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Deutsche Wirtschaft nimmt Rohstoff-Versorgung selbst in die Hand – Aufbau der „Allianz zur Rohstoffsicherung“ beginnt

Die deutsche Wirtschaft nimmt die künftige Versorgung mit Rohstoffen selbst in die Hand. Wie der BDI in einer Mitteilung scheibt, hat die „Allianz zur Rohstoffsicherung“ ihre Arbeit aufgenommen. Als Ziel wurde der Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten genannt, wodurch die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen verbessert werden soll. Die Gründungsphase finanzieren zunächst zwölf deutsche Konzerne: Aurubis, BASF, Bayer, BMW, Chemetall, Daimler, Evonik Industries, Georgsmarienhütte Holding, Bosch, Stahl-Holding-Saar, ThyssenKrupp und Wacker Chemie.

„Wir arbeiten gemeinsam an dem Aufbau eines schlagkräftigen Unternehmens, das die Rohstoffsicherheit Deutschlands nachhaltig verbessern soll“, wird BDI-Vizepräsident Ulrich Grillo zitiert.

Die Gründungsphase wird unentgeltlich von der Boston Consulting Group, Egon Zehnder, Hogan Lovells und PricewaterhouseCoopers unterstützt.
„Die Allianz hat den Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten zum Ziel, um so die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen langfristig zu verbessern. Sie steht weiteren Unternehmen offen.“ Der BDI beteiligt sich nicht unmittelbar an der Finanzierung und der operativen Arbeit, wird den Dialog zu der geforderten politischen Flankierung aber aktiv vorantreiben.
Geschäftsführer der Allianz ist Dierk Paskert. Der BDI hat unter Leitung von Grillo das Konzept für die Allianz entwickelt. „Der Fokus des Unternehmens wird auf Rohstoffen liegen, bei denen ausgeprägte Versorgungsrisiken für die deutsche Industrie bestehen“, erklärte der BDI-Vizepräsident.
„Die Rohstoffallianz wird Rohstoffprojekte in einer frühen Projektphase aufgreifen und die Explorationen durchführen, also die Vorkommen erkunden und bewerten, um so Bezugs- und Beteiligungsoptionen für deutsche Unternehmen zu schaffen“, unterstrich Grillo. In spezifischen Fällen soll die Rohstoffallianz auch bei der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen tätig werden.
Vorrangige Aufgaben der Gründungsphase der Rohstoffallianz sind die Klärung organisatorischer und rechtlicher Fragen sowie der Aufbau der Unternehmensstrukturen.

Nachdem politische Initiativen in letzter Zeit eher wenig zielführend waren, sieht sich die deutsche Industrie offenbar genötigt, selbst für die Sicherung der Rohstoffversorgung zu sorgen. Man darf gespannt sein, ob dieser Initiative weitere Unternehmen beitreten und ob die Politik darauf mit mehr Elan und Ehrgeiz reagiert.

Update

Die Politik zeigt sich über das Vorgehen der Wirtschaft zufrieden. Der zuständige Wirtschaftsminister Philipp Rösler lies erklären:

„Die Allianz zur Rohstoffsicherung ist ein wichtiger Meilenstein für die deutsche Wirtschaft, um die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie zu sichern. So werden Arbeitsplätze in Deutschland erhalten. Die Rohstoffallianz unterstreicht die Verantwortung der deutschen Wirtschaft für die Rohstoffversorgung und bildet zusammen mit der Rohstoffstrategie der Bundesregierung eine sehr gute Basis für die weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Wichtig ist, dass die Rohstoffallianz wie vorgesehen auch nach ihrer Gründung für alle interessierten deutschen Unternehmen offen ist.“
Das Bundeswirtschaftsministerium flankiert und unterstützt die Anstrengungen der Wirtschaft zur Sicherung des steigenden Rohstoffbedarfs und zur Diversifizierung der Bezugsquellen. Dazu steht das Förderinstrumentarium des Ministeriums zur Verfügung.
Bundesminister Rösler: „Die Rohstoffpartnerschaften sollen zum besseren Zugang zu Rohstoffen für deutsche Unternehmen beitragen. Ein Abkommen mit der Mongolei wurde bereits im Oktober letzten Jahres unterschrieben, ein weiteres Abkommen werde ich in Kürze mit Kasachstan unterzeichnen.“


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