HSH Nordbank: Provinzposse um Big Money – Strafanzeige gegen Vorstand

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Die angeschlagene HSH Nordbank wird von Woche zu Woche stärker zu einer Provinzposse um Big Money. Über die ganzen Hintergründe gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Schön zusammengefasst wurde das ganze Debakel heute beim Handelsblatt: HSH: Norddeutsche Schiefebene. Aber es gibt schon wieder neue Entwicklungen. Nachdem gestern noch der COO Frank Roth beurlaubt wurde, will die Konzernführung nun einen Schritt weiter gehen. Auf der Website der Bank heißt es heute:

Die HSH Nordbank AG wird gegen Frank Roth, Vorstandsmitglied der HSH Nordbank, Strafanzeige erstatten.
Die Strafanzeige ist derzeit in Vorbereitung und wird noch heute an die Staatsanwaltschaft Kiel gehen.Es besteht – nach den der Bank vorliegenden Erkenntnissen – ein hinreichender Anfangsverdacht, dass Frank Roth dritten Personen streng vertrauliche, interne Strategieunterlagen der HSH Nordbank zugänglich gemacht hat. Das unbefugte Offenbaren von Geschäftsgeheimnissen ist nach § 404 Aktiengesetz strafbar.
Die Verletzung der Geheimhaltungspflicht wird nur auf Antrag der betroffenen Gesellschaft verfolgt. Der Präsidialausschuss hat beschlossen, von diesem Antragsrecht Gebrauch zu machen und die Strafverfolgung in die Hände der zuständigen Behörde zu legen.

Damit scheint der Zusammenhang mit dem stern-Bericht zu den Schwächen im Risikomanagement fast schon bewiesen. Das Magazin hatte am Dienstag aus einem internen Papier der Bank zitiert, wonach der Aufsichtsrat bereits im April 2008 vor “Prozessschwächen”, die “zu operationellen Schäden” führten, gewarnt worden war. Das Verhalten der HSH Nordbank zeigt, dass man Roth für die Weitergabe der internen Unterlagen verantwortlich macht. Erstaunlich daran ist, dass erneut die Ursachen des Ganzen nicht angegangen werden. Stattdessen wird versucht einen Sündenbock nach dem anderen zu schlachten.

Bei Spiegel-Online erklärt der Hamburger SPD-Finanzpolitiker Peter Tschentscher, dass die mutmaßlichen Hintergründe für Roths Beurlaubung ein weiterer Beleg dafür seien, „dass Aufsichtsrat und Anteilseigner die entscheidenden Fragen der Bank weder im Blick noch im Griff haben“. Die SPD in Hamburg wird aber nicht allzu laut aufmucken, denn in Schleswig-Holstein, sitzt sie in der Großen Koalition und ist damit mitverantwortlich. Die CDU stellt in beiden Bundesländern den Regierungschef. Bleibt als Unbeteiligte noch die FDP, aber deren Aufbegehren ist kaum wahrnehmbar. Wenngleich der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfang Kubicki schon personelle Konsequenzen gefordert hat.


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