Im Fokus Kupfer: 9000 US-Dollar-Schwelle zurückerobert

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[ad#Google Adsense L-links]Kupfer legte zum Ende der vergangenen Handelswoche deutlich zu und notiert über der Schwelle von 9000 US-Dollar je Tonne. Preistreiber könnten das globale Angebotsdefizit sowie ein möglicher Streik in der indonesischen „Grasberg“-Mine sein. Die Arbeiter der zweitgrößten Kupfermine der Welt verhandeln momentan über neue Tarifverträge bis 2013. Ein Ergebnis ist bisher noch nicht bekannt, ein längerer Streik könnte sich allerdings preissteigernd auf den Kupferpreis auswirken.

Das Industriemetall Kupfer ist das am längsten verwendete Metall der Welt. Insbesondere seine herausragenden materiellen Eigenschaften – vor allem die hervorragende Leitfähigkeit für Elektrizität – machen es in der Elektroindustrie schwer zu ersetzen. Kupfer erlebte in den vergangenen Jahren einen wahren Boom: Ein Grund für den anhaltenden Preisanstieg ist auch die Tatsache, dass frühere Exportländer den eigenen Rohstoff mittlerweile selbst verarbeiten. Aus den Exportländern für Rohstoffe (insbesondere China, Russland, Brasilien und Indien) wurden über die vergangenen Jahre Schwellenländer, die ihre Rohstoffe nach dem Abbau weiterverarbeiten und die entstandenen Zwischen- oder Fertigprodukte exportieren. Der bedeutendste Kupferproduzent der Welt ist Chile, mit deutlichem Abstand folgen die Vereinigten Staaten und Peru. Allein die Kupferreserven von Chile und den USA sollen zusammen über 20 Prozent der globalen Kupferreserven entsprechen.

Der heutige Kupferabbau ist – ähnlich dem anderer Industriemetalle – durch ein immer rohstoffärmeres Erz gekennzeichnet. Der Kupfergehalt des Erzes ist über die Jahrzehnte deutlich gesunken, so dass für eine gleichbleibende Menge an Kupfer zunehmend mehr Gestein abgebaut werden muss. Auch der Anteil der Nebenprodukte stieg über die Zeit an, so dass mittlerweile auf eine Tonne Endprodukt circa zwanzig Tonnen an Nebenprodukte entfallen. Dies lässt die Kosten des Abbaus und auch den Energieverbrauch deutlich ansteigen, da Kupfer aufwendig zerkleinert und anschließend aufgeschmolzen werden muss. Wenn das Erz einen geringeren Metallgehalt enthält, so steigt zunächst der Preis an, da sich die Kosten für den Abbau verteuern, allerdings bietet der ansteigende Preis auch die Möglichkeit und Anreize, die Erze effizienter abzubauen und weiterzuverarbeiten, was wiederum den Rohstoff am Markt verbilligen könnte. Eine Alternative zum Abbau von Kupfer bietet das Recycling. Bei den aktuell hohen Preisen werden Münzen, Kabel, Leitungen und Ähnliches zu Höchstpreisen bei den Rohstoffhändlern abgegeben. Deutschland ist somit in der Lage, fast die Hälfte seiner Kupferproduktion über das Recycling zu decken, weltweit liegt der Anteil des Recyclings hingegen nur bei circa zehn Prozent.

Die Kupferpreisentwicklung in den vergangenen Jahren unterliegt großen Schwankungen und zeigt die konjunkturelle Abhängigkeit der Nachfrage nach diesem Industriemetall. Seit Anfang des Monats beträgt der Wertverlust rund acht Prozent, was auf die schwächeren Aussichten der Nachfrage der zyklischen Branchen, wie der Automobil- und Bauindustrie, zurückzuführen ist. Die Ankündigung der US-Notenbank FED, den Leitzins bis 2013 faktisch auf dem momentanen Nullniveau zu belassen und der Volkswirtschaft damit billige Kredite zu ermöglichen sowie die veröffentlichten Importdaten Chinas, ließen den Kupferpreis dann wieder nach oben tendieren. Das Land mit dem größten Kupferverbrauch der Welt verzeichnet demnach einen Anstieg der Einfuhren um knapp 10 Prozent zum Vormonat. Das Volumen umfasste im abgelaufenen Monat über 300.000 Tonnen. Damit ist es auch wenig überraschend, dass Kupfer im Zuge dessen mit zeitweise über 9.100 USD je Tonne auf einem 3-Wochenhoch gehandelt wurde. Preisdrückend könnte die Bestrebung der chinesischen Regierung wirken, durch eine Erhöhung der Mindestreserveanforderungen der Kreditbanken, das Kreditwachstum des Landes zu bremsen und damit die Inflation einzudämmen. Durch die Reduzierung der Liquidität könnte die Nachfrage nach Industriemetallen im „Land der Mitte“ abnehmen und der Preis für Kupfer wieder fallen.

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Anleger, die auf einen steigenden Preis des Kupfers setzen, haben die Gelegenheit mit einem der vielzähligen Open End Turbos auf einen Anstieg des Kupferpreises zu setzen, beispielsweise mit dem Open End Turbo (WKN: SG1R22) mit einem Hebel von 3,41. Anleger, die hingegen von einem Kursrückgang des Kupferpreises ausgehen, sollten sich den entsprechenden Open End Turbo (WKN: SG1KKE) mit Hebel 3,35 näher anschauen.

Ein Gastkommentar der Société Générale.


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