Neuen Umfragen zur EU-Schuldenkrise oder vom Glauben, der bekanntlich Berge versetzen soll…

1

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ließ jüngst per Interview wissen, dass er einen ausgeglichenen Staatshaushalt schon 2014 für möglich hält. Mit dieser optimistischen Prognose nimmt der von mir eigentlich sehr geschätzte CDU-Politiker allerdings eine Außenseiterrolle ein – glaubt man diversen Umfragen, die in den letzten Tagen erstellt wurden.

Eine davon wurde von Faktenkontor durchgeführt. Demnach gehen mehr als drei Viertel der Bundesbürger davon aus, dass Deutschland auch in drei Jahren seine Verschuldung noch weiter ausdehnen wird. Vor allem unter seinen Alters- und Geschlechtsgenossen wird an Schäubles Prognosefähigkeiten gezweifelt. Bei den Männern und den über 55-Jährigen halten jeweils gut 80 Prozent der Deutschen einen ausgeglichenen Staatshaushalt für reines Wunschdenken. Das ergab die besagte  Umfrage der Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern.

Auch die DZ-Bank mit ihrem neuesten Anlegerindikator bringt keine guten Fakten auf den Tisch. Die hohen Kursverluste an den internationalen Aktienbörsen haben demnach uns deutschen Privatanlegern die Stimmung verhagelt. (Das ist noch nicht wirklich was Neues, da jeder sein Depot kennt…) Aber:

Aktuell rechnet nahezu ein Drittel aller Investoren mit weiter fallenden Kursen an den Märkten. Damit hat sich die Zahl der Pessimisten unter den Privatanlegern im vergangenen halben Jahr verdoppelt. Dies zeigt wie gesagt der neueste DZ BANK Anlegerindikator, für den TNS Infratest insgesamt 1065 Privatanleger befragt hat.

Dabei bezogen diese auch eine klare Position zum Thema "europäische Schuldenkrise". Deutlich über 70 Prozent lehnen weitere Käufe von Anleihen der Euro-Krisenstaaten durch die Europäische Zentralbank (EZB) ab. So gut wie alle Privatanleger rechnen zudem damit, dass die europäische Schuldenkrise auch im nächsten Jahr anhalten wird. Die Zukunft des Euro sehen die Investoren aber als gesichert an. Die Gemeinschaftswährung werde es, so glauben 87 Prozent der Befragten, im Jahr 2015 noch geben. Hier also der gemeinsame Punkt mit der obigen Studie und dem Missverhältnis zu Schäubles Ansichten.

Konkret vertreten 72 Prozent der deutschen Privatanleger die Auffassung, die EZB solle auf den Aufkauf weiterer Anleihen europäischer Krisenstaaten verzichten. Gut ein Drittel der Befragten votierte dabei für ein eindeutiges "Nein", 38 Prozent sagten, die EZB solle "eher" auf die Anleihekäufe verzichten. Klare Unterstützer der Aufkaufaktion gibt es dagegen so gut wie keine. Lediglich 4 Prozent der Befragten stehen uneingeschränkt hinter der Maßnahme. 21 Prozent erklärten die Aufkäufe sollten "eher" weiter stattfinden.

Zur Frage nach der Rolle der Politik äußerten sich die Befragten unentschieden. Knapp die Hälfte der Anleger traut den Politikern zu, dass sie die Schuldenkrise in den Griff bekommen. Exakt 51 Prozent glauben allerdings nicht daran. Besonders kritisch zeigen sich hier die Anleger im mittleren Alter zwischen 40 und 49 Jahren. 60 Prozent von Ihnen vertreten die Meinung, dass die Politik die Schuldenkrise nicht in den Griff bekommt.

Und: An eine relativ schnelle Lösung des Problems glaubt so gut wie keiner der Befragten. Stattdessen gehen 93 Prozent davon aus, dass die europäische Schuldenkrise auch im kommenden Jahr anhalten wird. Lediglich sieben Prozent sind anderer Ansicht. Immerhin sieht aber eine ähnlich große Mehrheit die Zukunft des Euro als gesichert an. 87 Prozent der Investoren rechnen jedenfalls damit, dass es diesen 2015 noch gibt, lediglich 11 Prozent gehen davon aus, dass die Gemeinschaftswährung in vier Jahren Geschichte sein wird.

Just info: Die Daten für die Umfrage wurden in der Zeit vom 17.08.2011 – 26.08.2011 im Rahmen einer telefonischen Umfrage von TNS Infratest erhoben.


1 KOMMENTAR

  1. […] InspirationTRAUT Bürokommunikation »Federal Reserve« außer Kontrolle In Blogs gefunden: Neuen Umfragen zur EUSchuldenkrise oder vom Glauben der Knapp die Hälfte der Anleger traut den Politikern zu dass sie die Schuldenkrise in den Griff […]

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here