Im Fokus ThyssenKrupp: Ausbruch auf neue Hochs?

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Mit einem Kursplus von 10% zählt die Aktie von ThyssenKrupp im laufenden Jahr bislang zu den Top-Werten im DAX®. Die Outperformance gegenüber dem Index kommt scheinbar nicht von ungefähr. Die Geschäfte bei dem Stahlkonzern laufen derzeit hervorragend: Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 21%, der Auftragseingang nahm gegenüber dem Vorjahreswert sogar um 22% zu.

Diese positive Entwicklung könnte sich fortsetzen. Denn die Stahlbranche boomt im Moment: Wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in der vergangenen Woche mitteilte, stieg die Rohstahlproduktion im Mai um 1% auf 4,1 Millionen Tonnen. Im Zeitraum von Januar bis Mai legte die Produktion um 2,3% auf 19,3 Millionen Tonnen zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem Wachstum der Rohstahlproduktion um 4% auf 45,5 Millionen Tonnen.

Das Unternehmen selbst teilte Anfang Juni mit, man gehe davon aus, dass der Stahlverbrauch in der Europäischen Union in diesem Jahr um 5 bis 6% auf 159 Millionen Tonnen steigen wird. Für 2012 rechnet der Konzern mit einem Zuwachs um 4%. Um seine Position bei Qualitätsflachstahl-Produkten zu festigen, will ThyssenKrupp rund 300 Mio. Euro in seine Warmbandwerke in Bochum und Duisburg investieren.

Der Konzern scheint also weiter auf Kurs zu sein. Dies könnte auch für die Aktie gelten. Der Blick auf die langfristige Kursentwicklung zeigt allerdings die starke Konjunkturabhängigkeit. Während der letzten Haussephase kletterte die ThyssenKrupp-Aktie stetig gen Norden. Am 15. Juni 2006 notierte sie bei 24,15 Euro, am 15. Juni 2007 schon bei 44,92 Euro. Ende Oktober 2007 wurde das Allzeithoch bei 46,92 Euro erreicht. Am 13. Juni 2008 lag der Kurs noch bei 40,64 Euro, nachdem er Mitte Mai 2008 knapp unter dem Rekordhoch nach unten gedreht hatte.

Im Zuge der Krise ging es mit der Notierung dramatisch bergab. Im Oktober 2008 sank der Kurs bis auf ein Tief bei 11,71 Euro. Knapp über diesem Niveau – bei 12,22 Euro – drehte die Aktie im März 2009 nach oben und formte einen Doppelboden aus, der die Wende einleitete. Am 15. Juni 2009 notierte die ThyssenKrupp-Aktie wieder bei 19,09 Euro und setzte ihren Anstieg auch in der Folge fort. Anfang Januar 2010 kletterte der Kurs im Hoch bis auf 28,24 Euro, bevor es zu einer Korrektur kam. Am 15. Juni 2010 lag der Kurs bei 21,655 Euro. Das Tief wurde Anfang Juli bei 19,675 Euro erreicht.

Von hier aus zog die Notierung wieder an und stieg kurz vor Weihnachten bis auf 32,315 Euro, bevor es erneut zu einer ausgedehnten Konsolidierung kam, deren Tief im Zuge der Japan-Korrektur Mitte März bei 26,34 Euro erreicht wurde. Mit der anschließenden Aufwärtsbewegung gelang Anfang Mai der Ausbruch über das vorangegangene Hoch vom Dezember. Nach einem kurzen Rücksetzer setzte sich trotz des schwachen Gesamtmarkts der Anstieg fort. Dabei kletterte die ThyssenKrupp-Aktie in der vergangenen Woche bis auf 36,20 Euro.

Nach dem Anstieg auf den höchsten Stand seit August 2008 könnte sich aus rein charttechnischer Sicht weiteres Potenzial bis in den Bereich um 40 Euro eröffnen. Risikobereite Investoren, die weiter steigende Notierungen erwarten, könnten darauf mit dem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DE3SRA) spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt derzeit bei 3,81, das Stop-Loss-Niveau bei aktuell 26,45 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter das markante Hoch von Mitte Mai bei knapp 34 Euro zurück, könnte es charttechnisch betrachtet zunächst zu einer Korrektur in die Region zwischen 31 und 32 Euro kommen. Auf einen Kursrückgang könnten spekulative Anleger mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE5760) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 2,98, das Stop-Loss-Niveau liegt derzeit bei 42,65 Euro.

Stand: 17.06.2011/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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