Im Fokus Gold: Eine unaufhaltsame Rallye?

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[ad#Google Adsense XL-rechts]Gold ist in diesen Wochen und Monaten im Fokus vieler Anleger: Dass das Edelmetall über einige herausragende materielle Eigenschaften verfügt, ist bekannt. Es ist gut zu verarbeiten, besitzt eine sehr gute Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme und ist somit in der industriellen Produktion ein wertvoller und wichtiger Rohstoff. Die Goldnachfrage der Elektroindustrie wird durch die der Schmuckindustrie und des Investmentbereiches übertroffen, die zusammen mehr als 80 Prozent der weltweiten Nachfrage auf sich vereinen.

Die Industrienachfrage allein kann den enormen Goldpreiszuwachs der vergangenen Monate allerdings nicht erklären. Der Goldpreis ist am Dienstag auf ein neuerliches Rekordhoch von über 1900 US-Dollar je Feinunze gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Goldpreis je Feinunze (ca. 31,1 Gramm) verdreifacht und seit Anfang Juli hat der Kurs um fast 400,00 US-Dollar zugelegt. Die letzten sieben Wochen in Folge verbuchte das Edelmetall auf Wochenbasis einen Preisanstieg. All diese Fakten verdeutlichen, die momentan steigende Tendenz des Goldes. Vor allem die Risiken der globalen Schuldenkrise mit ihren Auswirkungen in Europa und den USA haben Investoren ihr Geld aus Aktien und Staatsanleihen abziehen und in den Edelmetallen Gold und Silber „als sichere Häfen“ anlegen lassen. Auch die Verringerung des Wirtschaftswachstums sowie die erhöhte Gefahr einer Inflation bestärken die Flucht in die physischen Vermögenswerte wie zum Beispiel Edelmetalle.

Dass Gold als Krisenwährung gilt, mag damit begründet werden, dass es im Falle eines Zusammenbruches des Finanzsystems einen Teil des Vermögens retten kann. Die Preise könnten noch weiter ansteigen, da dem Gold ein Angebotsdefizit drohen könnte: Bis vor einigen Jahren stellten insbesondere die Zentralbanken durch den Abbau ihrer Goldreserven dem Markt jährlich bis zu 400 Tonnen Gold zur Verfügung, seit dem Jahr 2010 allerdings haben sie sich wieder zu Nettogoldkäufern entwickelt und kaufen verstärkt Goldbestände auf. Die bestehenden Reserven der Zentralbanken reichen allerdings nicht – wie in der Vergangenheit üblich – zur Gewährleistung eines Goldstandards der Währung aus. Sie dienen der Absicherung gegen Währungsrisiken und verfügen primär über eine psychologische Schutzfunktion. Da sich die Förderung nicht von heute auf morgen erhöhen lässt und die Förderkosten weitersteigen, bietet die starke Zunahme des Altgold-Recyclings momentan die einzige Möglichkeit, kurzfristig das Goldangebot zu erhöhen. Mittel- und langfristig könnte sich das Angebotsdefizit am Goldmarkt weiter vergrößern und den Preis weiterhin ansteigen lassen.

Hierzu passt auch die Nachricht, dass Venezuelas Präsident Hugo Chavez – vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Goldpreise – die Goldminen in seinem Land verstaatlichen will und das Gold in eine „internationale Reserve“ umwandeln möchte. Auch Unternehmen, die mit Edelmetallen handeln, sollen von dieser Maßnahme betroffen sein. Nach eigenen Angaben verfügt Venezuela derzeit über Goldreserven von deutlich über 10 Mrd. US-Dollar.

Anleger, die ein Investment in Gold erwägen, sollten beachten, dass bei einer Investition in dieses Edelmetall keine laufenden Erträge anfallen. Weiterhin sind die Produkte in der Regel nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist somit ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Ein weiteres Risiko trägt der Anleger bei nicht währungsgesicherten Produkten bei eventuellen Wechselkursschwankungen. Diese lassen sich jedoch durch den Einsatz sogenannter Quanto-Produkte eliminierend. Bei größeren Mengen der Goldhaltung sind auch die Kosten für die sichere Lagerung nicht zu vernachlässigen.

Ein Gastkommentar der Société Générale.


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