American Express und der Anstieg der Kreditkartenschulden

0
Bildquelle: dieboersenblogger.de

Bei Markus Gärtner wurde ich heute auf den kräftigen Anstieg der US-Kreditkartenschulden aufmerksam. Er bezieht sich dabei auf die Fed-Statistik zur US-Verbraucherkreditentwicklung im Mai. Dabei haben die “Revolving Credits”, wohinter sich vor allem Kreditkarteausgaben verbergen, im Mai einen Anstieg von 5,1 Prozent verzeichnet, was in der Form lange nicht mehr zu sehen gewesen sei. In Zusammenhang mit der Entwicklung der Transaktionen schließt er daraus, dass vor allem der gestiegene Ölpreis zu dieser Entwicklung geführt hat. Schließlich geht bei US-Verbrauchern rund 10 Prozent des Budget fürs Tanken drauf. Als Fazit schreibt Gärtner:

Im Klartext: Jetzt müssen wieder – bei nachlassenden Transferleistungen des Staates, zum Beispiel Langzeithilfen für Arbeitslose – mehr die Kreditkarten bemüht werden, weil die Teuerung die stagnierenden Löhne aufzehrt. – Lieber Ben Bernanke: Du kannst Dir Deine versprochene Erholung für das zweite Jahr sonstwo hinschieben. Am besten nicht ins Protokoll der jüngsten Offenmarkt-Sitzung, weil diesem Papier außer CNBC sowieso kaum noch einer traut.

In diesem Zusammenhang sollte man unbedingt auf die gestern Abend veröffentlichten Zahlen vorn American Express hinweisen. Die Umsätze stiegen von April bis Juni um 12 Prozent auf 7,62 Mrd. Dollar. Doch nicht nur das. In der Pressemitteilung heißt es:

„Strong revenues and excellent credit performance helped us deliver record earnings this quarter,“ said Kenneth I. Chenault, chairman and chief executive officer, American Express. „Higher revenue growth reflects an attractive return on the investments we’ve been making to strengthen merchant relationships and enhance cardmember services.“
„Cardmember spending was at an all-time high, growing 18 percent (15 percent adjusted for foreign exchange conversions) and we saw broad-based strength across the consumer, small business and corporate sectors globally. While net interest income was down from last year because of a lower yield on our portfolio, cardmember borrowing rose 2 percent, reversing the pattern of the past couple of years.“

Ein Allzeithoch der Kreditkartenausgaben, ohne das gleichzeitig auch der Umsatz Rekordniveaus erreicht? Da sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen. Auch wenn die Zahlungsmoral bislang noch gut ist, muss das nicht so bleiben. Die US-Konjunktur ist nach wie vor nicht gesund. Sollte nun bei Rekordstand der Kreditkartenausgaben etwas passieren, würde das (Kredit-)Kartenhaus noch schneller zusammenfallen, als man zu Hochzeiten der Finanzkrise gedacht hat. Damals sprach man wenigstens offen über eine Kreditkartenblase… aber vielleicht muss man erst auf die Zahlen von Visa (27. Juli) und MasterCard (3. August) warten, bevor das Geschrei losgeht.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here