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Kleine Presseschau vom 16. Dezember 2011

Interessantes zum Marktumfeld und aus der Wirtschaft

Handelsblatt: IWF zeichnet Horrorszenario für die Weltwirtschaft

FTD: Fiskalunion: EU kuscht vor den Briten

Handelsblatt: Montis Sparkurs erhält das Vertrauen im Parlament

Gaertner’s Blog: Dem Euro droht eine bittere Beerdigung

FAZ: Sarasin-Chefvolkswirt: „Bei einem Euro-Zerfall gibt es für Anleger kein Verstecken“

Volxwirtschaft: Merkels Märchen und Draghis Drache

FTD: Schwellenländer stemmen sich gegen Krisensog

Unternehmen, Aktien und Anlagen im Fokus

Ralf Drescher: Anlagestrategie: Citigroup ruft Anleger zu den „Waffen“

ARD-Börse: China-Rabatte bei BMW und Daimler

FTD: Volkswagen wächst schneller als Weltmarkt

Börse-Online: SAP drängt bei Mammut-Zukauf

FTD: Konzernumbau: Deutsche Bank hofft auf Milliarden

Wirtschaftblatt: Pecik lässt bei Telekom Austria die Muskeln spielen

FTD: Crédit Agricole beginnt mit dem Ausmisten

manager magazin: Kapitalerhöhung: Unicredit hofft auf Hilfe aus Libyen

Handelsblatt: RIM im Abschwung: Blackberry-Niedergang zwingt Chefs zu Nullrunde

ARD-Börse: RIM: Vom Kultstatus zum Ladenhüter?

Basic Thinking Blog: 1 Milliarde beim Börsengang: Zynga verfehlt die Erwartungen ohne zu enttäuschen

FAZ: Zynga an der Börse – „Mafia Wars“-Entwickler streichen eine Milliarde ein

Björn Junker: Der unterschätzte Rohstoff: Silber, längst nicht nur ein Schmuckstück

Rott & Meyer: Vorsicht! Scharfschützen!


1 Kommentar zu Kleine Presseschau vom 16. Dezember 2011

  1. Sandro Valecchi // 16. Dezember 2011 um 17:32 //

    Zusammengefasst stehen die Vorzeichen auf Konsolidierung, ein für mich jedenfalls überaus wichtiges Vorzeichen in Richtung Stabilität und Generierung neuen Vertrauens an den Märkten. What appears to be needed urgently is a period of consolidation – ist meine Botschaft und mein Wunsch zum Ausklang des überaus turbulenten Jahres 2011.

    FTD: Crédit Agricole beginnt mit dem Ausmisten und FTD: Konzernumbau: Deutsche Bank hofft auf Milliarden bedeutet für mich in erster Linie Portfolio-Bereinigung (wenn nicht jetzt, wann dann?) und zwingend notwendige Umstrukturierungsmaßnahmen: I`m talking about working capital optimization, positive portfolio streamlining and optimization of core business.

    Stichwort „Kerngeschäft“ und Banking in der Tradition als Dienstleiter der Realwirtschaft. Die Realwirtschaft steht deutlich besser da, als von vielen Analysten derzeit zugestanden wird, zu sehr scheinen viele Gefangene der global wirkenden Paralyse zu sein. Es ist nicht nur viel Geld in den Märkten, sondern es wird auch investiert: FAZ: Zynga an der Börse – „Mafia Wars“-Entwickler streichen eine Milliarde ein – wäre zwar jetzt nicht gerade meine Geschmacksrichtung, das Resultat kann sich allerdings meiner Ansicht nach durchaus sehen lassen, wenn gleich andere sogar noch mehr erwarteten: Basic Thinking Blog: 1 Milliarde beim Börsengang: Zynga verfehlt die Erwartungen ohne zu enttäuschen.

    Banker sind jetzt gefordert und müssen zeigen, was Sie können. Basel III steht vor der Tür, viele jammern über die hohe Hürde von 9% harten Kernkapital (es waren bekanntlich mal 4%) – freilich nach Abzug aller Abschreibungen. Auch für die international aufgestellte Commerzbank wird es nicht mehr geben, als der staatliche Sonderbonus „Einstufung als Systemrelevant.“ Der Pflichtaufgabe, Portfoliobereinigung, hat sich die Commerzbank allerdings gestellt: “The volume of lending contracted; to some extent, this was quite deliberate due to our active clean-up of the loan portfolio; at the same time, though, it was also involuntary because of the low dollar and companies‘ weak investment activity.”

    FTD: Volkswagen wächst schneller als Weltmarkt – ist zwar sehr grob formuliert richtig, bei solchen Werten wie Volkswagen AG bedarf es allerdings einer umfassenden, systemischen Chancen-Risiken-Analyse, die in speziellen Fachblogs für Trader und Analysten auf Einzelwerte fokussiert sind. Wachstum ja, aber um welchen Preis? Kampf- und Superbilligpreis für VW Passat auf US-Markt (zum Lupo-Preis) muss durch Gewinne in Europa gegenfinanziert werden; neues Kleinwagen-Modell „uf“ kann ähnlich problematisch im Vertrieb werden, wie der Lupo. China droht – zunächst mit hohen Einfuhrzöllen auf US-Fabrikate und wird in dieser Richtung geopolitisch Politik betreiben, wovon deutsche Produzenten und Fabrikate auch betroffen sein werden. Zuviel FTD vernebelt die Sinne.

    Durch die Nebelwände düst auch die Lufthansa AG und setzt mit ihrem Programm „climb“ Richtung 2012 sowohl auf Konsolidierung, wie Teil-Umstrukturierung mit radikalen Einsparschritten. Für die Deutsche Lufthansa AG gilt freilich auch die Einzelbewertung und Einzelanalyse, allerdings meinen viele Analysten, dass der Vorstand des LH-Konzern viel zu lange abgewartet und auch „Schönwetter“ gehofft hatte, eine trügerische und gefährliche Fehleinschätzung, die Maschine, Crew und Passagiere in höchste Gefahr bringen kann. Der Vorstandsvorsitzende erweckt in Fachkreisen den Eindruck der „Beratungsresistenz“, was in dieser Branche verheerend sein kann (30. November 2011: die drittgrößte US-Fluggesellschaft American Airlines hat nach hohen Verlusten Insolvenz angemeldet.) Zwischenzeitlich wählt der Vorstand formulieren, dass Einsparungen auch am Personal nicht vorbeigehen können. Über eins sollte sich der Konzernlenker (Beratungsresistent hin – oder her) im Klaren sein: Im Fall eines Falles (worste case), den wir alle nicht hoffen oder wünschen, wird er von der Bundesregierung nicht den Bonus „systemrelevante Luftverkehrsgesellschaft“ bekommen können.

    FAZ: Sarasin-Chefvolkswirt: „Bei einem Euro-Zerfall gibt es für Anleger kein Verstecken“ – das Thema bleibt uns nicht erspart, aber ein Beitrag des Schweizer Fernsehens von Reto Lipp scheint mir den Nagel auf den Kopf zu treffen: „Vermutlich die einzige Möglichkeit, kurzfristig die Situation zu entschärfen, wäre ein massives Eingreifen der Europäischen Zentralbank. Noch immer schließen die Deutschen eine Intervention aus. Dabei zeigt gerade die Schweizerische Notenbank, dass man mit einem beherzten, realistischen Eingriff, der an den Märkten als glaubwürdig eingeschätzt wird, auch ohne sehr große Risiken, die Situation etwas beruhigen kann (Zitat Ende).“

    Schließen wir jetzt ab mit einem kurzem Blick in Richtung Derivate, insbesondere Gold und geschätzte, wertgeschätzte, überschätze und unterschätze Rohstoffe: Ich sage dazu nur: BUDDELN! Bergbauunternehmen wie die kanadische Thompson Creek Metals Company Inc. sind weiter auf Wachstumskurs und generieren frisches Kapital, um mit der Erschließung und Verarbeitung von Gold- und Kupfervorkommen zu expandieren. Für die Kapitalisierung erhält der Investor von Thompson Creek Metals einen bestimmten Prozentsatz vom Erlös, der beim neusten Projekt im Jahr 2013 erwartet wird. Was die Kursbestimmung der Gold-Unze angeht, meine ich eine gefühlte Stopp-Loss-Marke bei etwa 1.600,00 zu sehen, im Jahr 2012 sollte die magische 2.000,00-Marke geknackt werden, nicht etwa nur wegen der subjektiv gefühlten Verunsicherung und einen Vertrauensschwund in den USD und den Euro, sondern – ganz pragmatisch – weil die Projekt- und Fonds-Manager kräftig Gold in das Portfolio „beimischen“ werden. Schluss mit „Zombie-Fonds.“

    Sandro Valecchi, 10555 Berlin
    Begriffserklärung: Unter Zombie-Fonds versteht man Produkte, die die Anbieter trotz fehlender Aussicht auf Rendite und entsprechende Erfolgsbeteiligung aufrecht erhalten, um weiterhin Managementgebühren zu generieren.

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