Im Fokus Siemens: War es das nun mit dem Aufschwung?

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„Innovative Technik und umfassendes Know-how“ – mit diesem Slogan präsentiert sich Siemens auf seiner Homepage. Wenn man weiterliest, erfährt man, dass weltweit rund 336.000 Mitarbeiter Systeme und Anlagen entwickeln, fertigen und der Konzern so maßgeschneiderte Lösungen anbieten kann. Klingt nach einem erfolgreichen Konzern, zumal man mit „seinen Aktivitäten auf den Gebieten Industrie, Energie und Gesundheit ein weltweit führendes Unternehmen“ ist.

Und genau dieser deutsche Mischkonzern hat jüngst seiner Anlegerschaft und der gesamten Börsianer-Welt seine Ergebnisse für das abgelaufene Fiskaljahr 2010 offeriert und einen Ausblick gegeben. Leider war beides aus Sicht mancher Experten und Marktteilnehmer nur mäßig. Dementsprechend konnte man am nächsten Tag in den Wirtschaftszeitungen schon Überschriften wie „Siemens beendet seinen Aufschwung“ lesen. Da stellt sich die Frage, ob hier nicht etwas übertrieben wird. Schauen wir uns die Zahlen genauer an:

Das Ergebnis kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten um fast zwei Drittel auf 7 Mrd. Euro. Während die Umsätze im fortgeführten Geschäft um sieben Prozent auf 73,5 Milliarden Euro stiegen, erhöhte sich der Auftragseingang um 16 Prozent auf 85,6 Milliarden Euro.

Seitens der Konzernführung wurden die Zahlen wie folgt kommentiert: „Mit einem starken vierten Quartal haben wir in einem unruhigen wirtschaftlichen Umfeld das Geschäftsjahr 2010 mit einem operativen Rekordergebnis beendet. Mit unserer neuen Aufstellung in vier Sektoren haben wir uns noch enger an unseren Kunden ausgerichtet. Siemens hat ein starkes Portfolio und steht auch in unruhigen Zeiten für Stabilität und Vertrauen. Wir sind gut gerüstet für ein moderates Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2012 und das mittelfristige Überschreiten der 100-Milliarden-Euro-Schwelle.“

Das klingt augenscheinlich gut. Doch eines sollte man auch wissen: Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten von 7 Mrd. Euro enthält einen Sonderertrag von 1 Mrd. Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Atom-Gemeinschaftsunternehmen Areva. Und das wiederum rechnen viele Analysten wohl raus, wenn es um die Zahlen geht. Ebenso musste Siemens leider eingestehen, dass man das Ziel, schneller als die Wettbewerber zu wachsen, nicht erreicht habe. Die Münchner kamen im letzten Geschäftsjahr auf einen Wert von 6,6%, während beispielsweise General Electric oder ABB auf knapp 10% an Wachstums-Quote aufwiesen.

Ein weiterer Punkt: „Das moderate Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2012“ ist eine Formulierung, welche darauf hinweisen könnte, dass Siemens im nächsten Jahr nicht mehr die Ertragsdynamik haben könnte wie bisher. Wenn man zudem bedenkt, dass Siemens-Mitbewerber wie der große US-Konkurrent General Electric sich auch schon etwas verhaltener für 2012 geäußert haben – ist dann vielleicht für den Anleger bei einem Siemens-Engagement Vorsicht geboten? Zumindest in Sachen Dividende ist vorerst noch alles in Ordnung. Für das abgelaufene Fiskaljahr will der Konzern diese auf 3,00 Euro je Aktie anheben, nachdem im Vorjahreszeitraum 2,70 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet worden waren (Quelle: Bloomberg).

Die Frage kann dagegen seitens der Charttechnik nur bedingt klar beantwortet werden. Mit Kursen oberhalb von 70 Euro hält sich das Papier oberhalb der kurzfristigen Aufwärtstrendgerade und könnte nun im Zuge eines positiven Gesamtmarktes wieder in Richtung 80 Euro klettern. Wichtig wäre hierfür aber, dass es zu keinen ernsthaften Rücksetzern unter den kurzfristigen Gleitenden Durchschnitt kommt. Würde das Hoch von Ende Oktober bei 79,34 Euro nachhaltig genommen werden, würde sich weiteres Potenzial bis zum Tief der März-Korrektur (84,53 Euro) und zur 200-Tage-Linie (85,49 Euro) aufbauen. Spekulative Anleger könnten daher auf steigende Kurse des Siemens-Papiers mit einem Wave XXL Call der Deutschen Bank (WKN: DB3MT4) setzen, dessen Hebel derzeit bei 2,95 und die Knock-Out-Schwelle bei 50,70 Euro liegen würde.

Jedoch sollte man ebenfalls bedenken, dass die Siemens-Aktie nach unten zwar im Bereich der 70-Euro-Marke über eine solide Haltezone verfügt, es aber bei einem nachhaltigen Fall darunter durchaus nochmals zu deutlich nachgebenden Notierungen kommen könnte. Anleger könnten auf dieses Szenario wiederum mit einem Wave XXL Put der Deutschen Bank (WKN: DE7HDQ; Hebel 2,71; Knock-Out-Schwelle bei 99,45 Euro) setzen.

Stand: 16.11.2011/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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