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Market Preview: DAX bleibt unter Druck, Banken-Rating und Google-Zahlen im Fokus

[ad#Google Adsense L-links]Erneuter Knackpunkt für den DAX & Co. sind die Banken. Die Ankündigung von Fitch zahlreiche Banken herabzustufen sorgt am Markt für Unruhe. Zudem belastet auch der Downgrade Spaniens. Angesichts der starken Google-Zahlen von gestern Abend halten sich die Anleger aber dennoch tapfer. Der DAX verharrt um sein Vortagesniveau.

Für die Jungs von x-markets kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Denn nach einer Rally von mehr als 850 Punkten seien Gegenbewegungen durchaus einzukalkulieren. Ein Rückgang unter das Niveau von 5.870 Punkten sollte daher zu weiteren Verlusten bis 5.775 und darunter bis zur runden Marke von 5.700 Punkten führen, so x-markets. Über dem Niveau von 6.000 Punkten wäre wiederum weiteres Aufwärtspotenzial bis 6.075 und 6.110 Punkte gegeben.

Bei der Citi First fragt man sich, ob wir das vorläufige Hoch schon gesehen haben. Schließlich hätten sich gestern die Verkäufer erstmals wieder deutlicher gezeigt. Somit sei nun mit einer Konsolidierungs-/Korrekturphase im Index durchaus zu rechnen. Dabei sollten die Kurse nun nicht mehr nachhaltig über 6.000 – 6.036 Punkte ansteigen und anschließend auch unter 5.869 Punkte zurückfallen. Dies eröffnet dann weiteres Korrekturpotential bis auf 5.773 Punkte. Darunter läge ein nächstes größeres Ziel bei 5.655 Punkte.

Die Jungs von BNP Paribas sehen erneut die dominierende Richtung: Abwärts! Sie waren vor Kursen unterhalb 5770, dann wäre sofort 5555 das Ziel und darunter neue Jahrestiefs.

Konjunkturdaten

11.00 Uhr: EU Verbraucherpreise (September)
11.00 Uhr: EU Handelsbilanz (August)
14.30 Uhr: USA Im- und Exportpreise (September)
14.30 Uhr: USA Einzelhandelsumsatz (September)
15.55 Uhr: USA Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Oktober)
16.00 Uhr: USA Lagerbestände (August)

Quartalszahlen

im Tagesverlauf:
Mattel

nachbörslich:


2 Kommentare zu Market Preview: DAX bleibt unter Druck, Banken-Rating und Google-Zahlen im Fokus

  1. Sandro Valecchi // 14. Oktober 2011 um 12:47 //

    Banken vs. Ratingagenturen: Drama der Euro-Zone

    Jetzt rächt sich das Zaudern und Zögern in der Euro-Zone. Die Ratingagenturen machen sich wieder bemerkbar. Diesmal im Visier der Ratingagenturen: die Banken in der Euro-Zone. Fitch Ratings Ltd. droht aktuell mehreren Großbanken mit der Herabstufung ihrer Bonität. Unmittelbar betroffen ist auch die Deutsche Bank, die allem Anschein nach einem – wenn auch fiktiven – Stresstest der EBA nicht standhalten würde. Spekulation oder Tatsache? Gleich 5 europäische Banken sind von Fitch auf negativ gesetzt worden. Es sieht in der taumelnden Euro-Zone insgesamt nicht gut aus, die Tendenz geht in Richtung schwacher Ausblick und Absenkung der Bonitätsnote. Betroffen von einer Herabstufung sind 10 Institute spanischer Banken. „Zur Begründung wurde ausdrücklich auch die Anfälligkeit der Banken für Kapitalflüsse angeführt“, erklärt Analyst Sandro Valecchi.

    Europa ist und bleibt wehrlos. Eine immer wieder eingeforderte, große, europäische Ratingagentur scheitert weiterhin am mangelnden politischen Willen – und vor allem an der mangelnden Kompetenz der Entscheidungsträger: „Die EU-Kommission will sich nach den Worten ihres nicht am Aufbau einer europäischen Ratingagentur beteiligen“, allerdings bewertet EU-Kommissionspräsident Barroso die Rolle großen Ratingagenturen zwar als „kritisch“. Konsequenzen daraus ziehen will er allerdings nicht. Vielmehr grübelt der EU-Kommissionspräsident über die Frage zu der Rolle, die die Ratingagenturen in der weltweiten Finanzkrise gespielt hatten.

    Barroso ist kein Krisenmanager und nicht in der Lage, diese Schlüsselposition in der EU länger auszufüllen. „Wir haben nicht vor, irgendeine Variante einer öffentlichen-rechtlichen Rating-Agentur aufzubauen“, verlautbarte José Manuel Barroso am 06.09.2011 und positionierte sich damit außerhalb der Meinungsblogs in Europa, die den Aufbau einer großen, öffentlich-rechtlich begleiteten Rating-Agentur vehement einfordern, um Stabilität und Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte wieder herzustellen.

    „Zwischenzeitlich hat sich die Finanzkrise gleich einem Feuersturm bis zu den Banken in Deutschland, Frankreich und Großbritannien im wahrsten Sinne des Wortes durchgebrannt“, konstatiert Analyst Sandro Valecchi. „Deutschland ist jetzt gut beraten, sich auf ein Worst-Case-Szenario im Finanzbereich – den denkbar schlimmsten Fall – vorzubereiten“, meint Herr Valecchi: „Es macht keinen Sinn, sich weiter etwas vormachen zu wollen, die Finanzkrise hat jetzt auch Deutschland im Würgegriff.“

    Barroso präsentierte einen Plan (mit 5 Punkten). Die Bankenaufsicht sollte nach den Worten von EU-Kommissionspräsident Barroso angesichts der Euro-Schuldenkrise „vorübergehend“ eine deutlich höhere Eigenkapitalausstattung von den Geldhäusern verlangen. Die Lage der Banken müsse von den Aufsehern neu bewertet werden, erklärte aktuell – hilflos und formelhaft – Barroso. Auf Basis dessen müssten sich die EU-Staaten dabei abstimmen, die Banken zu stärken. Barroso lebt in der Welt der Konjunktive und inhaltslosen Beschwörungsformeln: „Man müsste, man sollte und man könnte.“ Kompetenz und Krisenmanagement sieht anders aus! Auf CNN wurde dieser Barroso-Plan von Richard Quest (Quest means Business) als „Lachnummer“ im wahrsten Sinne des Wortes verrissen.

    „Machen wir uns nichts vor, der sogenannte Stresstest in der EU für Banken ist gescheitert“, bilanziert Sandro Valecchi, Analyst. Die Stimmung schwankt zwischen Wut und Enttäuschung bei den Marktbeobachtern. Bei den erst im Monat Juli 2011 durchgeführten Stresstests in der Euro-Zone für insgesamt 90 europäische Banken sah es zunächst – zumindest vordergründig – nicht so dramatisch aus. In einer ersten Analyse waren 8 Kreditinstitute glatt durchgefallen und eine deutsche Bank entzog sich dem Test durch freiwilliges, vorzeitiges Ausscheiden. Nach der Finanzkrise hatten die europäischen Bankenaufseher 2010 erstmals einen Test dieser Art gemacht. Ziel war es, Aufschluss über die Widerstandskraft der Kreditinstitute zu gewinnen. Die Aufseher entwickelten dafür Krisenszenarien, die die Banken durchrechnen mussten. Geprüft wurde dabei insbesondere, ob sie genug Kapitalpuffer haben, wenn sich die Lage der Wirtschaft deutlich verschlechtern sollte und die Finanzmärkte auf Talfahrt gehen. „Aktuell bestehen wieder derartige Befürchtungen aufgrund der andauernden Krisensituationen an allen internationalen Märkten“, kommentiert Herr Valecchi. Der Stresstest für die europäischen Banken sollte beruhigen. 8 Banken sind beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht an der Hürde von 5 % Kernkapital im düstersten Szenario gescheitert. Ihnen fehlen insgesamt 2,5 Mrd. Euro und ihr Kernkapital sinkt in einem simulierten Krisenfall zu stark, um einen Zusammenbruch der Bank sicher zu vermeiden. Dann müsste der Staat mit Garantien, Bürgschaften oder Kapitalspritzen wieder eingreifen, exakt in der Art und Weise, wie es im Rahmen des Zusammenbruchs des Interbankenhandels im Jahr 2008 notwendig wurde.

    Bereits am 07.10.2011 hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit von Spanien und Italien herabgestuft. Für die Bonität Italiens bedeutet dies nun die Note „A+“ und weiterhin erhöhte Zinslasten, für Spanien geht es um die Bonitätsnote „AA-“ und einen Blick in eine sorgenvolle Zukunft. In Sorge darum drängt die Europäische Zentralbank (EZB) die Euro-Zone „an allen Fronten zu entschlossenem Handeln.“ IWF-Chefin Lagarde äußerte sich bereits besorgt über die Lage der Banken: Die Entwicklung dieser Situation gehe „Schritt für Schritt“ in Richtung der dramatischen Finanzkrise von 2008. „Das Hauptproblem in Europa ist Liquidität“, sagte der belgische Notenbankchef Coene. Tatsache ist: Die Banken haben wieder Vertrauen verloren und leihen einander weniger.

    Der IWF hat zuletzt vor einem riesigen Kapitalloch bei europäischen Instituten gewarnt und schätzt den Bedarf der Branche bei einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrise auf bis zu 200 Milliarden Euro. Politik und Banken wiesen die Berechnung scharf zurück. Sie habe große methodische Schwächen und löse unnötig Unsicherheit aus. Coene begründete seine Sorge mit weiter offenen Fragen zur Rettung Griechenlands vor einem Bankrott, der zahlreichen europäischen Banken zwangsläufig Verluste bescheren würde. Die EZB mahnte bereits seit Wochen eine bessere Koordination der Wirtschafts- und Finanzpolitik der 17 Staaten der Euro-Zone an. Trichet forderte zudem Italien auf, sein Defizit zu senken und die Flexibilität der Wirtschaft zu vergrößern. Der angekündigte Ausgleich des Haushalts bis 2013 sei „extrem wichtig“.

    „Ist die Gesamtlage noch mit kritisch zu bewerten oder haben die Europäer bereits die Kontrolle vollends verloren?“ fragt sich Analyst Sandro Valecchi. Zwar stehe der EU-Währungsraum nach Einschätzung des EZB-Präsidenten als Ganzes fiskalisch besser da, als andere Volkswirtschaften. Mittlerweile bewerten Privatanleger die Schuldenkrise als größtes Risiko für ihr Engagement am Kapitalmarkt in der Euro-Zone. Zu groß ist das Misstrauen als Folge der Glaubwürdigkeitskrise angewachsen, fast jeder zweite EU-Bürger schließt aktuell ein Zusammenbrechen des Euro und damit der EU-Währungszone nicht mehr aus. Dies wird zudem noch verstärkt durch die Furcht vor einer globalen Rezession. „Damit befinden wir uns mittlerweile in einer großen Glaubwürdigkeitskrise“, meint Analyst Sandro Valecchi.

    Die offensichtliche Überforderung vieler Entscheidungsträger – allen voran Barroso – in dieser kritischen Situation in Europa ist nicht länger zu leugnen. „Mit Barroso wird sich die Glaubwürdigkeitskrise nicht überwinden lassen“, sagt Analyst Sandro Valecchi: „Es geht daher mittlerweile nicht einfach nur darum, dass beim letzten Stresstest für Banken fünf spanische Banken, zwei griechische Häuser und ein österreichisches Institut durchgefallen sind.“ Nach den dramatischen Pleiten im Bankensektor in der jüngsten Vergangenheit (Stichwort: Lehman-Brothers; Kaupthing-Pleite und jetzt der Zusammenbruch der Dexia Großbank) reagieren viele Anleger und Kunden zunehmend verunsichert. In Deutschland fühlt man sich unwillkürlich an das Drama um die Verstaatlichung der Überschuldeten Hypo-Real-Estate erinnert. Auch die Banken in Deutschland kämpfen um ihre Glaubwürdigkeit und werben um Vertrauen. Zur Erinnerung: Von den deutschen Landesbanken schafften beim Stresstest der Banken die Mindestanforderung – die harte Kernkapitalquote – von 5 % nur knapp die beiden deutschen Landesbanken HSH Nordbank und NordLB. Die HSH Nordbank übersprang die geforderte Hürde von 5 % hartem Kernkapital in einem Rezessions- Szenario mit 5,5 %, die NordLB erreichte 5,6 %. Die beiden Häuser müssen so wie die 14 weiteren Wackelkandidaten ihre Kapitalpuffer erhöhen. Sie haben bereits Maßnahmen angekündigt, wie sie ihre Kapitalausstattung verbessern wollen. Die Landesbank Helaba hatte eine Teilnahme am Stresstest im Streit mit der europäischen Banken-Aufsichtsbehörde EBA über die Kriterien nachträglich verweigert. Sie wäre in der Belastungsprobe nach den Maßstäben der EBA glatt durchgefallen! Für Deutschland erschien es nicht sonderlich problematisch gewesen zu sein, wie schwach zahlreiche Banken in einer einfachen Simulation eines Stresstests abgeschnitten haben. Und jetzt kommt der Ernstfall für die Banken. Aktuell wurden die Landesbank Berlin und der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank herabgestuft.

    „Die Entscheidungsträger in Sachen Finanzen lebten in Europa in einer Art Traumwelt. Fakten wurden einfach verdrängt. Das schuldhafte Versäumnis der Europäer um den Aufbau einer eigenen, großen Ratingagentur fällt den völlig naiven Entscheidungsträger nun im wahrsten Sinne des Wortes auf die Füße. So wird der Euro kaum noch zu retten sein“, kommentiert Analyst Sandro Valecchi.

    V.i.S.d.R.
    Sandro Valecchi, Analyst
    10555 Berlin

  2. Servus Sandro, herzlichen Dank für dieses lange Posting – interessante Analyse der Situation…

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