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Im Fokus: BMW oder „Hilfe wir haben eine verfehlte Modellpolitik und brauchen jetzt Angies Hilfe…“

Per DPA konnte man heute Morgen lesen: „Der Autobauer BMW (Chart) will angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche seine Produktion weiter drosseln und plant Kurzarbeit an vier deutschen Standorten. Im Februar und März würden dadurch rund 38.000 Fahrzeuge weniger gebaut als ursprünglich geplant“, teilte das Unternehmen mit. Eigentlich nichts Neues. Das hören wir seit Wochen aus der Branche.

Und in der BILD – Deutschlands Supersprachorgan kann man heute wieder lesen, dass nun BMW sich Gedanken macht, einen Antrag auf Staatsbürgschaft für seine Finanzsparte zu prüfen. Mit dieser Bürgschaft könne BMW dann Anleihen absichern, um am Kapitalmarkt neues Geld zur Refinanzierung der Geschäfte aufzunehmen, so die Zeitung weiter.

An dieser Stelle frage ich mich, wohin das alles gehen soll. Eine Finanzsparte eines weltweit agierenden Autokonzerns ist eigentlich ausschließlich nur dazu da, um Leasingraten und Finanzierungsmodelle für Kunden zu gestalten. Nicht um am internationalen Finanzmarkt zu zocken. Oder warum hat die Sparte der Münchner auf einmal diese Probleme?

Damit mich keiner falsch versteht. Ich halte BMW als deutschen Substanzwert derzeit für unterbewertet. Aber es kann nicht wahr sein, dass nun jeder Konzern, der eine Finanzsparte hat, nun unter den Rettungsschirm rückt – weil man ja sonst womöglich mit den Wettbewerbern nicht mehr mithalten könne, „schließlich könne sich das ja zu einem Nachteil entwickeln – für die Unternehmen, die nicht unter den Staatsschirm schlüpfen“. Das sagte mir so ein befreundeter Analyst. Wahnsinn, aus Staatshilfen könnten demnächst „Wettwerbsvorteile“ werden. Und laut dem Branchenverband VDA könne es wegen der schwierigen Lage der Branche einen hohen Bedarf an Staatsbürgschaften geben.

Aber mal ganz nüchtern: Ein Blick auf die Aktie. BMW hat zu kämpfen keine Frage. Eine „leicht verfehlte“ Modellpolitik (wer braucht diesen Panzer namens X6 für über 80.000 Euro eigentlich?) macht dem Konzern zu schaffen. Der Absatz hapert. Und die Folge? Die Marge geht völlig kaputt. . Nach einer Marge von 6,2% in 2007 und geschätzten 3,9% in 2008 dürfte in 2009 diese ins negative Terrain fallen. Kurz um: BMW zahlt bei seinen Autos eigentlich drauf! Kostensenkungen sind wohl das einzige Allheilmittel.

Damit ist aber noch nicht alles in Butter. Denn als Aktionär muss man wohl langen Atem beweisen. Schließlich wird die Dividende einbrechen, ganz zu schweigen vom EPS. Ein Kursziel von über 25 Euro sieht derzeit die Citigroup. Aber deren Analysten hatten zuletzt bei vielen Aktien daneben gelegen… dennoch: BMW ist und bleibt eine Traditionsmarke in der Branche. Wer wirklich langen Atem hat, kann sich ja mal genauer mit den Daten der Münchner beschäftigen…


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