Klöckner & Co.: 2012er-KGV von 6 – eine gute Einstiegschance?

0

Der Stahlhändler Klöckner hat weiterhin mit der schwachen Konjunktur zu kämpfen, allein das Nordamerika-Geschäft gibt dabei Anlass zur Hoffnung.

Klöckner & Co. SE aus Duisburg ist der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metalldistributor im Gesamtmarkt Europa und Amerika. Der MDAX-Konzern beschäftigt mittlerweile etwas mehr als 11.500 Mitarbeiter. Bei dem Geschäft mit Stahl und Metallen ist der Unternehmenserfolg von Klöckner sehr stark an die jeweilige konjunkturelle Situation geknüpft. Mit etwa 75 Prozent des gesamten Konzernumsatzes ist Europa für Klöckner immer noch der wichtigste Absatzmarkt. Somit musste das Unternehmen besonders im letzten Jahr mit den Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise kämpfen. Aufgrund der schlechteren konjunkturellen Rahmenbedingungen ging die Stahlnachfrage deutlich zurück.

Auch für dieses Jahr sehen die Nachfrageprognosen von Unternehmensseite eher schlecht aus. „Wir richten uns darauf ein, dass die Stahlnachfrage in Europa in diesem Jahr um bis zu 5 Prozent sinkt, es kann aber noch schlimmer kommen. Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt, dass wir in Europa in eine rezessive Phase hineinlaufen“, sagte Vorstandchef Gisbert Rühl in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“. Zwar wird für das Geschäftsjahr 2011 ein Umsatzwachstum von 35 Prozent prognostiziert, im Vergleich zu 5,2 Mrd. Euro im Jahr 2010, allerdings erwartet Rühl „nur noch ein leicht positives Ergebnis oder eine schwarze Null.“

Als Reaktion auf die schwachen Erwartungen an die Geschäfte in Europa plant das Unternehmen ein weiteres Sparprogramm aufzulegen. Dabei soll das Personal laut Rühl um 6 Prozent reduziert werden. Bereits im November konnte man ca. 70 Mio. an Kosten einsparen. Gute Stimmung herrscht dagegen beim Nordamerika-Geschäft, aufgrund der besseren wirtschaftlichen Gegebenheiten erwartet Rühl eine steigende Nachfrage und ein Wachstum für das Unternehmen von mindestens 5 Prozent. Diese positive Entwicklung soll dann auch dafür sorgen, dass 2012 ein positives Gesamtergebnis steht und nach einer Nullrunde in 2011, für 2012 wieder eine Dividende an die Aktionäre ausgezahlt werden kann.

Aufgrund der Euro-Krise und der damit verbundenen Rezessionsängste hatte sich der Aktienkurs von Klöckner im letzten Jahr auf Talfahrt begeben. Nachdem der Kurs an der 25 Euro Marke gekratzt hatte, ging es auf unter 10 Euro zurück. In den letzten Wochen konnte man eine starke Erholung beobachten, da es erste Anzeichen von Besserung auf konjunktureller Seite gegeben hatte, allerdings machten die heutigen Aussagen des Vorstandchefs diese wieder zunichte. Sollte sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf erholen bietet sich mit einem 2012er KGV von 6 eine gute Einstiegsgelegenheit – zumal die Aktie derzeit über 7% verliert.

  

  


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here