Euro/ Norwegische Krone: Weiterhin eine Spekulation wert?

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Aktuell im Juli: Alter Schwede! Warum die Norwegische Krone der Nachbarwährung hinterherhinkt

Fragte man vor vier Wochen Anleger, mit welchen Assets sie den Begriff „sicherer Hafen“ verbinden, so hätte sicherlich die Quote bei Gold und Schweizer Franken nahezu bei 100% gelegen. Das hat wohl auch die Schweizer Nationalbank (SNB) registriert. Und sie hat dementsprechend reagiert. Mit einer Maßnahme, die am Markt so schnell keiner erwartet hätte. Sie legte den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro fest.

In der Pressemitteilung der SNB hieß es: „Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung. Die Schweizerische Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1,20. Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Der Franken ist auch bei 1,20 pro Euro hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Maßnahmen ergreifen“. Das wiederum haben nicht viele Investoren gerne gesehen. Denn der „sichere Hafen“ dürfte nun erst einmal geschlossen sein bzw. nicht mehr so attraktiv sein.

Doch wo ein Problem ist, da sollte es auch eine Lösung geben. Ein „Frankenersatz“ könnte nun wohl die Norwegische Krone werden. Die skandinavische Währung wertet derzeit auf – sie ist schon die stärkste Währung der vergangenen vier Wochen gewesen. Man könnte davon ausgehen, dass der Markt nach der Intervention der Schweizer Notenbank die Reaktionsfähigkeit der norwegischen Zentralbank testen könnte. Die Norwegische Krone erscheint auch attraktiv, wenn man bedenkt, wie die Situation im Land aussieht. Niedrige Arbeitslosigkeit, kaum Staatsschulden, gute Überschüsse im Außenhandel und im Haushalt und eine Rohstoff-Reserve in Form von Ölfonds. Kurz um:

Die Norwegische Krone scheint also der neue „sicherer Hafen“ im Bereich der Währung werden zu können. Auch wenn Medienberichten zufolge nun auch Norwegen den Anstieg seiner Währung aufhalten will und den Leitzins absenken könnte. Dann würden Kredite in Norwegen günstiger, es käme zudem mehr Geld in Umlauf und der Wert der Krone fiele ab. Mit einem aktuellen Zinssatz von 2,25 Prozent hätte die Norwegische Notenbank immerhin genügend Spielraum.

Aus Anlegersicht könnte die aktuelle Charttechnik des Währungspaares Euro/ Norwegische Krone interessant sein. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Krone in der Kalenderwoche 36 auf den höchsten Stand seit Februar 2003 geklettert ist, bzw. umgekehrt der Euro im Tief bis auf 7,4867 Norwegische Kronen (NOK) gefallen war. Aus Sicht des Euros wurde damit das bisherige Jahrestief vom 2. August (7,6330 NOK) klar unterschritten. In den letzten Handelstagen kam es hingegen zu einer deutlichen Aufwärtsbewegung in diesem Währungspaar, d.h. der Euro wertete gegenüber der Norwegischen Krone auf.

Spekulative Anleger könnten mit einem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE7UJR; Hebel 4,51; Stop-Loss-Marke ist 9,0920 NOK) auf eine erneute Abwärtsbewegung des Euro gegenüber der Norwegischen Krone setzen. Wer dagegen meint, dass die Notenbank Norwegens es der Schweiz nachmachen und ihre Krone schützen wollte, könnte auf einen weiteren Anstieg des Euros gegenüber der Norwegischen Krone spekulieren – mit einem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DE7UJ1, Hebel 5,56; Stop-Loss bei 6,2100 NOK).

Stand: 14.09.2011/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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