Market Preview: Hickhack um EU-Gipfel bremst DAX

2
2.005 views

[ad#Google Adsense L-links]Zum Wochenschluss zeigt sich der DAX zwar behauptet, aber (noch) ohne richtige Richtung. Der Hickhack um den EU-Gipfel am Wochenende, die Einberufung eines zweiten Gipfels am Mittwoch und die offene Frage nach der Hebelung des EFSF sorgte für Unruhe. Derweil hat Griechenland sein Sparpaket verabschiedet, während vor dem Parlament weiter der Aufstand tobt. Abseits der Euro-Krise gibt es auch Nachrichten aus den USA. Microsoft musste sich gewinntechnisch erneut Apple geschlagen geben. Der Gewinn wuchs „nur“ um sechs Prozent auf 5,75 Mrd. Dollar. Apple hatte vor kurzem 6,6 Mrd. Dollar Gewinn ausgewiesen. Die Reaktion auf die Zahlen war dann auch eher verhalten, zumal die Erwartungen lediglich getroffen wurden.

Die Jungs von x-markets erwarten einen sanften Wochenausklang. Gelingt es dem DAX sich oberhalb des Wochentiefs von 5.748 Punkten zu stabilisieren, könnte über 5.800 Punkten eine Erholungsbewegung bis 5.875 Punkte und darüberhinaus eingeleitet werden. Sollte sich stattdessen ein neues Wochentief etablieren, werden weitere Verluste bis 5.700 und darunter bis 5.610 Punkte erwartet.

Bei der Citi First sieht man die Käufer in Wartestellung. Kurzfristig ist der DAX dabei weiterhin im Korrekturmodus, wobei diese Abwärtsbewegung sich zunächst noch weiter ausdehnen dürfte. Übergeordnet sei der Aufwärtstrend auf Tagesbasis weiter intakt, womit später eine weitere Kaufwelle zu erwarten wäre. Diese könnte starten, wenn der Index nun über 5.915 Punkte per Stundenschluss ansteigen kann.

Die Jungs von BNP Paribas sehen weiter nur eine Richtung: Abwärts! Konkret soll es bis 5675 nach unten gehen, solange es am oberen Ende nicht über 5915 hinausgeht.

Konjunkturdaten

10.00 Uhr: Deutschland ifo-Geschäftsklima (Oktober)

Quartalszahlen

im Tagesverlauf:
General Electric
Honeywell
Manpower
McDonald’s
Schlumberger
Verizon Communications

nachbörslich:


2 KOMMENTARE

  1. Nach dem EU-Gipfel ist vor dem EU-Gipfel…

    Am Sonntag steht schon wieder ein EU-Gipfel an. Wie schon oftmals zuvor wird auch diesmal an der Spannungsschraube gedreht, ob es jetzt eine endgültige Lösung der Schuldenkrise geben wird. Da bereits all die anderen Gipfel der letzten Monate keine Resu…

  2. Probleme der Euro-Zone lösen? Hickhack Union 2011

    Die Vorbereitungen der Finanzminister und der Notenbankchefs der G20 Staaten für das kommende Gipfeltreffen im Monat November in Frankreich, Cannes, sind derzeit in der finalen Phase. Auf der Agenda ganz oben: Entschlossenheit. Oder wird wieder einmal nur Entschlossenheit demonstriert? Zunächst die gute Nachricht. Der Gipfel findet statt. Insbesondere Deutschland und Frankreich hatten verlautbaren lassen, die Initiative ergreifen zu wollen und ein umfassendes Konzept vorzulegen, wie die Schuldenkrise im Euro-Raum bekämpft, Griechenland stabilisiert und sie die Banken mit zusätzlichem Kapital besser gegen Kreditrisiken wappnen wollen. Dies sind 3 ebenso ehrgeizige wie besonders relevante Eckpunkte:
    • Zum Thema Rettungsschirm (EFSF) hat Finanzminister Schäuble habe vor Abgeordneten als Zielmarke die Summe von maximal 1 Billion Euro genannt, die der EFSF künftig absichern soll (Quelle: Financial Times Deutschland). Die Haftungsobergrenze von 211 Milliarden Euro, die Deutschland für den Rettungsfonds garantiert, soll hingegen nicht weiter angehoben werden. Auch ein genaues Volumen, das für die Absicherung von Anleihen reserviert und gehebelt werden soll, wurde bislang nicht preisgegeben, um Spekulationen gegen die EFSF-Kapazität nicht wieder anzuheizen.
    • Zum Thema Griechenland verdichtet sich nun alles in Richtung eines teilweisen Schuldenschnitts, des sog. Hair-Cut. Derzeit wird noch darum gerungen, ob der Schuldenschnitt bei 50% oder über dieser Marke liegen wird und welche Auswirkungen und Verwerfungen das auf die Finanzmärkte und vor allem auf die Banken haben wird. In der Tat geht es hierbei um jedes Prozent, um das in der Sache verhandelt – und aus Sicht Griechenlands – gerungen wird. Damit greift zugleich der dritte Aspekt nahtlos ein:
    • Zum Thema Stabilisierung der Banken wird die Politik schlichtweg nicht viel tun können, außer den Banken eben eine deutlich höhere Kapitalausstattung aufzutragen. Zum einen lassen sich die Banken prinzipiell nicht in Ihre Bücher schauen – höchstens, wenn es bereits zu spät ist und Fakten geschaffen wurden – , zum anderen war der letzte sogenannte Stresstest für Banken in Wahrheit eine Mogelpackung, weil zahlreiche Banken (z.B. Dexia) diese Simulation bestanden hatten, obwohl deren Achillesferse, das sogenannte Kernkapital (Minimum bisher 5%-Quote) nicht ausreicht, um in wirklichen Krisensituationen noch eigenständig handeln zu können. Mit anderen Worten droht bereits bei Eintritt eines Krisenfalls der Kollaps der jeweiligen Bank, mit der bekannten Folge, dass der Staat – und damit der Steuerzahler – schon wieder eintreten muss. Genau dies sollte mit dem Stresstest vermieden werden.

    Soviel zum Plan. Pläne können sich ändern. Im Hickhack Europa 2011 ändern sich die Pläne derweil im Stundentakt:
    • Thema EFSF: Wegen tiefer Differenzen über den Einsatz eines Hebels beim Euro-Rettungsschirm EFSF wird es auf dem Euro-Gipfel am Wochenende keine Entscheidung über den umstrittenen Hebel-Mechanismus geben. Die für morgen angesetzte Regierungserklärung wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgesagt.
    • Thema Schuldenschnitt Griechenland: Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker will einen größeren Schuldenschnitt für Griechenland von mehr als 60 %. Wer bietet mehr?
    • Thema Kapitalisierung der Banken: Ackermann sagt nein. Umstritten bleibt innerhalb der EU nach wie vor vieles: etwa, ob Banken mit Blick auf die Folgen eines Schuldenschnitts Griechenlands nicht nur selbst, sondern auch gegebenenfalls zwangsweise von Staaten mit Kapital gestärkt werden sollen. Die Banken sind gegen einen solchen Zwangsakt und auch gegen eine sich abzeichnende höhere Beteiligung des Privatsektors an der Rettung Griechenlands. Strittig ist ferner, ob der IWF mit zusätzlichem Kapital versehen werden sollte, um den Europäern stärker beistehen zu können. Wichtige Schwellenländer plädieren dafür, aber große Industrieländer plädieren dagegen. Umstritten bleiben weiterhin eine globale Einführung der Finanztransaktionssteuer und vieles mehr.

    „Europa ist massiv unter Druck und dies ist jedenfalls zum Teil selbstverschuldet“, bilanziert Analyst Sandro Valecchi. Die Euro-Zone ist zum einen durch die USA mehr oder weniger intensiv angemahnt worden, zu tragfähigen Entscheidungen zu gelangen und die Finanz- und Haushaltskrise innerhalb der EU in den Griff zu bekommen. Jetzt haben zudem die großen Industrie- und Schwellenländer (G20), die europäischen Partner massiv unter Druck gesetzt, ihre Schuldenkrise „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ zu lösen. In der Schlusserklärung machten die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs nach einem Treffen in Paris zuletzt klar, dass sie auf dem kommenden Gipfel Entscheidungen sehen wollen. Indirekt mahnten sie auch eine möglichst große finanzielle Schlagkraft für den Euro-Rettungsschirm EFSF an, um die Krisen-Ansteckungsgefahren zu bannen. Die G20-Länder repräsentieren 85 % der weltweiten Wirtschaftsleistung.
    Damit steht insbesondere Deutschland ebenfalls unter erheblichen Druck. Für die Bundesregierung muss Dr. Wolfgang Schäuble nicht nur den Eindruck vermitteln, als hätten die Europäer ihre G20-Partner von ihrer Entschlossenheit im Kampf gegen die Krise überzeugt. Ihm bleibt die mehr oder weniger undankbare Aufgabe, zugleich als Diplomat, Sachwalter der Finanzen und Vertreter der Interessen der deutschen EU-Bevölkerung handeln zu müssen, was eine enorme Belastung für ihn darstellen dürfte. Die Vielstimmigkeit und Vielschichtigkeit der Interessen auf Ebene der EU spiegeln dieselbe Kontroverse wieder, wie wir sie auch innerhalb Deutschlands oder anderen EU-Staaten finden.
    • Ein gemeinsames Konzept von Deutschen und Franzosen, das auch die anderen Euro-Länder und letztlich alle 27 EU-Staaten überzeugt, dürfte aber alles andere als einfach werden, verlautbarte es nach einem Mittagessen mit dem Präsidenten Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast.
    • Dr. Schäuble traf auch mit Italiens Finanzminister Tremonti zusammen, um diplomatisch für solidere Grundlagen des angekratzten Vertrauens zu werben: «Ovviamente bisogna separare il grano dal loglio, ma è stata una follia delegare una funzione tipica della politica a improbabili organizzazioni di banchieri». Poi aggiunge un affondo sull‘ export: «L‘ Europa non può contare solo sulle esportazioni: ha bisogno di maggiore fiducia nei bilanci pubblici». Gli fa eco Schäuble: «C’è stato un eccesso di liberismo: senza regole i mercati si sono autodistrutti. Non esiste un bene comune italiano contro quello tedesco». Concorda Passera: «Bisogna rimettere l‘ economia al suo posto. È uno straordinario metodo d‘ analisi, ma non può essere l‘ unico e nemmeno il prevalente. Veniamo da vent‘ anni di culto del mercato: chiunque osava contrastarlo era tacciato di eresia». (Quelle: Corriere della Sera – Abendkurier Pressearchiv).
    Was das Anti-Krisen-Konzept in Europa angehe, so seien Deutschland und Frankreich nicht nur im allgemeinen Ziel, sondern auch in vielen Einzelfragen, einig – konstatiert Bundesminister Dr. Schäuble.

    Vielleicht das Wichtigste zum G20-Gipfel in Cannes ist eine grundsätzliche Bereitschaft zu Vertragsänderungen in Europa, um den Weg zu einer Stabilitätsunion zu ebnen. Es bleibt demnach zu hoffen, dass die Entschlossenheit obsiegt und das Misstrauen unterliegt. Die Märkte und den Dax würde dies jedenfalls freuen.
    V.i.S.d.R.
    Sandro Valecchi, Analyst,
    10555 Berlin

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here