G-20-Gipfel: Top oder Flop?

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Das war er also der Gipfel der Gipfel. Und das Echo ist doch eher durchwachsen. Während die einen sich über die lange erhofften Regulierungen der Finanzmärkte inklusive der vielfach verhassten Steueroasen hoch erfreut zeigen, sehen andere durch die Billionenverschieberei schon die nächste Krise heraufziehen. Aber der Reihe nach. Die Beschlüsse sind in der Mehrheit nur Absichtserklärungen, die erst noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Und ob und in welchem Maße das geschieht ist offen.

Konkret wurde die G-20 vor allem beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Hier werden die flüssigen Mittel um insgesamt 500 Mrd. Dollar aufgestockt. Daneben fließen 250 Mrd. Dollar in die Aufstockung der so genannten Sonderziehungsrechte. Dieses Konstrukt hatten China und Russland übrigens im Sinn, als es um die Ablösung des Dollar als Weltleitwährung geht. Neben dem IWF soll die Weltbank 100 Mrd. Dollar erhalten. Hiermit sollen Entwicklungsländer unterstützt werden. Vereinbart wurde auch, dass via Export-Versicherungen und -Bürgschaften der Welthandel angekurbelt werden sollen. Als Summe wurden hier 250 Mrd. Dollar genannt. Das macht 1,1 Bio. Dollar!

Angesichts dieser Zahlen und der bereits geplanten rund 5 Bio. Dollar ist nun die Frage nach einer drohenden Inflation obligatorisch. Während der eine sich an einen goldenen Schuss erinnert fühlt, sieht der andere den Beginn des Inflationsmonopoly. Und tatsächlich wurde das Kernproblem der Krise – die zügellose Geldpolitik – nicht angegangen. Stattdessen hat man sich auf umfangreiche Regulierungsmaßnahmen für die Finanzmärkte geeinigt, was aber angesichts der Aufweichung der Bilanzierungsregeln für Banken durch die US-Bilanzierungsbehörde FASB schon wieder konterkariert wird. Da können die Banken ihren Schrott also künftig bewerten wie sie wollen. Da darf man sich schon auf die nächsten Quartalszahlen freuen, denn die Rückkehr der (Bilanz-)Gewinne ist jetzt so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur aussagekräftig ist eine Bankbilanz dann nicht mehr. Neue Regeln für Steueroasen, Boni oder Ratingagenturen nützen da wenig.

Als positiv darf am Ende sicher gelten, dass der Welthandel weiter am laufen gehalten werden soll. Protektionistische Tendenzen waren nicht zu hören. Das wird auch von vielen Ökonomen herausgestellt. Von daher werden wir in den kommenden Jahren einen wieder laufenden Welthandel erleben, wenngleich die Inflationsraten deutlich zulegen werden. Bis zum nächsten Crash und dem nächsten Krisen-Gipfel.


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