Gerresheimer: Ergebnisse gut, aber nicht gut genug?

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Gerresheimer kann gut laufende Geschäfte verkünden, allerdings reicht das den Anlegern offensichtlich nicht, weil der Ausblick relativ verhalten ist. Doch für den Kurssturz könnten auch einfach die Gewinnmitnahmen verantwortlich sein.

Das Unternehmen aus Düsseldorf ist ein weltweit führender Anbieter von Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff. Dabei beliefert man hauptsächlich die internationale Pharma- und Healthcare-Industrie, was etwa 80 Prozent des Umsatzes ausmacht. Etwas mehr als 10 Prozent des Umsatzes wird mit der Belieferung der Kosmetik-Industrie erzielt. Die Belieferung der anderen Branchen wie die Nahrungsmittel-, Getränke- und Automobilindustrie macht zusammen weniger als 10 Prozent des Umsatzes aus. Das MDAX-Unternehmen beschäftigt in 45 Standorten weltweit insgesamt etwa 10.000 Mitarbeiter.

Bei der heutigen Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr konnte Gerresheimer durchaus überzeugen. Der Umsatz wurde im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent auf 1,09 Mrd. Euro gesteigert. Wenn man konstante Wechselkurse heranzieht, dann betrug das Umsatzwachstum 7,8 Prozent. Beim operativen Ergebnis (Adjusted EBITDA) gab es im Geschäftsjahr 2011 eine Steigerung um 6,3 Prozent auf 217,3 Mio. Euro, wodurch mit 19,9 Prozent etwa die gleiche operative Marge (Adjusted EBITDA-Marge) erreicht wurde (Vorjahr: 20 Prozent). Noch bessere Wachstumsraten wurden beim Konzernergebnis erzielt, welches um 16,5 Prozent auf 54,4 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Somit wurde das Ergebnis je Aktie von 1,38 Euro aus dem vorangegangenen Jahr auf 1,61 Euro in 2011 verbessert. Laut Unternehmensangaben war vor allem das Kerngeschäft mit den pharmazeutischen Primärverpackungen und Medical Devices aus Glas und Kunststoff für das gute Ergebnis verantwortlich.

Für das laufende Geschäftsjahr geht Gerresheimer von einem Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen von 5 bis 6 Prozent aus und einer operativen Marge von 19,5 Prozent. Das Wachstum soll mit Hilfe des Kerngeschäfts und mit einem Ausbau der Tätigkeiten in den Emerging Markets generiert werden. „In 2012 wollen wir weiter wachsen, vor allem mit Produkten zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten. Außerdem werden wir unser Geschäft in den Schwellenländern weiter ausbauen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gerresheimer AG Uwe Röhrhoff bei der Bekanntgabe der Zahlen.

Angesichts der sehr guten Ergebnisse für das vergangene Jahr wurden die Anleger mit dem vorsichtigen Ausblick ein wenig enttäuscht und schickten den Aktienkurs von Gerresheimer deutlich ins Minus. Allerdings muss man an dieser Stelle auch festhalten, dass das Papier seit Ende November um fast 30 Prozent zugelegt hat. Die sehr guten Zahlen werden für viele Anleger der Anlass gewesen sein ordentliche Gewinne einzufahren.


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