Unsicherheiten an den Finanzmärkten: Wie entwickelt sich der Goldpreis?

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Das Jahr 2011 gilt bereits jetzt als ein Jahr der Veränderungen und großen Umschwünge in Bezug auf die nationale und internationale Geldpolitik. Die EU-Schuldenkrise, die bisher Irland, Portugal und Griechenland massiv um Finanzhilfen bitten lies, läutet eine ebenso starke Entwicklung an den weltweiten Finanzmärkten ein. Die aktuellen Vorgänge innerhalb der EU-Zone verunsichern längst nicht mehr nur Politiker und Wirtschaftsexperten, sondern auch Anleger weltweit zutiefst.

Neben Wertverlusten bei Währungen und sinkenden Aktienkursen steht vor allem die Entwicklung in puncto aktueller Goldpreis im Fokus des Interesses. Vor allem die Angst vor der griechischen Staatspleite und Sorgen um eine weltweite Rezession treiben unzählige Anleger in den sicheren Hafen Gold. Nachdem bereits mehrere Rekorde erreicht wurden, erzielte die Feinunze Gold durch die weltweiten Finanzsorgen am 06. September schließlich den Rekordpreis von 1920,65 US-Doller. Am 12. September erreichte der Goldpreis außerdem in der europäischen Gemeinschaftswährung einen historischen Höchststand von 1375,31 Euro pro Feinunze. Angesichts der Tatsache, dass der Goldpreis in den letzten neun Jahren, gemessen in der US-amerikanischen Währung, etwa um das 4,6-Fache angestiegen ist, schwelt unter Experten schon die Angst um eine Goldblase, die durch die Inflationserwartung weiter befeuert wird.

Zu Beginn dieser Woche jedoch sank der Preis für das Edelmetall wieder etwas und am Donnerstag pendelte sich der aktuelle Goldpreis schließlich bei etwas weniger als 1.800 Dollar je Feinunze ein. Grund dafür ist unter anderem, dass China auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian anbot, den Europäern in der Schuldenkrise unter die Arme zu greifen. Dieses Angebot sorgte für etwas Beruhigung an den weltweiten Aktienmärkten, woraufhin Gold als sicherer Hafen für Anleger weniger gefragt war. Außerdem entpuppte sich der US-Dollar zuletzt als stärker als gedacht, was angesichts der noch im August drohenden Staatspleite der USA so nicht vorauszusehen war.

Dennoch sind Experten der Meinung, dass der Goldpreis über kurz oder lang wieder steigen wird, da sich die Märkte extrem nervös zeigen und ein baldiges Ende der europäischen und besonders der griechischen Finanzkrise noch lange nicht abzusehen ist. So sind einige Rohstoffexperten und Finanzberater denn auch sicher, dass es für Anleger auch in naher Zukunft keine Alternative zu Gold geben wird. Der Chef des größten amerikanischen Goldproduzenten Newmont Mining, Richard O’Brian, prognostiziert laut des Nachrichtensenders Bloomberg einen Anstieg des Goldpreises auf 2.500 Dollar je Feinunze im Jahr 2013, allerdings sieht er auch eine größere Volatilität.

Noch höher fällt die Schätzung der Deutschen Bank aus: Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan verkündete zuletzt, dass der Goldpreis bei einem Anhalten der aktuellen Krise in den nächsten 18 Monaten durchaus die 2.900-Dollar-Marke durchbrechen könnte. Die Gründe für diesen enormen Preisanstieg sieht er in der aktuellen Schuldenkrise in Europa und den USA sowie der Wachstumsschwäche in den führenden Industriestaaten. Allerdings beobachtet die Deutsche Bank derzeit noch keine Panikkäufe von Gold bei ihren Kunden. Vielmehr befolgen diese den Rat der Experten, ein gut diversifiziertes Portfolio zu pflegen und ihre Anlagen auf mehrere Standbeine aufzuteilen.

Ein Gastbeitrag von boersennews.de

Quelle: http://www.boersennews.de/


2 KOMMENTARE

  1. Bin gespannt, ob der Goldpreis wirklich die Marke 2500 Dollar pro Unze übersteigt. Der Preis wird bestimmt weiter steigen sowie die Nachfrage nach Gold, solange es die Krisengefahr gibt. Aber die Möglichkeit solcher Abstürze ist desto höher, je schneller der Preis wächst.

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