Euro-Krise: Alles auf Anfang?

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Allmählich steht einem das Thema Euro-Krise bis zum Hals. Die Abstinenz beim Blick Log finde ich daher nur konsequent, schließlich drehen wir uns seit über zwei Jahren im Kreis. Ein Gipfel jagt den nächsten, die große Rettung wird versprochen und kurz danach sind alle Kompromisse schon wieder obsolet.

Dass der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou irgendwann um eine Volksabstimmung oder zumindest eine Neuwahl des Parlaments nicht umhinkommen würde, war angesichts der jüngsten Massenproteste zu erwarten. Dennoch kam die Ankündigung gestern Abend überraschend. Nun also soll das griechische Volk über sein Schicksal abstimmen. Will es jahrelang unter der Knute Brüssels stehen oder doch den Befreiungsschlag?
Eins ist sicher: Die Zeit bis zur Volksabstimmung, wird ziemlich lange werden. Es ist die Rede von Ende Dezember, Anfang Januar. Und das Ergebnis steht laut Umfrage auch schon fest: Mehr als 80 Prozent der Griechen lehnen das von der EU verordnete Sparpaket ab. Was also tun?

Die ökonomische Antwort auf die Krise ist: Griechenland raus aus dem Euro und Schuldenschnitt. Die politische Antwort wollte aber nie so vergleichsweise „simpel“ sein. Es wurde und wird immer vom Scheitern Europas gesprochen. Dabei habe ich eher den Eindruck, dass ein „weiter so“ schneller zum Ende Europas führt, als sich viele Politiker das in Berlin, Paris und Brüssel überhaupt vorstellen können. Eine Regierung welche Lohnkürzungen von 50 Prozent und mehr durchsetzen muss, wird abseits von Bürgerkriegen nicht lange überleben. Das sieht man derzeit in Griechenland. Egal was die EU auch will, die Bevölkerung macht nicht alles mit.

Von daher wird der politische Wunsch schnell von der ökonomischen Realität konterkariert. Bereits vor zwei Jahren, war der besagte „einfache“ Weg als einzig gangbarer beschrieben worden. Nur scheint er unabwendbar zu werden. Die Probleme werden für Griechenland nicht kleiner, aber sie haben zumindest eine Perspektive. Die bisherigen Gipfelbeschlüsse hatten nämlich vieles, aber keine Lösung wie Griechenland wieder auf die Beine kommen muss. Und was die immer angeführten Ansteckungseffekte angeht: Alle anderen Krisenstaaten haben ein eigenes „Geschäftsmodell“. Italien ist ein Industrieland, das jedoch seine Verschuldung in den Griff kriegen muss. Mit einem Ende der Ära Berlusconi kann dies sicher gelingen. Spanien und Portugal sind touristisch weiterhin gefragte Ziele und von daher besteht hier auch Grund für Optimismus. Irland hat ja schon gezeigt, dass es mit einem eisernen Willen voran geht.

Möglicherweise hat der Euro ohne Griechenland die Chance zu überleben. Das wird zwar nicht leicht werden, aber es ist nicht unmöglich. Dann aber bitte mit einer breiten Beteiligung der europäischen Bürger, klaren Regeln und Sanktionen. Die Banken werden derweil teilweise zu Grund gehen, teilweise sich selbst retten. Aber so ist der Lauf der Zeit – siehe MF Global. Ich bin jedoch sicher, dass es ganz anders kommen wird…aber träumen wird man ja noch dürfen.


3 KOMMENTARE

  1. Game-Over für Griechenland!

    Griechenland kann nicht mehr Euro-Mitglied sein:
    Der finnische Europaminister bringt es auf den Punkt: „Griechenland kann nicht mehr im Euro verbleiben!“

    Der 01.11.2011 beginnt mit einer Nachricht aus Griechenland, die alle Marktbeobachter fassungslos macht. „Es handelt sich hierbei keinesfalls um eine Überreaktion des Euro-Mitgliedstaates Finnland, sondern die völlig überraschende Initiative der griechischen Regierung – Volksentscheid + Referendum – erfordert eine Neubewertung der Lage“, sagt Analyst Sandro Valecchi. Mit einem Paukenschlag kündigte Ministerpräsident Giorgos Papandreou über die Medien an, nunmehr die Bevölkerung Griechenlands darüber entscheiden lassen, ob es die mit den EU-Hilfen verbundenen Sparauflagen akzeptieren kann und wird.
    „Die Antwort steht bereits schon jetzt und heute fest“, meint Analyst Sandro Valecchi: „Die Mehrheit der Griechen kann und wird die durchaus strengen Auflagen der EU und die damit verbundenen, einschneidenden Maßnahmen hinnehmen oder verkraften.

    Das war’s, das Spiel ist aus.“

    Zwar glauben einige politische Analysten, der griechische Staatschef „Papandreou pokert hoch“, es sei allerdings der einzig gangbare Weg, gleichgültig wie groß das Risiko des Scheiterns der Volksabstimmung auch immer sein möge. Dies verkennt allerdings völlig die Lage mit Focus auf Stabilität und Vertrauensbildung innerhalb der Märkte in der EU und mit Außen- sowie Wechselwirkung auf die internationalen Märkte.

    Falsches Timing. Papandreou hätte bereits zu einem deutlich früheren Zeitpunkt eine Volksabstimmung innerhalb Griechenlands über die Kardinalfrage „zum Verbleib Griechenlands als Mitglied der Euro-Währungszone“ ansetzen können, um so den anderen EU-Partner Gelegenheit zu geben, sich auf die Situation eines zeitlich geordneten Ausstiegs aus dem Euro vorbereiten zu können. Die EU-Staaten zeichnen sich durch ihre gereiften, erprobten und beständigen Demokratien aus. Papandreou signalisiert „experimentelle Demokratie“, ohne – anscheinend zu wissen – welche Zielstellung in Griechenland verfolgt wird. Bislang sah es so aus, als verfolge Griechenland die entschlossene Zielstellung, im Euro zu bleiben, koste es, was es koste, komme, was immer kommen wolle.

    „Mein Problem ist, das Land zu retten“, erklärte Ministerpräsident Giorgos Papandreou am 27.09.2011 im Rahmen seines Besuchs in Berlin: „Ich kann garantieren, dass Griechenland allen seinen Verpflichtungen nachkommen wird“, versprach Griechenlands Ministerpräsident der EU.

    Allen Marktbeobachtern war klar: Haushaltsdisziplin, Zwischenfinanzierung, Sanierung der Staatsfinanzen und ein Plan zum Wiedererstarken der Ökonomie in Griechenland stellt Ministerpräsident Giorgos Papandreou vor eine Mammutaufgabe. Neben der demonstrativen Zuversicht, für die Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt, muss Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou Überzeugungsarbeit leisten. Es geht seit Monaten um die Kernfrage: Kann Griechenland diese ehrgeizigen Sparziele einhalten und den Weg in die Zukunftsfähigkeit als Euro-Mitgliedstaat beschreiten?

    Regierungschef Papandreou handelt eigenmächtig, ohne sich mit den EU-Partnern abzustimmen und das ist vor allem in dieser Situation töricht und gleich einem irreparablen Vertrauensschaden gleichzusetzen. Griechenland bietet Irrationalität und Unberechenbarkeit, zumindest aus der Sicht Dritter, in einer der schwersten Krisen der EU an.

    „NEIN – nicht (wieder) alles auf Anfang, sondern neue Lage und neue Lagebeurteilung! Ein geordneter Ausstiegsplan für Griechenland aus der Euro-Währung muss her, je schneller, desto besser“, fasst Analyst Sandro Valecchi diese tragischen Ereignisse um die Einleitung des Ausstieges von Griechenland aus dem Euro zusammen.

    V.i.S.d.R.
    Es handelt sich um eine Einschätzung der Lage von Sandro Valecchi, Analyst, 10555 Berlin, die nicht von anderen Marktbeobachtern geteilt werden muss

  2. […] Welt des FC Basel 1893 – ab Anfang Dezember im Handel Griechenland Dezember 2008 In Blogs gefunden: EuroKrise: Alles auf Anfang Die BörsenbloggerEs ist die Rede von Ende Dezember Anfang Januar Und das Ergebnis steht laut Umfrage auch schon fest: […]

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