Der Anstieg des Ölpreises ist momentan kaum zu stoppen

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Die Ölpreise legten einen rasanten Start in die neue Handelswoche hin. Die US-Sorte WTI stieg auf ein Neun-Monats-Hoch und kostet an der NYMEX rund 106,00 US-Dollar (April-2012-Kontrakt). So hoch notierte der Ölpreis zuletzt vor knapp zehn Monaten. Gerade die wachsenden geopolitischen Risiken treiben den Preis für Rohöl an. Genau vor einem Jahr waren es die Konflikte in Libyen, nun wird der Ölmarkt von den Unsicherheiten bezüglich des Iran gelenkt. Ein Sprecher des Iranischen Ölministeriums teilte Anfang der Woche mit, die Belieferung Frankreichs und Großbritanniens mit Rohöl zu stoppen. Die EU hatte bereits im Januar ein Ölembargo beschlossen, doch dies wäre erst ab Juli in Kraft getreten. Die europäischen Staaten hätten dann bis Juli Zeit gehabt, nach neuen Lieferanten zu suchen. Hintergrund des Ganzen ist das iranische Atomprogramm. Teheran gab vergangene Woche bekannt, tausende neue Zentrifugen in der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Betrieb genommen zu haben. Damit wird versucht, die Urananreicherung des Landes weiter voran zu treiben.

Auch ohne iranisches Öl käme es in Deutschland wohl nicht zu Versorgungsengpässen. Auch wenn die Straße von Hormus für den Transport von Rohöl nach Westeuropa gesperrt ist, ist die Energieversorgung noch lange nicht gefährdet. Eine Alternative, das Öl in den Westen zu transportieren, stellen dabei Pipelines dar, die sogar ökonomischer sind als Tankwagen. Eine Erhöhung der Förderquoten anderer ölexportierender Länder könnte ebenso dazu beitragen, den Irankonflikt zu umgehen. Knapp 18 Prozent des iranischen Erdöls wird in die Europäische Union geliefert. Davon gehen nur drei Prozent an Frankreich, noch weniger führt Großbritannien ein. Mit zwei Prozent, ist der Exportstopp für die Briten nicht weiter dramatisch. Zu den wichtigsten Ölabnehmern Irans zählt Asien, dabei vor allem China, Indien, Südkorea und Japan.

Doch nicht nur der Irankonflikt sorgt für steigende Rohölpreise. Die besseren wirtschaftlichen Impulse sowie steigende Aktienkurse sind weitere Gründe. Erleichterung herrscht gerade in den USA, denn Anfang letzter Woche stellten so wenige Amerikaner einen Arbeitslosenhilfeantrag wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch auf dem Immobilienmarkt sah es nicht so trüb aus wie anfangs vermutet, zu Beginn des Jahres wurden überraschend viele Wohnhäuser gebaut. Zudem setze sich immer mehr die Meinung durch, dass Europa trotz wohl noch andauernden Schwierigkeiten doch keine Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt. Demnach sind die Anleger weiterhin optimistisch und nehmen an, dass in der kommenden Woche eine Einigung Griechenlands möglich sein könnte. Damit rückt die befürchtete Krise ein wenig aus dem Blickfeld.

Für Anleger, die mittelfristig von einem weiteren Anstieg der Ölpreise profitieren möchten, könnte der Call-Optionsschein auf die WTI Ölsorte (WKN: SG14VF) eine interessante Investmentmöglichkeit darstellen. Mit diesem Optionsschein können Anleger überproportional an der positiven Kursentwicklung des Basiswertes partizipieren. Im Gegenzug nimmt der Anleger aber auch gehebelt an einer negativen Kursentwicklung des Basiswertes teil und trägt zudem das Risiko eines wertlosen Verfalls des Call-Optionsscheins. Am Fälligkeitstag (24.05.2016) erhält der Anleger als Auszahlungsbetrag den Settlement- Preis des Juni-2016-WTI Future-Kontrakts vom 17.05.2016, bereinigt um den EUR/USD-Wechselkurs. Liegt der Referenzpreis auf oder unter dem Basispreis von 115,00 US-Dollar, erfolgt keine Zahlung und der Call-Optionsschein verfällt wertlos. Sollte der Referenzpreis am Finalen Bewertungstag jedoch über dem Basispreis liegen, entsteht dem Anleger nur dann ein Verlust, wenn der Auszahlungsbetrag geringer ist als der gezahlte Kaufpreis für den Optionsschein. Weiterhin ist zu beachten, dass der Anleger während der Laufzeit keine laufenden Erträge erhält und das Währungsrisiko nicht ausgeschlossen ist. Eine Schwäche des US-Dollar würde sich somit negativ, eine Stärke dagegen positiv auf die Performance des in Euro notierenden Optionsscheins auswirken.

Ein Gastkommentar der Société Générale.


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