Market Preview: Gute Vorgaben–und wir haben jetzt ja mehr Kohle zur Verfügung…

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Ich war richtg happy heute morgen. gut dachte ich, dass wir so kompetente Banker in diesem Land haben (bye the way, man beachte die Rechen-Kompetenz unserer Kinder im PISA-Test…) – da wird doch bestimmt nun wieder der eine oder andere etwas positives für den DAX rausziehen. Doch lassen wir das Thema HRE – Marc wird bestimmt in der Presseschau darauf eingehen (müssen).

Zum DAX. x-markets sieht heute die Tendenz seitwärst/aufwärts.Die Citi schreibt hingegen: “Kurzfristige Schwierigkeiten könnten zunehmen. Die Commerzbank geht in die gleiche Richtung. “DAX konsolidierungsanfällig”, heißt es da.BNP wiederum sagt seitwärts für heute an.

Ich kann nur erinnern: Heute ist der letzten Tag im Handelsmonat Oktober- Gewinnmitnahmen könnten an der Tagesordnung sein – vorbörslich konnte man das schon sehen – alle 30 DAX-Werte im Minus. größte Verlierer die Finanzwerte.

Wichtige Termine heute:

Deutschland VDMA-Auftragseingang September, 10 Uhr
EU Verbraucherpreise Oktober, 11 Uhr
USA Einkaufsmanagerindex Chicago, 14:45 Uhr
EZB – Servus Jean-Claude! Ende der achtjährigen Amtszeit von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet


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1 KOMMENTAR

  1. Können wir das Top-Problem HRE einfach ausklammern, ignorieren wenn es um Market Preview – um die Vorgaben geht? Vielleicht und nur dann, wenn das Dauer-Thema Glaubwürdigkeit ausgeblendet werden kann. Und jeder Marktbeobachter weiss, es wird leider wohl nicht ausblendbar sein. Vertrauen in die Banken impliziert Vertrauen in die (Bank-)Produkte und generiert damit zugleich Vertrauen in die Märkte. Sie es heute, 31.10.2011, danach aus? Nein, leider nicht! Günter Jauch stellte sich jetzt diesem überaus kritischen Thema in seiner Talk-Runde vom Sonntag, 30.10.2011. Mit dabei: das Deutsche-Bank-Urgestein, Hilmar Kopper, vormals Chef der Deutschen Bank, der allen Bedenken und Einwendungen zum Trotz seine Kollegen vehement zu verteidigen versuchte, insbesondere dabei auch gerne in der Sache auf Verharmlosungen bedacht war. Kopper verwahrte sich dagegen, ausgerechnet die Banken als „Zocker und Absahner“ auf den Finanzmärkten abzuqualifizieren: „Was sollen wir denn machen, wir sind das ausführende Organ! Wenn jemand von uns will, dass wir Credit Default Swaps (Ausfallversicherungen, die durch sog. Leerverkäufe nahezu unkontrollierbar ganze Staaten und Märkte ins Wanken brachten) kaufen – dann tun wir das auch!“, konstatierte Kopper.

    „Das erinnert mich unwillkürlich an „Margin Call“, den Finanz-Thriller mit 100%igen Bezug zur Wirklichkeit um die Abgründe der Finanzkrise und das Ende einer Investment-Bank“, sagt Analyst Sandro Valecchi. Mit „Margin Call“ hat das kritische Hollywood mit Anspruch auf Qualität und einer „True Story“ sich dem Fanal um das Ende der Lehman Investmentbank-Bank im Höhepunkt der internationalen Banken- und Finanzkrise gestellt und Realität mit filmischer Darbietung gelungen verknüpft. Die Realität: Am Wochenende vom 12. bis 14. September 2008 besiegeln in New York die mächtigsten Finanzführer der Welt das Ende der angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers. Anfangs ahnte niemand, dass sie damit die Weltwirtschaft in den Grundfesten erschüttern werden. Richard Fuld, CEO und damit erster Mann bei Lehman, hatte die Lage völlig verkannt und in entscheiden – wirklich existenziell wichtigen Momenten – völlig falsch gehandelt. Der Film „Margin Call“ thematisiert die Finanzkrise des Jahres 2008 und knüpft mit seinen Charakterdarstellern dort an, wo die Mitarbeiter und Entscheider getriebene der Krise wurden. Im Focus der Kameraführung stehen die letzten 24 Stunden vor der objektiv unabwendbaren Katastrophe. Der Analyst Peter Sullivan stellt fest, dass die Bewertungen der Hypotheken seiner Investmentfirma ganz erheblich fehlerhaft, mit sog. Toxischen Papieren ohne hinreichende Sicherheiten überladen sind und die Investment-Bank am Rand des Ruins steht. Die Verantwortlichen der Firma, Buchalter Sam Rogers (gespielt von Charakterdarsteller Kevin Spacy), Jared Cohen, Sarah Robertson und John Tuld (mit klarer Anspielung auf Lehman-Chef Fuld, gespielt von Jeremy Irons) beschließen, diese „toxischen Papiere“ abzustoßen und bringen damit den Stein ins Rollen, der für die internationale Finanzwelt und letztlich auch für sie selbst verheerende Folgen hat. Die perfekte Schlüsselszene ist die ebenso ernüchternde, rhetorische Frage des Chef-Buchhalters:
    „Wann haben wir damit begonnen, die Kontrolle (Übersicht) zu verlieren?“
    Zwischen Talk-Star G. Jauch und „Margin Call“ legt jetzt auch noch die Bundesregierung, respektive der Verantwortungsbereich im negativen Sinne nach, der mit den Bilanzen und der Buchhaltung der Skandal-Bank Hypo Real Estate (HRE) zu tun hat.

    Ein Bilanzirrtum in Höhe von 55,5 Milliarden Euro zulasten der Bundesrepublik Deutschland und das auch noch in einer der mit Abstand schwersten Krisen der EU, in der es um alles oder nichts geht, sein oder nicht sein und um die Zukunftsfähigkeit der ersten Einheitswährung der Euro-Zone. Der Bundesminister der Finanzen, Dr. Schäuble, tobt und verlangt postwendet Aufklärung vom Management der HRE. „Zu Recht“, meint Analyst Sandro Valecchi, „nicht nur, dass die HRE von der Bundesrepublik und damit vom Steuerzahler gerettet werden musste, auch die Bilanzen dürften ein Fiasko darstellen.“

    „Wir reden hier von einer Bank“, kommentiert verärgert Analyst Sandro Valecchi. „Bislang gilt und galt in Deutschland der blinde Glaube an die Redlichkeit und Integrität von Bank-Auskünften, die ja von zahlreichen Behörden und Ämtern genutzt werden. Sogar die Gerichte neigen – leider rechtsirrig – dazu, den Banken fast blindlings alles zu glauben und das ist ein fataler Fehler“, resümiert Herr Valecchi. „Mein Testat: Kontrolle und Übersicht verloren – Deutschland im Spätherbst 2011“, sagt Sandro Valecchi.

    Exakt wie in „Margin Call“ dargestellt und nachbereitet geriet die HRE im Jahr 2008 faktisch in die Insolvent, die nur dadurch abgewendet werden konnte, nachdem sie als sogenannte systemrelevante Pfandbriefbank eingestuft und mit milliardenschweren Bürgschaften des Bundes und der Steuerzahler aufgefangen werden musste. Über die Situation, als erstes Institut in der Bundesrepublik Deutschland verstaatlicht worden zu sein, waren nach einem ersten Schock die Mitarbeiter und die Leitung keineswegs unglücklich, wie aus dem Ausspruch „wir sind jetzt im Staatsdienst“ zu entnehmen war. „Vollkasko Deutschland“, reagiert Analyst Sandro Valecchi verärgert, „Milliarden vernichten und zur Belohnung einem Staatsbeamten gleichgestellt werden!“

    Die Union unter Zugzwang kündigt nunmehr eine umgehende Untersuchung im Bundestagsfinanzausschuss an. Die Opposition steht bereits „Gewehr bei Fuß“, die Stimmung ist gereizt. Zwar sinken die Staatsschulden der Bundesrepublik Deutschland nach der Korrektur der Bilanzen aller Voraussicht nach um 2,6 Prozentpunkte auf wahrscheinlich 81,1 % des Bruttoinlandsprodukts. Offizielle Begründung: ein Buchungsfehler. Selbst Banken-Urgestein Hilmar Kopper bekannte, in dieser Frage vor einem Rätsel zu stehen: „Diese Zahlen waren schließlich von Wirtschaftsprüfern testiert!“

    Integrität und Kompetenz in Sachen Finanzen sieht anders aus. Mit rund 4,5 Billionen Euro – geschätzt – aber mathematisch wahrscheinlich, musste die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2008 Banken, Versicherungen und Fonds absichern (Bürgen, Garantien übernehmen).

    Diskussionspunkt Transaktionssteuer – kontrovers – bleibt ausgespart, ebenso die hohe Wahrscheinlichkeit des Scheiterns der Börsenfusion zwischen NYSE und Frankfurt (die besser auf unbestimmte Zeit verschoben werden sollte, bis sich die Lage erkennbar stabilisiert).

    V.i.S.d.R.
    Sandro Valecchi, Analyst
    10555 Berlin

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