Deutsche Bank: Krise verwehrt Ackermann einen ruhmreichen Abgang!

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Josef Ackermann, der vielleicht einzige europäische wirkliche Banker, der auch über die europäischen Grenzen hinaus großes Ansehen genießt, konnte heute nicht die erhofften Rekordergebnisse präsentieren. Bei der aktuellen Marktlage war das allerdings auch schon absehbar.

Den Abgang als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank hatte sich Josef Ackermann wahrlich besser vorgestellt. Einst war er angetreten seine zehnjährige Amtszeit bei der deutschen Nummer eins im Bankensektor, mit einem Paukenschlag zu beenden. Es sollte auf das Gesamtjahr gesehen ein Rekordgewinn vor Steuern von 10 Mrd. Euro werden. Aufgrund der Euro-Krise und der aktuellen Marktturbulenzen gab er dieses ambitionierte Ziel schon im Oktober letzten Jahres auf.

Zunächst einmal, schön der Reihe nach: Bei den heute vorgelegten Zahlen wurde für das gesamte Geschäftsjahr 2011 ein Vorsteuergewinn von 5,4 Mrd. Euro verbucht, 36 Prozent mehr als im Jahr 2010. Damit blieb man allerdings deutlich unter den Analystenerwartungen. Beim Nettogewinn blieben am Ende 4,3 Mrd. Euro übrig, immerhin eine Steigerung um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nur muss man dazu anmerken, dass das Ergebnis von 2010 sehr stark durch die Postbank-Übernahme belastet war.

Für das vierte Quartal stand sogar ein Vorsteuerverlust von 351 Mio. Euro, im Gegensatz zu einem Gewinn von 707 Mio. Euro im Schlussquartal 2010. Nur durch eine Steuergutschrift konnte man einen Nettogewinn von 147 Mio. Euro ausweisen. In Q4 2010 waren es noch 601 Mio. Euro. Wie auch bei den jüngsten Berichten US-amerikanischer Banken, war auch bei der größten deutschen Bank das Investmentbanking für das schlechte Abschneiden verantwortlich. Die Institute haben weiterhin mit den durch die Euro-Krise verursachten Markturbulenzen zu kämpfen. Laut Unternehmensangaben drückten vor allem die Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen und Beteiligungen auf das Ergebnis. Aber auch die Rückstellungen für eventuelle Gerichtsverfahren in den USA machten sich stark negativ bemerkbar.

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Quelle. comdirect

Die Anleger in Frankfurt quittierten die deutlich schlechteren Zahlen – als sie zuvor erwartet wurden – mit starken Abschlägen und machten das Papier zum größten Verlierer des Vormittags im DAX. Ackermann selbst, sah dennoch eher das Gute in den Ergebnissen, die Deutsche Bank habe „erneut bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen ansehnliche Ergebnisse erzielen kann.“ Recht hat er…


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