Börsenneulinge Norma Group und GSW Immobilien nach SDAX-Aufstieg interessant?

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Die Änderungen im SDAX waren eigentlich schon erwartet worden, dennoch birgt die Sitzung des Arbeitskreis Aktienindizes immer wieder Überraschungen. Nun sollen also die beiden Börsenneuling Norma Group und GSW Immobilien in den Nebenwerteindex SDAX aufgenommen werden. An ihrer Statt müssen der Immobilientitel Colonia Real Estate und der Maschinenbauer Homag Group den SDAX verlassen. Die Änderungen werden zum 20. Juni wirksam. So mancher Anleger könnte nun auf den Geschmack gebracht werden, weshalb ein genauerer Blick auf die beiden Titel sinnvoll erscheint.

[ad#Google Adsense XL-links]Bei GSW Immobilien ging es bereits vor einigen Tagen deutlich nach oben. Konkrete Gründe hierfür gab es nicht – sieht man einmal von der bereits seit Tagen erwarteten SDAX-Entscheidung. Der Kurs sprang von knapp 21 Euro auf fast 24 Euro an. Damit hat sich auch wiedereinmal die These von den späten Kursgewinnen nach Börsengängen bewiesen. Mit einem Platzierungspreis von 19 Euro und einem ersten Kurs von 19,55 Euro hatte der Berliner Immobilienkonzern bislang nur rudimentär überzeugt.

Operativ es GSW auch gut: Im ersten Quartal konnte das Ergebnis aus Vermietung und Verpachtung um 9 Prozent auf 34,8 Mio. Euro gesteigert werden. Neben einer Reduzierung des Leerstandes von 4,2 Prozent auf 3,7 Prozent stieg auch die durchschnittlichen Nettokaltmiete je Quadratmeter und Monat von 4,84 Euro auf 4,92 Euro. Bereinigt um die Einmaleffekte aus dem Verkauf des Breitbandkabelgeschäftes konnte die GSW das bereinigte EBITDA von 25,6 Mio. Euro auf 28,8 Mio. Euro erhöhen. Das Konzernergebnis wurde auf 36,0 Mio. Euro beziffert, nach -11,3 Mio. Euro im Vorjahr. Auch der für die Dividendenzahlung relevante FFO I (Funds from Operations) lässt ein gutes Jahr erwarten. Er belief sich zum Ende des ersten Quartals 2011 auf 13,2 Mio. Euro bzw. auf 0,32 Euro je Aktie. Für das Gesamtjahr erwartet GSW einen FFO I zwischen 54 und 59 Mio. Euro“, prognostiziert Segal. Die GSW plant, rund 65 Prozent des FFO I als Dividende auszuschütten, womit man also von mind. 0,85 Euro je Aktie ausgehen sollte. Dies ergibt derzeit eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent. Dieser Wert ist zwar nicht übertrieben hoch, aber im Vergleich zum SDAX auch nicht schlecht.

Doch werfen wir einen Blick auf die Norma Group – diese erscheint deutlich interessanter. Der Kurs konnte von den SDAX-Gerüchte nicht profitieren. Seit dem Börsengang pendelt die Aktie in einer engen Spanne zwischen 19,50 Euro und 21,50 Euro. Der erste Kurs hatte mit 21,50 Euro leicht über dem Ausgabepreis von 21,00 Euro gelegen. Mit der SDAX-Mitgliedschaft könnte sich der „langweilige“ Kursverlauf nun schlagartig ändern. Zumal auch operativ der Spezialist für hochentwickelte Verbindungstechnik durchaus gut da steht.

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Der Konzernumsatz konnte im ersten Quartal um 41,7 Prozent auf 150 Mio. Euro gesteigert werden – vor allem dank einer starken Nachfrage sowie leichten Preiseffekten. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (bereinigtes EBITA) stieg von 19,3 Mio. Euro auf nun 28,4 Mio. Euro. Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet die Norma Group ein organisches Umsatzwachstum nahe zehn Prozent. Hinzu kommen Umsatzeffekte von bis zu 20 Mio. Euro durch die Akquisitionen von R.G.Ray und Craig Assembly. Mit Blick auf das Kostensenkungsprogramm „Global Excellence“ erhofft sich das Unternehmen eine bereinigte EBITA-Marge in Höhe des Vorjahreswertes von 17,4 Prozent. In Sachen Dividende war bislang von Norma nichts zu hören, aber das Jahr hat ja auch noch nicht einmal die Hälfte hinter sich gebracht. Schaut man auf die Analysten so gibt es dort durchaus ambitionierte Kursziele von 27,00 Euro (Berenberg), 28,00 Euro (Goldman Sachs) und 30,00 Euro (Commerzbank). Allerdings sollte man auch klar sagen, dass alle drei Banken beim Börsengang beteiligt waren, von daher sollte sich jeder selbst ein Bild darüber machen.


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