Balda: Und nun?

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Der Balda Aufsichtsrat bleibt im Amt, allerdings wird sich Octavian wohl kaum so schnell geschlagen geben und das Aufsichtsgremium des Unternehmens aus Bad Oeynhausen weiter herausfordern. Spannung ist damit auch weiterhin beim kleinen SDAX-Unternehmen garantiert. In 2011 war die Aktie ja heftig abgeschmiert. Von knapp 10 Euro auf 3 Euro in den Keller. Und jetzt…?

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Bielefeld ging es beim ostwestfälischen Medizintechnikhersteller Balda hoch her. Es klingt schon fast etwas poetisch, dass dabei der kleine deutsche Mittelständler gegen die große amerikanische Heuschrecke in den Kampf zieht. Octavian, ein US-amerikanischer Hedgefonds, der nach eigener Aussage 8,3 Prozent an Balda hält, konnte sich allerdings nicht mit seinem Vorhaben durchsetzen den gesamten Balda-Aufsichtsrat abzuwählen. Nach elf Stunden voller Diskussionen stand das Ergebnis am Ende fest, bei dem zwei Drittel des anwesenden Kapitals die Abwahl des Aufsichtsrats ablehnten.

Der Finanzinvestor sieht bei dem aktuellen Aufsichtsrat einen Interessenskonflikt. Bisher scheiterte der Verkauf des restlichen Balda-Anteils von 16,1 Prozent am Touchscreen-Hersteller TPK, unter anderem auch Lieferant für Apple, am Veto des Aufsichtsrats. TPK gehört dem taiwanesischen Geschäftsmann Michael Chiang, dessen Frau über die Firma Return Yield Investment 27,1 Prozent an Balda hält. „Die Wahrheit ist, dass diverse Entscheidungen in den letzten Monaten zu Lasten der Balda-Aktionäre und zum Wohle von TPK und Michael Chiang getroffen wurden“, bekräftigte Octavian-Geschäftsführer Igor Kuzniar seine Vorwürfe gegenüber dem Balda-Aufsichtsrat. Octavian selbst beziffert die für sich selbst entgangenen Gewinne durch den nicht getätigten Verkauf von TPK auf 350 Mio. Euro.

Abgesehen von dem Streit zwischen dem Aufsichtsrat und einigen Aktionären hatte Balda zuletzt auch mit schwachen Geschäftszahlen zu kämpfen. Beim letzten Zwischenbericht für das Geschäft in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 wurden durch die Bank schwächere Ergebnisse präsentiert als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Auch am Aktienmarkt war das Jahr 2011 für Balda zum vergessen. Von einem zwischenzeitlichen Hoch im Frühjahr bei 9,95 Euro rauschte der Kurs auf 3 Euro nach unten. Seit Ende des Jahres befindet sich das Papier allerdings auf einem deutlichen Erholungskurs, angetrieben teilweise auch durch die Aussicht auf den Verkauf des Filetstückes TPK.

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Quelle: comdirect

Mal ehrlich. Was ist los bei Balda? Ds gibt es ja kaum Anlystenmeinungen zu diesem Papier. Auf finanzen.net seit Ende März 2011 immer nur ein „buy“ von First Berlin Equity Research – und das bis heute. Obwohl die Aktie sensationell gen Süden geflogen ist. Schauen wir kurz auf die Indikatoren. GD20, GD100 und GD200 unterschritten, Bollinger Bänder negativ. Lediglich der Trend beim Momentum ist ok. Und kann ein „buy“…? Na….

  

  

  

  


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