Lediglich ein kurzes Aufatmen

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Juhuuuuu! Der Euro ist gerettet! Wieder einmal haben die Politiker historische Entscheidungen zur Lösung der europäischen Schuldenkrise verkündet. Der Haircut von 50 Prozent für griechische Staatsanleihen soll die Verschuldung des Landes bis 2020 von aktuell 160 Prozent auf sensationelle 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken – lediglich das Doppelte der im Maastricht-Vertrag festgelegten Schuldenobergrenze.

Zudem wird der Euro-Rettungsfonds ausgeweitet: Mittels eines Hebels soll der EFSF eine Schlagkraft von über 1 Bio. Euro bekommen. Details müssen noch ausgearbeitet werden. 1.000.000.000.000 Euro – die Zahl mit den zwölf Nullen sieht gigantisch aus. Sollten jedoch Länder wie Italien und Spanien stärker unter Beschuss kommen und Hilfe benötigen, reicht auch dieses Volumen bei Weitem nicht aus. Eine Wiedervorlage des EU-Krisengipfels mit ähnlich lautender Tagesordnung ist eigentlich schon heute abzusehen.

Auch an den Märkten ist die Anfangseuphorie längst gewichen. Die Gefahr, dass der Gipfel einmal mehr lediglich für ein kurzes Aufatmen im Schuldenschlamassel gesorgt hat, ist groß. Der erste November-Handelstag mit den jüngsten Griechenland-Nachrichten bewies es…

Christian Scheid,  ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter  ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung!


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