In Extremphasen ist alles anders…

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Die Börsenweisheit „sell in may and go away“ erwies sich im laufenden Jahr als goldrichtig. Dumm nur, dass man das im Mai noch nicht wusste, als der Dax auf Jahreshoch stand. Nun stehen wir vor dem zweiten Teil der Anlegerregel: „Remember to come back in september“ – vergiss nicht, im September wieder einzusteigen. Doch vielleicht erweist sich dieser Ratschlag im Nachhinein nicht wirklich als ertragreich. Denn wir erleben derzeit historische Tage im Weltfinanzsystem, die ihre Bremsspuren an den Börsen unter Umständen über den September hinaus hinterlassen.

So musste gestern der Bundesgerichtshof dem europaweiten Rettungsschirm für in Schieflage geratene EU-Staaten per Richterspruch absegnen. Man stelle sich das vor: Eine Hand voll Juristen in roten Roben entscheiden über die Zukunft des Euro. Denn hätten die Verfassungshüter in Karlsruhe der finanziellen Transfergesellschaft EU – wie sie sich de facto durch die gegenseitig verbürgte, finanzielle Hilfe darstellt – eine gesetzliche Abfuhr erteilt, wären die Tage der Gemeinschaftswährung gezählt gewesen.

Doch ausgerechnet, wenn die Zukunft des Euro am seidenen Faden hängt, halten die unabhängigen Schweizer der Gemeinschaftswährung die Stange. Denn mit der Entscheidung, den eigenen Franken an den Euro zu koppeln, geben die Eidgenossen ihre währungspolitische Selbständigkeit auf. Die Ankündigung der Schweizer Nationalbank, den Franken nicht über 1,20 Euro steigen zu lassen, war übrigens genauso mutig wie riskant. Denn schon einmal spekulierten Großanleger gegen die Währungspolitik einer Notenbank.

Anfang der 90er Jahre meinte die Börsenlegende George Soros, das britische Pfund sei überbewertet. Gemeinsam mit einigen Verbündeten investierte er horrende Summen, um gegen das Pfund zu wetten. Die Bank of England nahm den Kampf zuerst auf und erhöhte die Leitzinsen bis auf 15%, um die Währung zu stabilisieren. Letztlich gewann Soros und Großbritannien nahm das Pfund aus dem damaligen Europäischen Währungssystem EWS.

Finden sich jetzt wieder globale Player, die den Franken nach oben kaufen wollen, könnten den Eidgenossen schnell die finanziellen Mittel für entsprechende Gegenmaßnahmen ausgehen. Sie sehen, die Probleme werden nicht kleiner, sodass sich der Ratschlag „remember to come back in september“ als verfrüht herausstellen dürfte. Als Trendfolger bleiben wir daher weiter auf der Short-Seite und verdienen damit gutes Geld. Im Schnitt liegen die Baisse-Positionen im Aktien- und Indexbereich in unserer Empfehlungsliste mit +47% im Gewinn.

Handeln Sie erfolgreich!
Ihr

Johannes Scherer

Stand: 01.09.2011/ ein Gastkommentar von Johannes Scherer, Chefredakteur des Trendbriefes. Hier zeigt er auf Basis der 200-Tage-Linie die lukrativsten Trends in Aktien, Indizes, Devisen sowie Rohstoffen auf.


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