Deutsche Telekom: Ein vergessener Schatz für Dividendenfans?

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Die Telekom ist zuletzt aufgrund der Unsicherheiten um den Verkauf ihrer US-Tochter T-Mobile USA stark unter Druck geraten. Daneben sorgte auch der „Sommercrash“ für zusätzlichen Abwärtsschub. Dabei vergessen viele offenbar die im vergangenen Jahr gegebene Dividendengarantie.

Telekom gibt „Dividendengarantie“

Im Februar 2010 hatte der Konzern gemeldet, dass man bis 2012 mindestens 70 Cent je Aktie ausschütten will. Daran hat sich bislang nichts geändert. Damals hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung:

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Telekom rechnen auf Grundlage der Mittelfristplanung inklusive der für den Ausbau des Geschäfts erforderlichen Investitionen für das aktuelle und die beiden folgenden Geschäftsjahre mit weiterhin soliden Bilanzkennzahlen und einem weiter hohen Free Cash Flow.

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Telekom haben darauf basierend in der heutigen Aufsichtsratssitzung beschlossen, für die Geschäftsjahre 2010 bis 2012 eine Shareholder Remuneration Strategie zu verfolgen, die die Ausschüttung einer jährlichen Dividende in Höhe von mindestens 0,70 € pro Aktie und den Rückkauf eigener Aktien in Höhe der Restsumme bis zur unveränderten Gesamtausschüttungssumme von rund 3,4 Mrd. € umfassen soll.

Chartverlauf ist düster

Seit dem Februar 2010 hat sich viel getan, wie ein Blick auf den Chartverlauf zeigt:

Aus charttechnischer Sicht scheint der Titel „verloren“. Ein Grund also Short zu gehen? Sicher nicht. Denn die Dividendengarantie sichert den Kurs vor noch weiteren Abschlägen nach unten ab. Durch den Sommercrash und die schlechten Nachrichten in Sachen T-Mobile USA fiel die T-Aktie von über 10 Euro auf 8,22 Euro im Tief. Seither geht es nur mit Mühe von diesem Tief weg.

Unsicherheit um Verkauf von T-Mobile USA

Offenbar lassen sich viele noch von den Unsicherheiten um das US-Mobilfunkgeschäft abhalten, schließlich waren damit große Hoffnung verbunden. In das US-Geschäft müssten Unsummen investiert werden, von daher kam der geplante Verkauf an AT&T wie gerufen. Zwar fließt nicht der gesamte Betrag von rund 39 Mrd. Dollar in bar. Dafür bliebe eine strategische Beteiligung von bis zu 8 Prozent Aktien an AT&T. Die verbliebenen rund 18 Mrd. Euro sollen in die Rückführung der Verschuldung (~13 Mrd. Euro) und den Rückkauf eigener Aktien (~5 Mrd. Euro) gesteckt werden. Somit ergäbe sich bei Vollzug der Übernahme neues Kurspotential für die Aktie. Doch derzeit sieht alles nicht nach einer raschen Einigung aus, den es gibt kartellrechtliche Bedenken seitens der Justiz und seitens der Nummer drei im US-Markt, Sprint. Daher werden sich zunächst die Telekom, AT&T und das US-Justizministerium am 21. September treffen, um eine Lösung zu finden. Möglich wäre dabei ein teilweiser Verkauf der Kunden an eine nicht genannten Dritten. Dieser dürfte dann aber nicht aus dem Kreis von Branchenführer AT&T, Nummer zwei Verizon oder Nummer vier Sprint kommen. Wichtig ist dabei: Kommt der Deal wie geplant zu standen bekommt die Telekom die genannten Summen. Wird der Deal weniger umfassend oder scheitert der Verkauf komplett, wird es Kompensationszahlungen geben.

Als Dividendentitel taugt die T-Aktie weiterhin

[ad#Google Adsense M-rechts]So oder so, ist die Telekom als einer Lösung einen Schritt näher gerückt. Egal wie sich das ganze am Ende darstellt, blickt die Telekom auf ein ordentliches Gesamtjahr, auch wenn die Zahlen zum zweiten Quartal nicht zum Jubeln waren.

Die Erwartungen beim bereinigten EBITDA betragen für die fortzuführenden Geschäftsbereiche unverändert rund 14,9 Milliarden Euro. Für die USA werden weiterhin etwa 5,5 Milliarden Dollar erwartet, was bei einem zugrunde gelegten Dollar-Kurs von 1,33 Dollar je Euro einem Wert von etwa 4,2 Milliarden Euro entspricht.

Auf dem aktuellen Kursniveau von rund 8,40 Euro wird die Aktie mit einem KGV von 12,9 bewertet. Dagegen liegt die Dividendenrendite bei stolzen 8,3 Prozent. Die Auszahlung dürfte angesichts des stabilen Cashflows auch kein Problem sein. Und wenn die Unsicherheit um den US-Deal vorbei ist, dürfte so mancher Anleger auch wieder mehr auf die Fundamentaldaten schauen, die nicht ganz so schlecht sind, wie der Kursabsturz vermuten lässt. Dann dürfte auch der ein oder andere den Dividendenschatz Telekom heben wollen…


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