Infineon: Man darf wieder hoffen?

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Es sind aktuell wirklich schwere Zeiten, vor allem für Unternehmen, deren Geschäft stark konjunkturabhängig ist. Doch wenn man bedenkt, dass Infineon einmal kurz vor der Pleite stand und man zudem die aktuelle Konjunkturschwäche miteinbezieht – dann kann man den heute vorgelegten Quartalszahlen einiges an Positivem abgewinnen.

Auch der Chiphersteller bekommt die verschlechterte konjunkturelle Lage zu spüren. Im ersten Geschäftsquartal musste die ehemalige Siemens-Tochter sowohl einen Umsatzrückgang als auch eine Verringerung des Gewinns verbuchen. Besonders schlecht war dabei die Nachfrage in der Industrie.

Somit startete Infineon das Geschäftsjahr 2011/12 mit einem Umsatz von 946 Mio. Euro, was einen Rückgang um fast 10 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutete. Der Gewinn fiel im Quartalsvergleich um etwa ein Viertel auf 96 Mio. Euro. Beim Umsatz hatten Analysten zuvor sogar einen etwas stärkeren Rückgang erwartet, der Gewinn fiel allerdings unter den Erwartungen aus.

Insgesamt kommentierte Vorstandschef Peter Bauer die Ergebnisse positiv: „Infineon ist trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds weiterhin sehr profitabel. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit unserer Strategie, sich auf weniger volatile und profitablere Geschäftsbereiche zu konzentrieren.“ Für das laufende zweite Quartal geht Bauer davon aus, dass sich der Abwärtstrend etwas verlangsamt, so erwartet er einen stagnierenden oder höchstens leicht sinkenden Umsatz.

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Quelle: comdirect

Die Anleger an der Frankfurter Börse freuten diese Zahlen jedenfalls und sie schickten den Kurs der Infineon-Aktie um über 5 Prozent nach oben. Womöglich haben sie sich noch einmal vor Augen geführt, wie schlimm es doch um Infineon stand. Das Unternehmen stand kurz vor der Pleite und konnte jahrelang keine Gewinne einfahren. Doch für das vergangene Jahr konnte man zum ersten Mal seit 10 Jahren eine Dividende, immerhin von 10 Cent je Aktie zahlen. Im Geschäftsjahr 2009/2010 konnte man nach langer Zeit wieder Gewinne vermelden.

Ein jetziger Einstieg könnte sich meiner Ansicht nach aber aufgrund eines 2012er-KGV von 16 als etwas zu teuer erweisen. In Erwartung einer konjunkturellen Erholung erlebte die Infineon-Aktie seit Dezember letzten Jahres einen wahren Kurssprung von fast 30 Prozent. Sollte die konjunkturelle Erholung dann für den weiteren Jahresverlauf doch ausfallen, könnte es genauso schnell auch wieder nach unten gehen. Aber selbst bei einer ordentlichen konjunkturellen Entwicklung ist nicht sicher, dass der steile Anstieg bei der Aktie fortgesetzt wird.


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