Roche: Immer dieser starke Franken…

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Bildquelle: Pressefoto Roche

In etwas anderer Form ist die Euro-Krise daran Schuld, dass der Roche-Gewinn nicht höher ausgefallen ist. Die Stärke des Schweizer Franken, aufgrund seiner Sicherheitsfunktion, drückte auf den Konzernumsatz.

Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche (WKN 855167) legte heute Umsatz- und Gewinnzahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Dabei musste das Unternehmen in 2011 im Vergleich zum vorherigen Jahr einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 42,53 Mrd. Franken verbuchen. Schuld daran war wieder einmal der Schweizer Franken, der in Zeiten der Euro-Krise von Vielen als Sicherheitsanker gesehen wird und deshalb im letzten Jahr deutlich an Wert zugelegt hat. Wenn man die Wechselkurseffekte allerdings herausrechnet, ergibt sich sogar ein leichtes Umsatzplus von 1 Prozent.

Trotz der etwas schwächeren Umsatzzahlen konnte Roche den Gewinn im Vergleich zum Vorjahresergebnis um 7 Prozent auf 9,5 Mrd. Franken steigern. Ohne die Wechselkurseffekte konnte man beim Konzerngewinn sogar um 26 Prozent zulegen. Mit Einsparungen, geringeren Finanzierungskosten und einer geringeren Steuerlast konnte Roche die negativen Währungseinflüsse damit mehr als wettmachen. Die Dividende soll von 6,60 Franken im Vorjahr auf 6,80 Franken erhöht werden.

Jetzt mag man denken, dass die Zahlen ohne einen starken Schweizer Franken besonders gut aussehen würden. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass bei Roche über 80 Prozent der Kosten im Ausland anfallen. Somit bietet die Konzernwährungsstärke eine attraktive Erklärung für schwächere Zahlen, sagt aber bei weitem nicht die ganze Wahrheit über die tatsächliche Performance aus.

Mit diesen, trotz allem, ordentlichen Geschäftsergebnissen können die Schweizer einen erneuten Versuch unternehmen Illumnia zu übernehmen. Illumnia ist ein in der Gensequenzierung führendes Unternehmen von dem sich Roche deutliche Wachstumschancen verspricht, so sagte Roche-Chef Severin Schwan bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen: „Die geplante Übernahme von Illumina wird unsere Position im schnell wachsenden Sequenzierungsmarkt stärken und die Entwicklung von komplexen Biomarken für Forschung und Klinik ermöglichen“. Den Amerikanern liegt bereits ein Überangebot von Roche in Höhe von 44,50 US Dollar pro Aktie vor.

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Quelle: comdirect

Die Roche-Aktie (Inhaber-Aktie nicht Genussschein) selbst wird gerade mit einem 2012er-KGV von knapp 12 bewertet, die Dividendenrendite ist sehr ansehnlich mit 4,55%.

Bildquelle: Pressefoto Roche


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