Wann aus der Gegenreaktion eine nachhaltige Erholung wird…

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Nach dem Mega-Absturz seit Anfang August proben die internationalen Aktienmärkte den Aufstand – mit Erfolg. So konnte sich beispielsweise der Dax von seinen Tiefständen, die teilweise bis unter 5400 führten, kräftig erholen und sogar die 6000er-Marke zurückerobern. Viel wichtiger für die Weltbörsen ist jedoch die Entwicklung des Dow Jones. Sah es noch vor einigen Tagen danach aus, also ob sich der Welt-Leitindex zum Abstieg Richtung 10.000 aufmacht, nimmt der Index nun schon wieder den Widerstand bei 11.500 ins Visier. Gelingt der Sprung darüber, kann es schnell bis zur psychologisch wichtigen 12.000er-Marke gehen. Und darüber gibt es keine Bremspunkte mehr bis zunächst 12.500 Zähler. Dieser Auftrieb dürfte sich dann auch auf die anderen Aktienmärkte positiv auswirken.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, und Sie fragen sich sicherlich wie viele Anleger auch, ob trotz der Erholung mit weiteren, herben Kursrückgängen gerechnet werden muss. Ich bin der Meinung, dass das derzeit niemand seriös beantworten kann. Zu verunsichert sind aktuell die Anleger ob des gesamten Umfelds. Wie geht es mit der Schuldenkrise hüben und drüben des Atlantiks weiter? Fällt die USA in die Rezession zurück und wie stark sind die Auswirkungen auf Europa und Deutschland? Die Märkte sind derzeit überdies geprägt von politischen Diskussionen über die Lösung der EU-Haushaltsprobleme – Stichwort: Euro-Bonds.

Eine hilfreiche Orientierung bezüglich der weiteren Börsenentwicklung gibt in solchen Phasen ein Blick in die Vergangenheit im Allgemeinen und auf die großen Kurseinbrüche 2000/2001 sowie 2008/2009 im Speziellen, und wie sich die Börsen damals verhalten haben (siehe Chart).

Wie Sie erkennen können, reichte beim Dax sowohl 2001 als auch 2008 die Gegenbewegung nach den heftigen Einbrüchen nicht an eine typische 50%-Reaktion heran (2001) bzw. wurde genau auf diesem Niveau gestoppt (2008). In der Folge ging es mit den Kursen noch viel weiter abwärts als sich das die meisten Marktbeobachter damals vorstellen konnten. Auf die Gegenwart bezogen bedeutet das: Für eine Entwarnung ist es noch zu früh. Erst wenn der Dax den Bereich 6400/6500 überwindet, reicht die Erholungs-Rallye über eine 50%-Reaktion hinaus. Dann stehen die Chancen ungleich besser, dass es weiter aufwärts geht.

Es wäre allerdings überaus erstaunlich, wenn der heimische Leitindex gleich im ersten Anlauf diese Regionen wieder erreichen würde. Denn bei dem erlebten Kursabsturz „versäumten“ es viele Anleger rechtzeitig auszusteigen. Bei den jetzt wieder steigenden Notierungen dürfte es daher noch eine Zeit lang zu Gewinnmitnahmen kommen, und das drückt erneut auf die Kurse.

Stellen Sie sich also auf eine anhaltend schwankungsreiche Marktphase ein, die aus zyklischer Sicht – und auch hier hilft wieder ein Blick zurück – bis Ende September reichen könnte. Denn in im Schnitt erreichte der Dax in diesem Börsenmonat jeweils sein Jahrestief, bevor es mit den Kursen bis Jahresende wieder kräftig aufwärts ging. Übrigens: Im vergangenen Jahr brach der Dax nach monatelanger Schiebephase Anfang Oktober auf einem Niveau 6400 Punkten nach oben aus, um an Silvester bei rund 7000 Zählern zu stehen.

Falls Sie Abonnent unseres wöchentlichen Börsendienstes Trendbrief sind, bitte ich Sie, regelmäßig auf unsere konkreten Empfehlungen zu achten, denn jetzt gilt es, mit Fingerspitzengefühl vorzugehen: Einerseits sukzessive Teilgewinne auf der Short-Seite mitzunehmen, sobald es mit den Kursen weiter aufwärts geht, andererseits aber auch weiter auf der Baisse-Seite positioniert zu bleiben, falls die Notierungen wieder in den Sinkflug übergehen.

Handeln Sie erfolgreich!
Ihr

Johannes Scherer

Stand: 17.08.2011/ ein Gastkommentar von Johannes Scherer, Chefredakteur des Trend-Ausblicks und des Trendbriefes. In beiden Briefen zeigt er auf Basis der 200-Tage-Linie die lukrativsten Trends in Aktien, Indizes, Devisen sowie Rohstoffen auf.


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3 KOMMENTARE

  1. Solange alle wie die Maden auf das verfaulte Fleisch starren, hört es einfach nicht auf zu stinken. Erst wenn das Fleisch aufgefressen ist, ist Ruhe! Allerdings ist der DAX nur scheinbar so wertvoll, z.B. wenn er steigt oder fällt. Dann beginnen nämlich die Parasiten zu „arbeiten“, sonst keiner.
    Das Problem der Moderne: 80 % = non-working-class, dh. unproduktiv bzw. scheinbeschäftigt-sog. Staats-, Medien-, Multikulti-, Finanz und Total-Assi-Maden.

  2. Danke Marc für den Kommentar, das Recht auf freie Meinung(säußerung) muss der eine oder andere noch üben…

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