Lichter aus in der Solarbranche: Nun auch Q-Cells wohl vor der Pleite…

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Der deutschen Solarbranche geht wohl nun wirklich das Licht aus. Solon und Solar Millennium haben schon im Dezember Insolvenz angemeldet. Jetzt könnte Q-Cells folgen.

Der einstmaligen Vorzeigeindustrie mit den deutschen Solar-Pionieren droht die Fortsetzung der Pleitewelle. Denn das Unternehmen Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen steht vor dem Aus. Es ist aber die gesamte Solar-Branche die zurzeit allerdings mit massiven Problemen zu kämpfen hat.

So wurden über die Jahre erhebliche Überkapazitäten aufgebaut, die für einen enormen Preisverfall gesorgt haben. Ebenso müssen die Unternehmen hierzulande mit der Niedriglohn-Konkurrenz aus China fertig werden. Während dort die staatlichen Subventionen weiterhin sprudeln und es den Herstellern ermöglichen den Weltmarkt über niedrige Preise zu überfluten, werden diese in Europa leicht zurückgefahren. Diese Faktoren werden auch in diesem Jahr für einen weiteren Konsolidierungsdruck in der Solar-Branche sorgen.

Q-Cells, das schon seit einiger Zeit rote Zahlen schreibt, hat sein gesamtes Eigenkapital aufgebraucht. Die Lage verschlimmerte sich nun auch noch dadurch, dass das Landgericht Frankfurt einen Plan zur Stundung von 200 Mio. Euro, die das Unternehmen seinen Gläubigern im Februar zurückzahlen muss, abgewiesen hat. Der Aktienkurs, der sich schon seit einigen Jahren im freien Fall befindet gab noch einmal um etwas mehr als 20 Prozent nach. Somit nähert sich dieser der Marke von 0 Euro weiterhin gefährlich an.

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Für das laufende Geschäftsjahr geht man bei Q-Cells von einem Umsatz von 865 Mio. Euro aus, wobei erneut ein operativer Verlust anstehen soll, nämlich 90 Mio. Euro. Erst 2014 plant man in die Gewinnzone zurückzukehren. Wie soll das denn gehen?

Doch Q-Cells ist nicht alleine im Fokus. Ein weiteres deutsches, in Nöte geratenes Unternehmen aus der Solar-Branche steht womöglich kurz vor seiner Übernahme. Die Berliner Firma Solon stellte im Dezember einen Insolvenzantrag. Nun sollen sich bei dem Insolvenzverwalter einige Interessenten für das erste deutsche börsennotierte Solar-Unternehmen gemeldet haben. Die im Emirat Fudschaira ansässige Firma Microsol scheint vor allem an der Photovoltaiksparte Solons interessiert zu sein. Eine komplette Übernahme soll es allerdings nicht geben….

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Neben Solon stellte auch der Hersteller von Solartermie-Kraftwerken Solar Millennium im Dezember einen Insolvenzantrag. Das Unternehmen, das sogar zu den Gründungsmitgliedern des Wüstengroßprojektes Desertec gehört kommt gar nicht mehr aus den Negativschlagzeilen heraus. Neben der schlechten wirtschaftlichen Performance werden Ermittlungen zum Insiderhandel und Untreue durchgeführt. Ebenso streitet sich das Unternehmen weiterhin mit seinem ehemaligen Vorstandschef Utz Claassen vor Gericht.

Kurz um: Wer „Spannung“ als Anleger braucht, der geht in Solar-Aktien wie Solarworld & Co. derzeit rein, sollte sich aber über sein künftiges Magengeschwür nicht wundern und vielleiccht dafür noch ne Bayer im Depot liegen haben…


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