr: Weiterhin Profiteur der Automobilindustrie?

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Die Dürr AG kann den Aufschwung in der Automobil-Branche für sich nutzen und Rekordergebnisse präsentieren. Fragt sich ob sich die Erfolgsgeschichte, die seit Monaten auch beim Aktienkurs zu beobachten ist eine so rasante Fortsetzung finden kann.

Der schwäbische Maschinen- und Anlagenbauer Dürr beliefert hauptsächlich die Automobilindustrie. Etwa 80 Prozent des Unternehmensumsatzes werden in diesem Bereich erzielt. Als Systemanbieter plant und baut das Unternehmen Lackierereien und Endmontagewerke. Es werden aber ebenso Reinigungs- und Filtrationsanlagen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Auswuchtsysteme und Produkte für die Endmontage geliefert. Deshalb ist der Erfolg des Unternehmens auch sehr stark an die Auto-Branche geknüpft. Geht es ihr gut, dann profitiert auch die Dürr AG davon. Mit seinen etwa 6.800 Mitarbeitern ist man aktuell in 22 Ländern direkt vertreten.

Im letzten Jahr ging es der Automobilindustrie wieder einmal gut, was bei Dürr für Rekordergebnisse sorgte. Bei der Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftsergebnisse für das vergangene Jahr konnte man bei allen wesentlichen Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr zulegen. Beim Auftragseingang wurde ein Anstieg von 64 Prozent erzielt und damit auch ein historischer Rekordwert von 2,68 Mrd. Euro. Der Umsatz kletterte in der gleichen Zeit um 52 Prozent auf 1,92 Mrd. Euro. Auch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde mit 106,5 Mio. Euro ein Rekordwert vermeldet und damit der erstmalige Sprung beim EBIT über die Marke von 100 Mio. Euro. Über diese Zahlen dürften sich dann sowohl die Aktionäre als auch die deutschen Mitarbeiter freuen, denn die Dividende soll mit 1,20 Euro je Aktie im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht werden und die Beschäftigten erwartet eine Prämie von 1.500 Euro je Mitarbeiter.

Für das überragende Ergebnis war hauptsächlich das sehr gute Geschäft in den Emerging Markets und im Besonderen in China verantwortlich. Da bei Dürr die Verkäufe in Westeuropa, ausgenommen Deutschland, lediglich 9 Prozent im Jahr 2011 ausgemacht haben, dürfte sich wohl auch die Rezessionserwartung der EU-Kommission für die Eurozone nicht so stark auf das Geschäftsergebnis des laufenden Jahres auswirken. Man könnte als Anleger zudem davon profitieren, dass die für das Unternehmen wichtigsten Wachstumsmärkte in Nordamerika und den Emerging Markets weiter anziehen könnten.

Laut Unternehmensangaben war zudem ein weiterer wichtiger Grund für die sehr guten Geschäftsergebnisse im letzten Jahr die Tatsache, dass viele Automobilhersteller Investitionen nachholten, die sie während der Finanzkrise von 2008/2009 verschoben hatten. Dieser Effekt wird den Schwaben in diesem Jahr nicht noch einmal helfen können, weshalb die Prognosen für das Jahr 2012 auch von Unternehmensseite etwas vorsichtiger ausfallen. Danach soll der Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr die Marke von 2 Mrd. Euro überschreiten. Beim Umsatz möchte man um mindestens 5 Prozent auf über 2 Mrd. Euro zulegen. Ob das allerdings ausreichen wird den Kurs der Dürr-Aktie weiter zu befeuern? Immerhin konnte sich der Wert des Papiers seit Oktober letzten Jahres fast verdoppeln.

Spekulative Anleger könnten nun mit einem klassischen Call-Optionsschein der Deutschen Bank (WKN DE9L4K; Hebel 4,69; Laufzeit bis 19.06.2013) auf weitere potenziell steigende Kurse setzen. Wer aber eher meint, das Dürr-Papier könnte an Kurssubstanz wieder verlieren, der könnte dieses Szenario mit einem sehr hebelstarken klassischen Put-Optionsschein der Deutschen Bank (WKN: DE9L4N; Hebel 12,64; Laufzeit bis 19.06.2013) umsetzen.

Stand: 29.02.2012/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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