Market Preview: Viele Analysten, viele unterschiedliche Einschätzungen…

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Wie der DAX musste gestern auch der Dow Jones mit einem kleinen Minus in den Feierabend gehen. Charttechnisch stehen die Ampeln nach Meinung vieler Analysten weiter erst einmal auf grün.

Die Citi fragt heute berechtigt: Heute endlich über 6193? In der Analyse heißt es dann „das bullische Aufwärtstrendverhalten könnte derzeit durchaus stärker sein, aber die Chance, Dynamik zu erzeugen, haben die Käufer zunächst mit dem Scheitern bei 6.193 Punkten verpasst. Aber selbst auf Stundenbasis ist der Aufwärtstrend noch intakt und steigen die Kurse heute über 6.160 Punkte an – wonach es nachbörslich aussah – wären weitere Gewinne bis auf 6.193 und 6.250 Punkte möglich. Gleichzeitig rücken dann auch die übergeordneten Ziele bei 6.341 Punkten und 6.483 Punkten wieder in den Fokus der Marktteilnehmer. Vor allem der Bruch der 6.193iger Kursmarke ist hier trendbestätigend zu werten. „

Die Commerzbank wiederum ist anderer Meinung: DAX in der Konsolidierung..Helaba wiederum berichtet heute: Entweder es gelingt ein Befreiungsschlag und die bereits erwähnte Widerstandsmarkte (6179) wird deutlich übersprungen, oder es kommt zu einer Wendeformation, welche eine deutlichere Korrektur nach sich ziehen würde. In diesem Fall wären die Marken von 5.980 und 5.926 Punkten die ersten Kursziele.

Wichtige Termine heute:

Südzucker Q3-Zahlen
Deutschland Verbraucherpreisindex Dezember endgültig
China Verbraucherpreise Dezember
USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA Einzelhandelsumsatz Dezember, 14:30 Uhr
USA Lagerbestände November, 16 Uhr
EZB Ratssitzung mit Zinsentscheid und PK, 13:45 Uhr


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1 KOMMENTAR

  1. Zur Grundsatzfrage zurück: „Viele Leute, viele Meinungen“ (chinesisches Sprichwort), „viele Köpfe, viele Meinungen“, „Fünf Wirtschaftsweise, viele Meinungen“, „ein Spiel, viele Meinungen“, etc. – also weshalb sollte dies verwundern oder ausgerechnet für Analysten nicht gelten?

    Zur Charttechnik vermag ich aktuell nichts sinnstiftendes Beitragen zu können, zu volatil die Märkte, die Politik und die Lage. Egal ob klassische, technischen Analyse oder Effizienzmarkt-Hypothese oder Candlestick-Chart oder Elliott-Wellen-Theorie oder last not least die Taylor Formel nach Prof. John B. Taylor, alles passt irgendwie ein bisschen – und auch wieder nicht. Allen charttechnischen Analysemodellen ist die Annahme gemeinsam, dass es wiederkehrende, beobachtbare Ereignisse mit jeweils ähnlichen, wahrscheinlichen Zukunftsverläufen gibt. So können – je nachdem, welcher Disziplin ein Chart-Analytiker folgt – bestimmte geometrische Muster oder rein statistische, quantitative Indikatoren als „Richtungsanzeiger“ verwendet werden.

    Die globale Finanzwelt ist im Umbruch und Trendfolgeindikatoren deshalb meiner Ansicht nach nur sehr schwer auszumachen, wenn man wirklich analytisch vorgehen und nicht einfach raten will.

    Also zurück zu den Eckpfeilern und den Kernfragestellungen für das laufende Jahr 2012: Währungs- und Haushaltskonsolidierung, Staatsfinanzierung und Einspareffekte. Italien und Deutschland erlauben sich weiterhin jeweils 2 Billionen Euro Staatsschulden, die von Deutschland insgesamt (bislang) besser verkraftet werden können, weil die deutsche Wirtschaft insgesamt stärker Aufgestellt ist und sich auf schnelle Veränderungen auf den internationalen Märkten (im wesentlichen) besser eingestellt hat (flexible response). Jedoch können starke Schwankungen in der Energieversorgung und auf den Energiemärkten selbst der stark aufgestellten deutschen Wirtschaft erheblich zusetzen.

    War 2011 noch das Jahr der Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle wie Gold, zeichnet sich bereits schon heute in Konturen ab, das 2012 das Jahr der Energie (Öl-, Gas- und Stromversorgung) werden wird. Die italienische Regierung steht 2012 vor dem Balance- und Drahtseilakt zwischen (notwendigen) Investitionen und ebenfalls dringend notwendigen Einspareffekten das richtige Maß zu finden. Aber was jetzt das richtige Maß ist, vermag kein Experte darlegen zu können.

    Die Hauptthemen der – unserer – globalen Finanzwelt für das Jahr 2012 werden sein: ENERGIE, EDELMETALLE, INDUSTRIEMETALLE und AGARROHSTOFFE. Im Jahr 2011 dominierte der gesamte Themenkomplex GOLD und Edelmetalle, Taktgeber war freilich das Gold. Viele Analysten – ich eingeschlossen – gehen für das Jahr 2012 nur noch von einer moderaten Preisentwicklung des Goldes aus und stehen den dominanten Schwerpunkt in den Themenfeldern ENERGIE, insbesondere Öl-, Gas- und Stromgewinnung und einen weiteren damit verbundenen spürbaren Preisanstieg. Dies dürfte sich auf weiter ansteigende Unternehmenswerte und Aktien unmittelbar beziehen, die von der Entwicklung auf dem Rohölmarkt partizipieren. Zugleich dürfte sich dies selbstverständlich auch auf Unternehmenstitel beziehen, der Produktion vom Rohölpreis abhängig ist. Zudem werden eine ganze Reihe von unternehmerischen Entscheidungen, Planspiele, Aktionärsvereinbarungen und Beteiligungsgeschäfte in der Energiebranche erwartet (so wird der größte deutsche Energiekonzern E.ON nach Brasilien expandieren um dort zum größten privaten Energieversorger des Landes aufsteigen). Deutschland ist für Energiekonzerne spätestens seit der Ankündigung des Atomausstiegs kein Wachstumsmarkt mehr, rumort es bereits hinter vorgehaltener Hand in dieser Branche.

    Sandro Valecchi, Analyst, 10555 Berlin

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