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Im Fokus: Nokia bringt Zahlen und schürt Hoffnung – nur auf was?

Es war eines der heutigen Highlights. Die Nokia-Zahlen. Und was dann kam, war eigentlich eine Katastrophe. Auf die große Analyse des Wortes „eigentlich“ komme ich noch.

Die nackten Zahlen: Der Nettogewinn belief sich auf 122 Mio. Euro bzw. 3 Cent pro Aktie, im Vergleich zu 1,22 Mrd. Euro bzw. 32 Cent pro Aktie im Vorjahr. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn bei 10 Cent (Vorjahr: 39 Cent) pro Aktie. Der Umsatz ging um 26,7 Prozent auf 9,28 Mrd. Euro zurück. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten sank um 74,1 Prozent auf 514 Mio. Euro. Wow – das nennt man mal einen Einbruch. Einen der sogar die kühnsten, sprich schlechtesten Erwartungen übertraf. Denn mit diesen Zahle unterbot selbst die bereits pessimistischen Erwartungen.

Jetzt zur Analyse des Wortes „eigentlich“. Eigentlich hätte die Nokia-Aktie auf Kellerfahrt gehen müssen. Denn eigentlich wird so etwas abgestraft. Nicht wenn man einen tollen CEO namens Olli-Pekka Kallasvuo hat, der Unternehmenskommunikation wirklich drauf hat. Der Nokia-Oberste sieht nämlich nach diesem katastrophalen Jahresbeginn die Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt. Man höre und staune. Wenngleich er nicht sagen wollte, ob man in der Branche den Tiefpunkt der Nachfrage erreicht habe. So viel Jesus-Feeling hat er dann doch nicht. Braucht er auch nicht. Denn eigentlich reichten heute ja Sätze wie „der Markt fällt nicht mehr in unkontrollierter Weise“. Klasse – alles wird gut. Wann, das weiß nur keiner…
Aber immerhin: Nokia will im laufenden zweiten Quartal wieder mehr Handys verkaufen. Eigentlich. Müssen sie auch, die Finnen, schließlich ist der eigene Marktanteil gesunken.

Jetzt kommt aber das Tolle an dieser Nokia-Nachricht. Die Aktie stieg heute in der Spitze um mehr als 8%. Frei nach dem Motto „Es könne ja nicht schlimmer werden“. Eigentlich. Denn „Nokia hat sich angesichts der Wirtschaftslage im ersten Quartal gut geschlagen“, sagte der Nokia-Chef. Wohlgemerkt an dieser Stelle einmal gesagt: Nokia hat im ersten Quartal fast ein Fünftel weniger Geräte als in der Vorperiode. Dabei bekamen die Finnen im Schnitt nur noch 65 Euro je Handy. Vor einem Jahr waren es noch 79 Euro gewesen. Eigentlich keine guten Daten. Nicht zu vergessen, dass im wichtigen Bereich der Business-Handys Mitbewerber wie Apple kräftig an der Hausmacht von Nokia rütteln. Deshalb will Nokia auch unter anderem das übliche Konzernhandeln an den Tag legen: Kosten sparen. Durch Schließung von Standorten, Produktionskürzung und Stellenstreichungen.

Ich bin gespannt, wohin die Reise mit den Finnen geht. Ob die Aktie in den nächsten Tagen von diversen Analysten nicht doch einfach abgestuft wird oder nicht. Aber an der Börse wird ja bekanntlich die Zukunft gehandelt. Eigentlich. Daher sind die heutigen Zugewinne verständlich, könnte der eine oder andere nun sagen. Nokia – Connecting People. Eigentlich. Oder doch nicht?


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