Berichtssaison macht noch keine Hoffnung auf Jahresendrallye oder wie aus Luftbuchungen Milliardengewinne werden

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[ad#Google Adsense L-links]Die Berichtssaison zum dritten Quartal konnte bislang nicht so recht überzeugen. Zwar waren auch keine massiven Enttäuschungen dabei, aber was heißt das schon in solchen turbulenten Zeiten. Schaut man nur mal auf die ach so solide dastehenden US-Banken. Dank dem Zaubermittel Debit Valuation Adjustments (DVA), also einer Bewertungsanpassung, konnte man die Belastungen aus den eigenen Verbindlichkeiten reduzieren. Das sind zwar reine Luftbuchungen, denn auch wenn man die Belastungen aus den Anleihen kurzzeitig reduzieren und als Gewinn verbuchen konnte, muss man sie irgendwann zu 100 Prozent zurückzahlen. So die Banken dann noch existieren.

Dass man daran zweifeln kann, zeigt die zweite Maßnahme. Mit der Idee, die eigene Risikovorsorge herunterzufahren – schließlich sind die Risiken ja nach der Finanzkrise kleiner geworden – konnte man weitere Gewinne „realisieren“. Die Großbanken – angefangen von Morgan Stanley, über JP Morgan, Bank of America bis hin zur Citigroup – haben sich mit diesen Maßnahmen aufgehübscht und Milliardengewinne ausgewiesen. Zumindest nach offizieller Bilanzierungspraxis. Einzig Branchenprimus Goldman Sachs musste einen Verlust ausweisen, was aber daran lag, dass man das Spiel mit der Bewertungsanpassung nicht in dem Maße spielen konnte. So gesehen könnte man Goldman Sachs durchaus als Gewinner der aktuellen Berichtssaison sehen.

Der große Verlierer im Sektor steht derweil schon fest. Es ist die belgisch-französische Dexia-Gruppe. Die Teilverstaatlichung bzw. Insolvenz wird noch für jede Menge Gesprächsstoff sorgen. Offenbar wusste die französische Seite früher von den eigenen Problemen und hat dafür gesorgt, dass diese Probleme auf die belgische Seite weitergereicht wurden. Man darf gespannt sein, was in den kommenden Wochen noch alles aufgedeckt wird.

Derweil versucht sich die europäische Politik mal wieder um die Rettung des Euro und derzeit vor allem der französischen Banken. Der Bankrott Griechenlands ist offenbar beschlossene Sache, nur die Absicherung der Banken steht noch nicht. Dabei sollte man immer berücksichtigen, dass auch die EZB und die Zentralbanken der Euro-Staaten dann ebenfalls refinanziert werden müssen. Allerdings muss man auf alles gefasst sein. Zwar konnte die Athener Regierung ihr Sparpaket noch durchboxen, aber der Widerstand in der Bevölkerung wird immer heftiger. Wenn man die Straßenschlachten in der griechischen Hauptstadt sieht, dann könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass sich Griechenland einfach von selbst aus der Eurozone verabschiedet, ohne dass es zwischen Berlin und Paris zuvor vereinbart wurde.

[ad#Google Adsense XL-rechts]Man wird sehen was die Zeit bringt – turbulent wird es bleiben. Für Anleger heißt es derweil: Finanztitel meiden und auf Substanzwerte setzen. Ob wir im DAX schon das Jahrestief gesehen haben, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen. Wie schnell die Abwärtsbewegung gehen kann hat der Sommer gezeigt. Manch einer ruft schon die Jahresendrallye aus, aber ich bin da noch skeptisch. Die konjunkturellen und politischen Rahmenbedingungen sind dazu momentan einfach noch zu unsicher.


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