Alles wieder in Butter? – Nicht ganz!

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[ad#Google Adsense XL-rechts]Am Aktienmarkt scheinen in den vergangenen Tagen die Bullen wieder mehr Mut gefasst zu haben. Zumindest sehen wir doch glatt mal wieder grüne Vorzeichen! Ist deshalb aber schon alles wieder in Butter? Die Antwort ist wohl für realistisch denkende Anleger ganz klar: Jein! Abgesehen von der Charttechnik (wobei diese uns seit Anfang August auch ganz gehörig in Stich gelassen hat…) ist auch die fundamentale Lage nach wie vor verhalten. Die Fakten sind klar: Die wirtschaftliche Dynamik in den Ländern der Eurozone hat sich im zweiten Quartal deutlich verlangsamt. Aber deshalb ist eine Abkehr vom Aktienmarkt völlig unverständlich. Denn wir werden nur allein in Deutschland in diesem Jahr ein Wachstum von 3 Prozent sehen, im Euro-Raum leider wohl nur maximal 1,8 Prozent – den Griechen und allen anderen „Super-Sparern“ sei Dank…

Apropos Griechenland. Jüngst ist ein sehr interessantes Buch auf dem Markt erschienen. Der Titel klingt vielleicht etwas plakativ aber inhaltlich vom Feinsten. Das Anti-Crash-Buch. Es geht in diesem genau um diese ganze Schulden-Story. Staatsschulden, Staatsbankrott, Papiergeld und Inflation. Schonungslos gehen die Autoren Rolf Morrien und Janne-Jörg Kipp den Themen nach. „Je höher die Verschuldung in Prozent des Bruttoinlandsproduktes, desto gefährlicher ist sie für eine Volkswirtschaft. Wird eine bestimmte Grenze überschritten, sind Staatsbankrott und Währungs-Crash die logische Konsequenz“ – eine klare Aussage der beiden Autoren, die aufzeigen, wie es um das globale Finanzsystem steht. Die Autoren zeigen im historischen Rückblick, dass Schulden und Inflation seit Jahrhunderten regelmäßig die Währungssysteme zerstören. Die Rolle des Papiergeldes wird schließlich bereits sehr plastisch in Goethes Faust II beschrieben.

Aber zurück zum aktuellen Markt. Hier sind wir von den vorgenannten Szenarien nicht so weit entfernt, wie man gerne wäre. In den USA wird Fed-Chef Ben Bernanke am Freitag möglicherweise ein neues Anleihenrückkaufprogramm (QE3) ankündigen und in Europa nehmen die Diskussionen um Eurobonds, nach dem deutsch-französischen Krisengipfel kein Ende. Und das Ganze soll ohne inflationäre Folgen bleiben? Schwer zu glauben. Die Märkte sind da aber schon einen Schritt weiter. Eine verlangsamte Wirtschaftsentwicklung ist inzwischen eingepreist. Eine Bodenbildung dürfte stattgefunden haben. Die Märkte machen es sich manchmal eben leicht. Das Vertrauen in die Politik ist wohl sowieso verloren und so orientiert man sich eben an anderen Indikatoren. Auch wenn derzeit in Berlin noch über die Sparpaket, Rettungsschirme und so weiter debattiert wird – sie werden wohl alle kommen. Und dann fallen die Kurse eben mal um 25 Prozent… Das eigentlich Erschreckende an der aktuellen Lage ist, dass die Staaten aus der Geschichte nichts gelernt haben. Solche Rettungsmaßnahmen gingen noch nie gut und Pleitestaaten gingen irgendwann immer Pleite. Insofern ist es auch wenig verwunderlich, dass die USA, als größte Volkswirtschaft der Welt, jüngst das am Markt als selbstverständlich angesehene AAA-Rating verloren hat. In der EU wiederum steht das Euro-Mitglied Griechenland vor dem Schuldenschnitt.

Aber die Debatten um die Schuldenstände der Welt sind ja eigentlich nur die Spitze eines unglaublichen Eisberges. Die tatsächlichen Staatsschulden sind schließlich viel höher als offiziell ausgewiesen – allein in den USA sind es über 60 statt der „bekannten“ 14 Billionen Dollar. Auch in Deutschland liegen wir deutlich über den ausgewiesenen knapp 2 Billionen Euro. Renten, Pensionen usw. sei Dank. Der Marsch in Richtung Inflation und Staatsbankrott hat insofern wohl schon lange begonnen. Da stimme ich mit den Autoren des Anti-Crash-Buchs überein. Der Vollständigkeit halber sei auch darauf hingewiesen, dass sie auf den knapp 300 Seiten auch zeigen, welche Geldanlagen das eigene Vermögen retten werden, wie es mit der europäischen Einheitswährung weitergeht, wie Japan und die USA ihre Staatsfinanzen ruiniert haben, warum Lebensversicherungen nicht als Anlageform geeignet sind, weshalb Gold als Krisenschutz noch immer attraktiv ist und welche sechs Aktien bisher jede Krise überstanden haben und auch zukünftig für Stabilität im Depot sorgen. Insofern dürfte das Lesen des Anti-Crash-Buchs sich auf jeden Fall lohnen. Wobei der aufmerksame Leser nicht allzu überrascht sein dürfte. Aber noch einmal zurück zum aktuellen Markt. Die Nervosität ist weiterhin groß, und das wird sie auch bleiben. Große Schwankungsbreiten wie zuletzt dürften zwar wieder deutlich seltener werden, dennoch sind sie nicht ausgeschlossen. Soliden Aktientiteln, wie ich sie hier erwähnt hatte, aber auch solchen aus der zweiten und dritten Reihe, dürften die Turbulenzen nichts oder nur wenig anhaben. Unter mittel- und langfristigen Aspekten sollte man also durchaus zuschlagen, insofern ist alles in Butter.

Hier nochmal der Hinweis auf das genannte Buch:


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