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Solarworld: Du liebe Güte wohin soll das führen?

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Gerade heute morgen hatte ich für eine Kolumne als Trade des Taqes Solarworld empfohlen. Als Short-Story jedoch. Denn die Charttechnik zeichnet ein Bild des Grauens.Die Verluste heute sind der Hammer.

Seit Mitte August hat der Titel über 40% verloren und notiert inzwischen 92% unter seinem Allzeithoch vom November 2007 (48,80 Euro). Gestern bzw. heute notiert die Aktie auf dem tiefsten Stand seit Ende 2004. Der Wahnsinn. Seitens der Charttechnik ist nun weiteres Potenzial bis 3,30 Euro drin, darunter sogar bis unter 2,50 Euro. Denn GD20, GD100 und GD200 sind wirklich Lichtjahre entfernt….

Schaut man sich die Fundamentaldaten an, so ist Solarworld ein Schnäppchen. Ein 2012er-KGV von nicht einmal 6, und ein Buchwert je Aktie von 8,20. Nicht zu vergessen die 2012er-Div.Rendite von über 4,20 Euro. Klingt alles gut – wenn da nicht die “bösen” Chinesen wären….

Denn die machen Solarworld das Leben schwer. Deshalb fordert SolarWorld-Chef Asbeck fordert im ‚Capital‘-Interview Sanktionen gegen chinesische Dumping-Anbieter. So erklärte Asbeck: "In unserer Branche gibt es keinen fairen Wettbewerb. Die Chinesen haben einen Industriekrieg begonnen. Zentralstaat und Provinzen haben Solarunternehmen allein 2011 Kreditzusagen über 21 Milliarden Euro gegeben, zu Zinsen von unter zwei Prozent".

Mit diesem Geld würden die Konzerne in China "massiv Kapazitäten ausbauen und ihre Produkte zu Dumping-Preisen von teilweise bis zu 30 Prozent unter den Herstellungskosten anbieten". Deutschland müsse sich fragen, ob man diese Industrie, in der das Land ganz weit vorne liege, komplett nach China abgeben will. "Man kann doch ermitteln, wo die Kosten eines Herstellers liegen. Und wenn der versucht, riesige Mengen zu Niedrigpreisen anzubieten, um eine ganze Industrie zu zerstören, muss die Wettbewerbspolitik eingreifen", sagte Asbeck gegenüber ‚Capital‘.

Allerdings sieht Asbeck noch ganz andere Gefahren für den deutschen Solar-Standort als die Chinesen: " Da werden ganz andere kommen, etwa Samsung aus Südkorea und Foxconn aus Taiwan. Für die Elektronik-Riesen wird der Fotovoltaik-Markt jetzt richtig interessant. Zurzeit ist er 40 Milliarden Dollar schwer, bis 2020 wird er sich verfünffachen."

Der SolarWorld-Chef hat erhebliche Zweifel, ob die deutschen Anbieter diesem Wettbewerb gewachsen sind: "Einige Unternehmen haben vielleicht verkannt, dass es internationalen Wettbewerb gibt. Sie haben sich nur auf staatliche Anreize verlassen."

Also ehrlich gesagt: Dass die Chinesen auf den Spot-Märkten ihr Material besser einkaufen ist seit langem bekannt. Dass deutsche Unternehmen immer einen auf Sicherheit machen wollen und dementsprechend ewig lange Lieferverträge eingehen, zu höheren Preisen ist auch bekannt. Ich glaube das Szenario, dass der Solarworld-Chef anspricht ist mit zwei Begriffen zu erklären. Es nennt sich Marktwirtschaft innerhalb der Globalisierung. Und das wiederum ist nun wahrlich nichts Neues…

Die Zeiten, dass wir in der Presse etwas von neuen Rekorden in Sachen Solar-Branche aus Deutschland lesen können, scheinen auch der Vergangenheit anzugehören. In der Schweiz beispielsweise haben sie nun einen Effizienzrekord für flexible Solarzellen erzielt.

Alles in allem: Solarworld erscheint für mich weiterhin eine Short-Story zu sein…


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