Im Fokus E.ON: Nachholbedarf (in 2012)?

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Dieser Tage Aktionär bei Deutschlands großen Energieversorgern zu sein, macht nur bedingt Spaß. Denn neben der allgemein sehr angespannten Börsenlage sind es in dieser Branche auch fundamentale und politische Aspekte, die einem den Blick ins Depot vermiesen könnten – den Blick auf den Chart dann sowieso. Die proklamierte deutsche Energiewende frisst nämlich augenscheinlich den Gewinn der Versorger auf. Jüngstes und zugleich auch sehr eindrucksvolles Beispiel ist E.ON.

Die Düsseldorfer mussten Anfang November ihren Anteilsinhabern eingestehen, dass dem Energiekonzern nach dem Atomausstieg die Gewinne wegbrechen, da aufgrund der Abschaltung mehrerer Kernkraftwerke und auch wegen eines schwächeren Gashandelsgeschäfts im bisherigen Geschäftsjahr die Einnahmen fehlen. Zudem sind Milliardenkosten entstanden. Die Geschäftsentwicklung des Energieversorgers liege aber, so der Konzern, nach neun Monaten im Rahmen der Erwartungen.

Konzernangaben zufolge lag der Umsatz im Neunmonatszeitraum mit 77,51 Mrd. Euro um 21 Prozent über den Wert des Vorjahres. Das Adjusted EBITDA lag hingegen mit rund 6,55 Mrd. Euro 39 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der bereinigte Konzernüberschuss lag zum Ende des dritten Quartals bei 1,59 Mrd. Euro und düstere 64 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet E.ON weiterhin aber ein Adjusted EBITDA zwischen 9,1 und 9,8 Mrd. Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss zwischen 2,1 und 2,6 Mrd. Euro. Soweit die nackten Zahlen.

E.ON – ein Aktie der Vergangenheit? Eher nicht. Versorger sind und bleiben wohl vergleichsweise solide Langzeit-Anlagen. Energie ist schließlich eines der (Börsen-)Themen der nächsten Jahrzehnte. Da könnte es eigentlich sinnvoll sein, einen deutschen Versorger im Depot zu haben. Es könnte weitere gute fundamentale Gründe für ein E.ON-Engagement geben:

E.ON selbst will sich – gerade wegen der jüngsten Entwicklung in der deutschen Energiepolitik – für die Zukunft rüsten. Man will gegen den Gewinnrückgang angehen und ein Sparprogramm durchbringen. Konkrete Pläne dazu sollen im Dezember beschlossen werden. Der Konzern bestätigte auch Dividendenpläne, die für 2011 eine Ausschüttung von 1 Euro je Aktie vorsehen. Eine attraktive Dividendenrendite – ein gutes Argument. Für 2012 steht eine Rendite von über 6% im Raum (Quelle: Bloomberg). Auch das geschätzte 2012er-KGV von knapp über 10 ist durchaus interessant genug, um über ein E.ON-Engagement nachzudenken, anstatt die Aktie zu verteufeln.

In wie weit es für einen Anleger entscheidend ist, dass E.ON nun Verfassungsbeschwerde gegen Atomausstieg eingelegt hat, muss jeder selbst entscheiden. Mit der Klage soll der Anspruch auf Schadensersatz geklärt werden, den der Sprecher auf einen „hohen einstelligen Milliardenbetrag“ bezifferte. „Der starke Eingriff in das grundgesetzlich geschützte Eigentum sowie die Berufs- und Gewerbefreiheit ist aus unserer Sicht ohne entsprechende Entschädigung verfassungswidrig“, erklärte der Konzern hierzu.

Aus rein charttechnischer Betrachtung ergibt sich bei E.ON aktuell folgendes Bild: Mitte September war die E.ON-Aktie mit 12,50 Euro noch auf den tiefsten Stand seit April 2003 zurückgefallen und hatte sich damit gegenüber ihrem Jahreshoch von Ende Januar (25,535 Euro) mehr als halbiert. Seitdem konnte sich der DAX®-Titel aber deutlich erholen und einen kurzfristigen Aufwärtstrend ausbilden, welcher trotz der seit Mitte Oktober laufenden Konsolidierung weiter intakt ist. Das Papier hält sich über wichtigen Gleitenden Durchschnitten. Sollte die Aktie die Zone um 18/18,50 Euro nachhaltig übersteigen, wären die nächsten Kursziele im Bereich 19 Euro zu sehen. Darüber wiederum die Zone um 20 Euro, die als eine markante Widerstandszone anzusehen ist. Über ihr würde sich weiteres Potenzial ergeben.

Spekulative Anleger könnten daher auf steigende Kurse des E.ON-Papiers mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DE6CJH) setzen, dessen Hebel derzeit bei 3,29 und die Knock-Out-Schwelle bei 12,35 Euro liegen würde. Wer jedoch der Meinung ist, die E.ON-Aktie könnte unter den GD100 sacken und damit auch unterhalb des Tiefs der aktuellen Konsolidierung vom 10. November (16,06 Euro), könnte dann aufgrund der massiv eingetrübten Charttechnik in einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DE5RC7; Hebel 2,25 und Knock-Out-Schwelle bei 22 Euro) investieren.

Stand: 23.11.2011/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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