„Wir“ Privatanleger machen den aktuellen Aufschwung nicht mit

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Da haben wir es wieder einmal. „Uns“ Börse ist doof. Ja, weil wir alle den Aufschwung nicht mitmachen. Sagt der aktuelle DZ- Anlegerindikator. Und er hat wohl Recht…

Tja, so ist das, jeder kann sich da mal selbst hinterfragen: Obwohl der Deutsche Aktienindex gerade die stärkste Jahresanfangsrally in seiner Geschichte vollzieht, ist die Stimmung der Privatanleger nahezu am Tiefpunkt. Aktuell beurteilen diese die

weitere Entwicklung an den Börsen ähnlich pessimistisch wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Dies zeigt der jüngste DZ BANK Anlegerindikator, für den TNS Infratest repräsentativ über 1000 Privatanleger befragt hat. Aber es kommt noch besser:

Erstmals seit Januar 2009 erwarten dabei wieder mehr Privatanleger fallende als steigende Aktienkurse in den kommenden sechs Monaten. Deshalb erhöht der aktuelle Börsenaufschwung auch nicht das Interesse an Aktien. Rund 40 Prozent der Anleger würden derzeit eher Gold kaufen. Und weiter:

„Konkret rechnen zurzeit nur noch 27 Prozent der Privatanleger damit, dass die Kurse an den Aktienmärkten in den kommenden sechs Monaten steigen werden. Damit ist die Zahl der Optimisten auf den zweitniedrigsten Stand gefallen, den die DZ BANK im Rahmen der seit Februar 2008 regelmäßig durchgeführten Umfrage ermittelt hat. Im August 2011 hatten noch 40 Prozent der Investoren mit steigenden Kursen gerechnet, und vor genau einem Jahr war es sogar noch rund die Hälfte der Befragten gewesen. Der Anteil der Pessimisten ist dagegen bereits im August von zuvor 18 auf 30 Prozent gestiegen und stagniert in der jetzigen Erhebung auf diesem auch im längerfristigen Vergleich sehr hohen Niveau“. Das wiederum sagt mir:

Da könnte an der Börse wirklich nun was gehen, wenn ALLE pessimistisch sind, dann haben wir keine Euphorie-Kurse sondern vielmehr Kaufkurse… Jetzt kommt dann das blöde „aber“ – diese vielen vernünftigen Gründe wie EU-Schuldenkrise und so..

Aber mal ehrlich: Mit so nem bisschen Stop-Loss arbeiten und Rendite machen? Solle doch klappen. Da gibt Aktien mit einem KGV von unter 6 und dergleichen. Mann, da müsste doch was gehen. Aber, die Jungs von der DZ holen mich dann wieder aus meinen gedanklichen 8000er-DAX-Stürmen runter:

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Privatanleger die aktuelle Hausse an den Aktienmärkten nicht als nachhaltig betrachten. Gründe dafür sind die ungelöste europäische Schuldenkrise, das unsichere wirtschaftliche Umfeld und die Kursverluste im Vorjahr“,sagt Peter Schirmbeck, Leiter Privatkundengeschäft der DZ BANK.

Stattdessen setzen die Privatanleger sehr stark auf Sachwerte. Den Kauf von „Edelmetallen wie Gold“ erwägen aktuell 38 Prozent der Befragten. Damit liegen Goldinvestments in der Beliebtheitsskala auf dem zweiten Platz. Dies verdeutlicht, dass die Anleger das Edelmetall trotz des historisch sehr hohen Preisniveaus und der starken Preisschwankungen in den vergangenen Monaten unverändert als sicheren Hafen betrachten. Das wird den Kollegen Goldfinger freuen…

Ach ja, just Info: Die Daten für die DZ-Studie wurden in der Zeit vom 27. Januar bis 2. Februar 2012 im Rahmen einer telefonischen Umfrage von TNS Infratest erhoben. Die Stichprobe von 1029 ist repräsentativ für anlage-affine Personen in der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren.


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    Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird heute eine Staatsanleihe mit null Prozent Zinsen an den Start gebracht. Die zweijährige Anleihe soll fünf Milliarden einbringen, ein Kredit zum Nulltarif für den deutschen Staat. Bis zum Au…

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