Oje – die Deutschen und ihre Anlagenberater…

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Wir Deutsche sind ja immer ganz korrekt. Hat mir erst vor wenigen Tagen ein österreichischer Kollege (das war vor dem EM-Quali-Spiel Smile ) gesagt. Wenn man die Pressemitteilungen als Journalist dann liest, dann kommt man zu dem Schluss: Da müsste was dran sein, obwohl wir vielleicht manchmal lieber selbst das Heft in die Hand nehmen sollten.

Heute verkündete beispielsweise die AXA Investment Manager: Die Deutschen setzen auf ihren Anlageberater

Wow. Demnach verlassen sich bei der Auswahl eines Investmentfonds die Deutschen auf ihren Anlageberater, so das Ergebnis einer aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Studie von AXA Investment Managers. Auf die Frage hin, welche Beratungsmöglichkeiten bei der Fondsauswahl genutzt werden, nennen 73 Prozent der Fondsbesitzer den Anlageberater. Hm. ist das nun gut oder schlecht?

Die diesjährigen Studienergebnisse zeigen, dass Beratung insgesamt eine hohe Relevanz in Deutschland hat. Ganze 92 Prozent der Befragten halten sie für wichtig, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Gerade Personen, die sich gut mit dem Thema auskennen, wie Fondsbesitzer und Besserverdiener, setzen auf Beratung.

Stopp! Denn da habe ich letztens auch etwas anderes gelesen: Und zwar das Anlage-Beratung keinen großen Vorteil bringt. Das haben die Forscher der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Neapel in einer neuesten Studie herausgefunden. Die Depots von Anlegern, die sich finanziell beraten lassen, entwickeln sich demnach nicht besser als jene, die ohne Beratung auskommen.

In beiden Fällen haben sich die Depots von Anlegern, die Beratung in Anspruch nahmen, nicht besser entwickelt als Depots vergleichbarer Anleger, die sich nicht beraten ließen. Die Studie geht noch weiter: Für die Anlageberater sei es attraktiver, durch den Verkauf von Anlageprodukten an den damit verbundenen Provisionen zu verdienen.

Und nun zurück zum AXA-Text: Gerade Personen, die sich gut mit dem Thema auskennen, wie Fondsbesitzer und Besserverdiener, setzen auf Beratung.

Sorry, wer sich damit auskennt, macht den Job allein. So einfach ist das. Doch die PM geht ja noch weiter:

Alternativ gewinnt das Internet zunehmend an Bedeutung: 41 Prozent der Fondsbesitzer geben es als gewünschte Informationsquelle bei der Fondsauswahl an. Traditionelle Bratungsmöglichkeiten über Tageszeitungen und das Fernsehen verlieren hingegen zunehmend an Bedeutung. Nur 14 Prozent der Befragten greifen tatsächlich darauf zurück. Auch bei der Frage, welche Quellen bei der Fondsauswahl gewünscht werden, zeigt sich diese Tendenz: Während 36 Prozent der Gesamtbefragten sich mehr Informationen aus dem Internet wünschen, liegt die Fachpresse abgeschlagen bei 15 Prozent, das Fernsehen bei nur sechs Prozent und Tageszeitungen bei gerade mal fünf Prozent. "Es scheint das Internet wird genutzt, um sich Basiswissen anzueignen, ersetzt jedoch nicht den persönlichen Austausch mit dem Berater. Die persönliche Komponente spielt weiterhin eine große Rolle", so Karin Kleinemas, die für Nordeuropa zuständige Marketing-Chefin bei AXA Investment Managers.

Mein Fazit: Unverändert nicht alles glauben, was Sie zu hören bekommen. Das gilt aber nicht erst seit heute am Aktien- und Finanzmarkt. Lieber einmal quer-recherchieren (es lebe schließlich das Internet…), denn beim Kauf eines Staubsaugers vergleichen Sie ja auch. Sie sollten es daher bei Ihren Finanz-Engagements gleich tun. Es ist nach wie vor Ihr Vermögen, und nicht das von irgendeinem (Finanz-)Berater…


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